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„Gold ist tot. Bitcoin hat einen größeren Nutzen als Gold“

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
22.08.2018, 08:30  |  2887   |   |   

„Gold ist tot und der Bitcoin hat inzwischen einen größeren Nutzen als der glänzende Rohstoff.“ Das rutschte dem eigentlich als Krypto-Skeptiker bekannten Volkswirt und Nobelpreisträger mit Namen Paul Krugman heraus. Ja, du hast wirklich richtig gelesen: Skeptiker, nicht Enthusiast.

Doch weshalb sollte ein eigentlich skeptischer Marktbeobachter solche positiven Äußerungen in Bezug auf die digitale Münze von sich geben? Eine spannende Frage, die ich mir natürlich selbst auch gestellt habe. Und die ich vielleicht auch etwas ins rechte Licht rücken kann.

Unwissenheit, Potenzial mit Einschränkungen und das Setting

Wenn du mich fragst, könnte es unterm Strich sogar drei Gründe geben, weshalb sich ein eigentlich skeptischer Volkswirt nun doch so wohlwollend über die Kryptowährung Bitcoin geäußert hat. Einer der wesentlichen Gründe könnte jedoch die Unwissenheit sein.

Wie Krugman nämlich selbst einschränkend zu Protokoll gab, hat er sich bislang kaum mit den Marktbegebenheiten im Kryptobereich auseinandergesetzt. Bis zu dem besagten Äußerungstermin habe er sich so lediglich mit dem Bitcoin etwas näher beschäftigt, dessen Funktionsweise er nun verstehe. Man sollte die Aussagen daher wohl besser mit Vorsicht genießen, da es sich bei Krugman wohl nicht um einen Krypto-Vollblutprofi handelt.

Zum anderen gibt es zu dieser Schlagzeile auch weitere, einschränkende Aussagen. Zwar gesteht Krugman der Kryptowährung Bitcoin ein grundsätzliches Marktpotenzial zu, allerdings äußerte er sich auch weiterhin skeptisch, was das primäre Problem der hohen Transaktionskosten anbelangt. Diese stünden einer flächendeckenden Nutzung des Bitcoin nach wie vor im Wege.

Außerdem könnte das Setting der Äußerungen wohl ebenfalls dazu beigetragen haben, dass die Aussagen so wohlwollend ausgefallen sind. Als Gast der Blockchain-Konferenz ChainXChange in Las Vegas darf man als Skeptiker wohl durchaus mutmaßen, dass Krugman seinen krypto-enthusiastischen Gast-(und vielleicht auch Honorar-)geber nicht in Gänze vor den Kopf stoßen wollte. Der Kontext könnte daher entscheidend zu dieser grundsätzlich eher wohlwollenden Äußerung beigetragen haben.

Krugman hat sich mit Gold einen interessanten Vergleichswert ausgesucht

Fragt sich nur, wie positiv die Äußerungen denn unterm Strich wirklich gemeint waren. Denn mit Gold hat sich Krugman in meinen Augen eine interessante und nicht unbedingt weniger umstrittene Vergleichsgröße ausgesucht.

Auch Gold genießt nämlich in der Börsenwelt den Ruf, lediglich als Wertaufbewahrungsmittel in Krisenzeiten zu fungieren und daher ein Spekulationsobjekt zu sein. Gold kann zwar aufgrund seiner realen Existenz als Edelmetall auch gewisse Funktionen in der (handwerklichen) Produktion haben. Allerdings ist es in erster Linie diese unproduktive Wertaufbewahrungsfunktion, weshalb viele Investoren wie beispielsweise Warren Buffett keine großen Fans von Gold sind.

Die Aussage, dass der Bitcoin daher begrenzt mehr Möglichkeiten zu bieten habe als ein relativ funktionsloses Edelmetall, könnte daher unterm Strich gar nicht so positiv gemeint gewesen sein, wie man beim ersten Lesen vielleicht denkt.

Ist Bitcoin nun besser als Gold?

Das ist abschließend eine Frage, die ich mir eigentlich noch gar nicht gestellt habe. Sowohl Gold als auch Bitcoin reizen mich als langfristigen Investor nicht, weil es hier nur begrenzt möglich ist, prognostisch in die Zukunft zu blicken.

Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich vielleicht eher auf etwas Physisches setzen, das die Menschheit schon seit Jahrhunderten in den Bann zieht und zumindest ansatzweise in Technik und Handwerk Anwendungsbereiche findet. Und nicht auf eine Kryptowährung mit strukturellen Problemen, die möglicherweise sogar weitgehend wertlos sein könnte. Aber, wie gesagt, unterm Strich ist beides in meinen Augen uninteressant.

Dennoch muss auch ich eingestehen, dass die zugrunde liegende Blockchain durchaus das Potenzial hat, sich in der Wirtschaftswelt zu etablieren. Vielleicht dachte auch Krugman bei seiner Aussage eher daran, dass er das zugrunde liegende Funktionsprinzip der Kryptowährung Bitcoin adeln wollte.

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Kommentare

Es ist interessant zu beobachten, wie in den letzten Jahren Edelmetalle und Gold im Speziellen von der Presse aber auch von vielen Leuten wahrgenommen wird. Es hat etwas archaisches. Es ist alt, es ist fast schon verstaubt, es ist nicht mehr zeitgemäß. Auf der anderen Seite stehen neue Kryptowährungen wie Bitcoin oder Etherum. Diese sind neu, sie sind hochriskant, fast schon gefährlich, verrucht, verdammt geradezu teuflisch. Dann hat sich etwas getan. Nachdem mehr und mehr Leute Bitcoin und andere Kryptowährungen verwendet haben, hat man sich das ganze Thema etwas genauer angeschaut. Langsam wird es weniger verrucht, sondern mehr interessant, zukunftsorientiert und richtungsweisend. Ich muss sagen, dass ich es etwas frustrierend finde zu sehen, wie sich mit der Materie oder den zugrundeliegenden Problematiken aber auch dem Nutzen und der Idee hinter den jeweiligen Dingen überhaupt nicht auseinandergesetzt wird. Selbstverständlich kann man in Kryptowährungen investieren. Es ist hochgradig spekulativ, wie jeder einem bestätigen kann. Selbstverständlich haben Kryptowährungen ihren Platz und ihren Nutzen. Und ich bin mir sehr sicher, dass in einigen Jahren sich ein oder zwei Kryptowährungen (nicht Bitcoin) welche technisch auf einem guten Niveau sind und einen echten Mehrwert bieten durchgesetzt haben werden. Aber der Vergleich zwischen Bitcoin bzw. Kryptowährungen und Gold der von Ihnen hier (aber auch von vielen anderen) gezogen wird, hinkt ordentlich. Es gibt keine Abwägung zwischen Bitcoin und Gold. Gold hat schon aufgrund seiner physischen Eigenschaften sowie seiner Verwendung einen klar erwiesenen Wert. Daran wird sich nichts ändern. Auch schreiben Sie, dass für sie als zukunftsorientierter Investor Gold nicht wirklich in Frage kommt. Die Frage die sich mir hier stellt, ist wie Sie “investieren” definieren. Die Idee hinter Gold ist es nicht, seine Renditeerwartung über einen gewissen Zeitraum zu erfüllen. Es kommt mir vor, als ob Sie den wirklichen Hintergedanken aber auch den tieferen Nutzen von Edelmetallen nicht wirklich verstanden haben: https://www.goldkaufen.de/ratgeber/warum-gold-und-silber-kaufen/ Auf der anderen Seite bin ich mir auch nicht sicher, ob Sie sich wirklich tief gehen mit Kryptowährungen auseinandergesetzt haben. Kryptowährungen haben aufgrund der darunterliegenden Blockchain-Technologie auch einen völlig anderen Nutzen. Einfach nur zu sagen: sowohl Kryptowährungen als auch Gold sind begrenzte Ressourcen und damit erfüllen sie den selben Sinn ist wirklich sehr weit hergeholt.

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