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Monsanto Glyphosat: Bayer-Boss hat Klage-Tsunami nicht kommen sehen

24.08.2018, 11:58  |  6094   |   |   

Hat der Dax-Konzern die Prozessrisiken in den USA unterschätzt? Bayer-Boss Baumann deutet in einem Interview an, dass er nicht mit einer so großen Klagewelle wegen des umstrittenen Glyphosats gerechnet habe.

"Man muss aber auch sehen, dass zum damaligen Zeitpunkt der Umfang der Klagen, mit denen wir uns jetzt auseinandersetzen, noch gar nicht absehbar war", sagte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Die Bayer AG muss sich in den USA mit weitaus mehr Klagen wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat auseinandersetzen als bislang bekannt.

Bis Ende Juli hätten rund 8.000 Klagen vorgelegen, sagte Baumann laut "Reuters" in einem Gespräch mit Analysten. "Diese Zahl könnte über die Zeit steigen oder fallen, aber sie gibt keinen Aufschluss über die Substanz der Klagen", meinte Baumann. Bislang waren rund 5.200 Klagen gegen den US-Saatgutriesen und Unkrautvernichter-Hersteller Monsanto bekannt.

Bayer-Boss Baumann sieht keinen Anlass für eine Neubewertung der Rechtsrisiken im Fall Glyphosat: “Die Sicherheitsbewertung von Glyphosat hat sich seit dem Zeitpunkt der Übernahme nicht verändert. Wenn das anders wäre und wir feststellen müssten, dass in der Due Diligence etwas übersehen wurde, würden wir reagieren. Das ist aber nicht der Fall”, heißt es im "Handelsblatt"-Interview.

Bayer scheint sich sicher zu sein, dass es zu keinen großen Belastungen durch Schadenersatz-Klagen kommen wird. Rückstellugen für Schadensersatzzahlungen hat Bayer nach Angaben von Finanzchef Wolfgang Nickl bislang nicht gebildet, berichtet "Reuters". Allerdings seinen Rückstellungen für Verteidigungskosten vorgesehen und in den Zahlen zum zweiten Quartal berücksichtigt, die am 5. September veröffentlicht werden.

Bayer hat rund zehn Milliarden Euro an Börsenwert verloren, nachdem vor knapp zwei Wochen ein kalifornisches Gericht Monsanto zu einer Schadensersatzzahlung von 289 Millionen US-Dollar an einen an Krebs erkrankten Mann verurteilte, der seine Erkrankung auf Glyphosat zurückführte. Baumann sagte, Bayer werde das Urteil anfechten und sich dagegen und auch in weiteren Fällen entschieden verteidigen. Ende Oktober werde das nächste Verfahren vor einem Gericht in St.Louis im US-Bundesstaat Missouri starten.

Quellen:

Reuters

Handelsblatt

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Bayer


3 Kommentare

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Kommentare

Blindheit, Ignoranz oder Dummheit mit was ist der arme Mann nur geschlagen, frag ich mich :laugh:

Derjenige der sich halbwegs damit befasst hat, wusste das Glyphosat schon lange ein Thema war, ist und bleiben wird.

und es ist auch absolut nicht verwunderlich, dass das erst nach der Übernahme eines Deutschen Konzerns
an die noch größere Glocke gehängt wird. :rolleyes:

Armes Deutschland, wenn solchen Nieten in Nadelstreifen die Geschicke großer Konzerne lenken.

Kann sich gleich zum Audi Chef Rupert Stadler und anderen Konsorten in die Ecke stellen.

Sehr traurig was da abgeht, in den Vorstandsetagen.

S.
Armer Baumann, liest keine Zeitung, kein Internet und hat anscheinend auch kein Beraterstab, Vorstand, Aufsichtsrat, usw.. Wahrscheinlich befinden die sich alle noch im Dornröschenschlaf ...

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