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ICO Finanzierungsnetzwerke und ICO‘s

27.08.2018, 09:46  |  574   |   |   

Finanzierungsnetzwerke sind ein Thema, das die Grundlagen der Internetökonomie berührt und die Themen Initial Coin Offerings (ICO’s) und  Blockchain integriert. In der Internetökonomie gehen wir davon aus, dass die wirtschaftlichen Bedingungen geprägt sind von Netzwerkstrukturen. Diese Netzwerkstrukturen sind Ausdruck der sich entwickelnden technischen Möglichkeiten und hier ergänzen sich viele Faktoren. So können die Gebiete Künstliche Intelligenz, Machine learning, Blockchain und menschliche Anpassungsfähigkeit eine Lösung für viele finanzwirtschaftliche Problemstellungen bieten. Es ist denkbar, dass Unternehmen in diesen Netzwerken sich nicht nur mit Finanzmitteln versorgen, sondern auch nachhaltige Strukturen entwickeln. Hier könnten also Crowdfunding, Leasing, Factoring und vieles andere mehr den Unternehmen automatisch die Grundlagen für die Realisierung ihrer Geschäftsmodelle bieten. Diese Netzwerke können Größenvorteile realisieren und Informationsasymmetrien verringern und diese Vorteile in den Wert der sog. Utility-Tokens einfließen lassen. Die genauen Ausgestaltungsmöglichkeiten werden in einem demnächst erscheinenden Artikel von mir diskutiert (Den Link finden Sie dann auf meinem blog.meisnerconsult.de).

Die Erfahrungen mit den ICO’s zeigen aber, dass die Qualitätssicherungsprozesse in den Vordergrund gerückt werden müssen. Die Euphorie der letzten Monate ist angesichts zahlreicher Betrugsversuche und der beträchtlichen Volatitiltät der Asset-Werte teilweise als naiv zu bezeichnen. Es werden ICO’s als Wundermittel für einen Anlageerfolg verkauft. Sicher gibt es Studien (so die viel beachtete Studie „Digital Tulips“ von Benedetti/Kostovetsky vom Mai 2018: https://research.bloomberg.com/pub/res/d28giW28tf6G7T_Wr77aU0gDgFQ ), die auf hohe Renditen von über 80 % für einen durchschnittlichen Anleger kommen und die ein erhebliches Underpricing bei den ICO-Projekten ausmachen, doch eine andere kritische Studie der Satis-Group zeichnet einen Scamanteil von fast 80 % an allen geplanten ICO’s (papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3182169) und nur rund 7 % erfolgreiche Projekte aus, allerdings sieht das Bild bei einer Volumenbewertung nach jener Studie anders aus: nur 11% des Fundingvolumens ging an identifiezierte Scams! Bei aller Statistik muss immer berücksichtigt werden, dass einige wenige große Projekte das Gesamtbild verzerren.

Aktuell wird gerade der Fall Envion (siehe Handelsblattartikel von heute - 20.8.18) diskutiert, bei dem Anleger 100 Mio. € in ein Projekt mittels ICO investiert haben, dass kein existierendes Geschäft betreibt.

Dennoch: Netzwerke können über zu setzende Standards die Qualität der angebotenen Finanzierungsmöglichkeiten erheblich erhöhen, die Beweise dazu stehen natürlich noch aus. Eine wichtige Weiterentwicklung der ICO’s können die sogenannten „Decentral Autonome Initial Coin Offerings (DAICO)“ sein, die eine stufenweise Finanzierung eines Projektes vorsehen und somit den Anlegern eine Überprüfung der Fortschritte des Projektes ermöglichen. Die technischen Möglichkeiten über die Blockchain unter Einbezug von Künstlicher Intelligenz sind gegeben. Inwieweit diese angenommen werden, hängt von der Offenheit und dem Vertrauen der Anleger ab sowie von der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Ohne eine klare Regulierung durch die Aufsichtsbehörden können dieses Vertrauen und diese Offenheit nicht entwickelt werden. Die Herausforderungen hier sind beträchtlich, denn eine zu scharfe Regulierung könnte dieser Finanzierungsform den Garaus machen.

In der Praxis arbeitet CONDA an einem solchen Netzwerk, das regulatorisch abgestimmt die Nutzung eines Utility-Tokens ermöglicht, mit dem Services der Finanzierungsplattform bezahlt und organisiert werden können. Details finden Sie bei bei ico.conda.online !

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