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DAX-Wochenplan: Wall Street klettert und der DAX zittert

DAX-Wochenplan Wall Street klettert und der DAX zittert

Gastautor: Andreas Mueller
19.08.2018, 14:21  |  5211   |   |   

Die Korrelation von Wall Street und DAX ist nicht immer zu beobachten. Dies zeigte die vergangene Woche. Doch was leiten wir daraus ab?

Das Wochenminus von 1,7 Prozent zeigte weiteren Druck auf den DAX an. Ursprung war erneut die Türkei-Krise und der damit verbundene Handelsstreit zwischen Erdogan und Trump. Er wirkte sich allerdings mehr auf Europa als auf die USA und Wall Street aus. Wie sich dies im Chartbild darstellte und ob es hier zu einer Angleichung kommen kann, erörtere ich in folgender Chartanalyse.

 

DAX erreicht unteres Ziel der Vorwochenanalyse

 

Dass die aktuelle Türkei-Krise den Bären in die Hände spielt, titelte ich bereits in der Vorwochenanalyse (an dieser Stelle nachzulesen) und erörterte dabei die Punkte im Zusammenspiel mit der Türkei selbst. Daran hat sich grundlegend nichts geändert, was den Druck noch einmal verstärkte. Am Montag erhöhte Trump die Strafzölle auf Stahlimporte aus der Türkei von 25 auf 50 Prozent. Vom Umfang her reden wir hier von knapp einer Milliarde Dollar - sicherlich keine elementare Summe, jedoch ein Schritt, der weitere Sanktionen nach sich zog. So sprach Erdogan auf der Gegenseite von einem Boykott elektronischer US-Produkte und legte zur Wochenmitte eine Liste von 22 Produkten vor. Aufgeführt sind darin beispielsweise Autos, alkoholische Getränke, kosmetische Produkte, Tabakwaren, Reis und Papier. Damit dreht sich die Spirale weiter und hinterlässt vor allem bei Exportwerten Spuren.

Nach dem leichteren Kursen am Montag folgte dann am Mittwoch ein weiterer Schritt nach unten für den DAX. Er durchbrach die 12.300er-Marke, welche als Hinweis in der Vorwoche im Kommentar unter meinem Beitrag gegeben wurde, und steuerte danach recht genau auf das Wochenziel der Unterseite zu. Dies definierte ich wie folgt im Rückblick mit einer roten Horizontallinie:

 

Hält dieser Bereich nicht, wären wir bei weiterem Abgabedruck in einer bärishen Bewegung durchaus bis 12.120 Punkte nicht mehr groß unterstützt. Dies ergibt sich ebenfalls aus dem Tageschart:

 

 

Im Tagestief standen wir auf XETRA bei 12.120,65 Punkten und somit auf dieser Linie:

 

 

Folgerichtig gab es im Forum auch entsprechende Kommentare, diesen Punkt wiederum als Einstieg in Long nutzen zu können. Für einen Abprall und kurzfristige Korrektur sicherlich eine gute Idee, wie man dann an der Erholung zum Wochenausklang sehen konnte. Denn der Donnerstag war mit einem DAX-Plus von 0,6 Prozent in der Tat der positivste Wochentag am Deutschen Aktienmarkt.

Am Freitag gab es noch einen Versuch der Bären, das Wochentief erneut zu unterschreiten. Für das Trading war hierbei ein Trigger ansetzbar, der sich horizontal ergab. Aus dem Traderhotel in Lohr am Main hatte ich dies am Rande verfolgt und auf Facebook zeitnah dokumentiert:

 

 

Das Tief wurde jedoch nicht mehr erreicht, bei 12.135 Punkten drehte der Markt und konnte sich später, nachdem die kurzfristigen Bären (inklusive ich) ausgestoppt wurden, sogar mit neuen Tageshochs zurückmelden. Hintergrund war sicherlich auch der Verlauf an der Wall Street, den ich hier noch einmal gesondert vorstellen möchte.

 

Bullenwetter an der Wall Street

 

Es erscheint etwas kurios, dass der Dow Jones inmitten des Handelsstreits mit einem Wochenplus aus dem Handel ging. Hier muss man allerdings wissen, dass ein starker Dollar durchaus gut für das Standing im Land scheint und zudem die Warenströme zur Türkei ein geringes Gewicht spielen. Die Türkei ist zwar der viertgrößte Exportmarkt der EU und der fünftgrößte Importeur in die Europäische Union, doch für die USA weniger wichtig wie Deutschland oder gar China. Von daher sind die Türkei-Schlagzeilen an der Wall Street durchaus besorgniserregend, überschatten jedoch nicht die Unternehmensdaten.

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