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Warum Warren Buffett immer noch Anteile an diesem Generikahersteller kauft

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
21.08.2018, 11:00  |  1110   |   |   

Preisdruck, Wettbewerb und massive Verschuldung haben Teva Pharmaceutical Industries (WKN:883035) im vergangenen Jahr hart getroffen, doch Warren Buffetts Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) hat im Jahr 2018 Millionen von Aktien des Unternehmens gekauft, davon allein 2,7 Mio. im zweiten Quartal. Ist Teva Pharmaceutical ein Schnäppchen, das auch du in dein Portfolio aufnehmen solltest?

Herausforderungen in Hülle und Fülle

Als Value-Investor bevorzugt Buffett Unternehmen mit starker langfristiger Dynamik, die kurzfristigen Problemen zum Opfer gefallen sind. Die schlechten Nachrichten über Teva Pharmaceutical im vergangenen Jahr sind sicherlich als Rückschläge einzustufen, von denen einer selbst verschuldet war. Im Jahr 2016 arrangierte das Unternehmen einen monströsen Deal zum Erwerb des Generikageschäfts von Allergan. Dieser Schritt führte jedoch dazu, dass die Verschuldung ebenso in die Höhe schoss wie der wachsende Generikawettbewerb. Zudem wollen die Kostenträger nicht mehr so viel wie früher zahlen und damit sanken auch die Einnahmen und die Rendite.

Ein weniger attraktives Preisumfeld für Generika war jedoch nicht der einzige Rückschlag für Teva Pharmaceutical. Das Unternehmen musste auch die Preise für sein meistverkauftes Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone senken, um den Marktanteil zu halten, nachdem Mylan Labs vergangenen Herbst die Zulassung eines Copaxone-Biosimilars von der Food and Drug Administration (FDA) erhalten hatte.

Das doppelte Pech hat den Umsatz, die operative Marge und den Reingewinn von Teva ins Wanken gebracht. Daher sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 18 % auf 4,7 Mrd. US-Dollar und der bereinigte Reingewinn allein im zweiten Quartal um 23 % auf 794 Mio. US-Dollar. Der Preisdruck führte zu einem Rückgang der Umsätze bei den Generika um 29 %. Zudem verursachten Ärzte, die zu Mylans kostengünstigerer Version von Copaxone wechselten, einen Rückgang der Umsätze von Teva in Nordamerika um 46 % auf 464 Mio. US-Dollar.

Die Hoffnung bleibt

Obwohl die Zahlen von Teva gerade nicht gut aussehen, könnte eine Restrukturierung die Kosten im nächsten Jahr um 3 Mrd. US-Dollar senken. Die Prognose von Teva Pharmaceutical für das Gesamtjahr 2018 verlangt nach wie vor, dass das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, nachdem der Ausblick um einmalige Posten bereinigt wurde.

Wenn Teva Pharmaceutical die Trendwende erfolgreich schafft, seinen Umsatz stabilisiert und die langfristigen Schulden in Höhe von 28 Mrd. US-Dollar reduzieren kann, dann könnte jetzt ein sehr guter Zeitpunkt sein, die Aktie zu kaufen. Wie man in der folgenden Grafik sehen kann, sind die Aktien des Unternehmens seit dem Jahr 2000 nicht mehr so billig bei den Kurs-Umsatz- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen gewesen.

Das ist wahrscheinlich das Kalkül hinter Berkshire Hathaways Interesse an der Aktie. Es ist kein Geheimnis, dass Buffett zur Bewertung von Unternehmen gerne Kurs-Buchwert-Verhältnisse heranzieht, und es ist ziemlich sicher, dass er den Portfoliomanagern von Berkshire Hathaway Todd Combs und Ted Weschler, die wahrscheinlich für den Kauf weiterer Teva-Pharmaceutical-Aktien in Q2 verantwortlich sind, die Bedeutung dieser Maßnahme beigebracht hat.

Kann Teva Pharmaceutical die Wende schaffen?

Nach den Berichten, dass Berkshire Hathaway Anteile gekauft hat, sind die Teva-Aktien über 80 % in die Höhe geschossen. Doch Berkshire Hathaways Kauf im letzten Quartal deutet darauf hin, dass jemand dort glaubt, dass Tevas Aktien noch mehr Luft nach oben haben.

Das Unternehmen geht davon aus, dass in diesem Jahr etwa die Hälfte der geplanten jährlichen Einsparungen in Höhe von 3 Mrd. US-Dollar aus der Restrukturierung erzielt werden sollen. Die restlichen Einsparmaßnahmen sollen bis Ende nächsten Jahres umgesetzt werden. Die Kostenreduzierung allein wird aber nicht das gesamte Risiko für Teva Pharmaceutical ausgleichen, denn Copaxone macht immer noch nur 2,4 Mrd. US-Dollar auf Jahresbasis und der Preisdruck bei Generika geht nicht weg. Es ist aber ein guter Anfang und könnte das Unternehmen in der Zukunft viel profitabler machen, wenn Copaxone schließlich wieder an Boden gewinnen solte, sodass die Einführung neuer Medikamente das Unternehmen wieder wachsen lässt.

Hinsichtlich der Medikamente, die den Umsatz und den Gewinn steigern könnten, werden die Investoren Austedo, Fremanezumab und Fasinumab, die gemeinsam mit Regeneron Pharmaceuticals entwickelt werden, im Auge behalten wollen.

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