Nachhaltigkeit Wenn uns die eine Erde nicht mehr reicht!

Gastautor: Thomas Hellener
21.08.2018, 07:18  |  4234   |   |   

Immer mehr Anleger investieren ihr Geld in nachhaltige Produkte und Projekte. Wie wichtig solche Investments gerade in Bezug auf die Erhaltung von nachwachsenden Ressourcen sind, zeigt der extreme Verbrauch von Menschen, Unternehmen und den meisten Staaten weltweit. Die Lage ist schon heute dramatisch, so dass zum einen die Haltung jedes Einzelnen, als auch die Erhaltung der globalen Natur und ihrer Biokapazität bei der Auswahl von Investments von Nöten sind. Dabei zeigt sich ein nicht unerheblicher Nebeneffekt immer deutlicher: Nachhaltiges Investieren lohnt sich doppelt! Es schont zum einen die globalen Ressourcen – und wirft zum anderen eine überdurchschnittliche Rendite ab!

„Earth Overshoot Day“ verdeutlicht die dramatische Lage

Wie dramatisch die Lage heute ist, zeigte der diesjährige „Earth Overshoot Day“. Denn die Menschheit hat die Ressourcen für 2018, die von der Natur wiederhergestellt werden können, bereits in sieben Monaten und einem Tag verbraucht. Der Earth Overshoot Day ist ein statistisches Rechenspiel mit bitterbösem Ergebnis. Die Organisation Global Footprint Network will damit zeigen wie groß der Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen menschlichen Handels auf die Natur sind.

Die Ressourcen unserer Erde sind endlich: Wir stoßen beispielsweise mehr Kohlendioxid aus, als Ozeane und Wälder aufnehmen können, fischen mehr als sich die Fischbestände erholen können oder fällen mehr Bäume als nachwachsen. Zur Ermittlung des Earth Overshoot Day wird die Biokapazität unseres Planeten – die Fähigkeit der Erde Rohstoffe wiederherzustellen – mit dem ökologischen Fußabdruck der Menschheit verrechnet. Der ökologische Fußabdruck bezieht sich nicht allein auf den Ressourcenverbrauch von beispielsweise Wasser, Holz oder anderen Rohstoffen. Zusätzlich mitberechnet werden beispielsweise auch Müll und Abgase. Etwa wieviel Waldfläche wird global benötigt um das insgesamt ausgestoßene Kohlendioxid abzubauen.

„Ökoschuldentag“: Die USA leben, als hätten wir fünf Erden!

Noch 1987 fiel der Earth Overshoot Day auf den 19. Dezember. Durch das hohe Konsumniveau in den Industrie- und Schwellenländern sowie das schnelle Bevölkerungswachstum rutscht der „Ökoschuldentag“ immer weiter nach vorne. Bildlich gesprochen wirtschaftet die Weltbevölkerung so, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung. Die Menschen nutzen die Natur also 1,7 Mal schneller ab, als Ökosysteme sich regenerieren können. Mit vielfältigen Folgen für die Umwelt in Bezug auf Klimawandel, Artensterben oder schrumpfende Wälder.

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