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Dieselskandal Volkswagen: Whistleblower-Papier belastet Winterkorn schwer

27.08.2018, 15:16  |  3854   |   |   

Ein Papier des Ex-VW-Managers Bernd Gottweis könnte belegen, dass der damalige VW-Chef Martin Winterkorn schon früher, als er bislang zugab, von den Abgas-Manipulationen wusste.

Ein einzelnes DIN A4-Papier markiert die neue Wendung in der Affäre um Abgas-Manipulationen beim Volkswagen-Konzern. Die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") berichtet, dass der langjährige Ex-VW-Manager Bernd Gottweis den damaligen VW-Chef Winterkorn und weitere Vorstandsmitglieder noch vor dem Bekanntwerden des Abgasskandals mit Informationen vor den Folgen der Manipulationen gewarnt haben will.

Gottweis soll laut "SZ" bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig zu Protokoll gegeben haben, dass Ex-VW-Boss Winterkorn ihn noch am selben Tag angerufen und gesagt habe, dass er das verstanden habe und wen er bei VW deshalb jetzt rausschmeißen solle.

Die Aussage Gottweis‘ widerspricht den Angaben von Winterkorn und des VW-Konzerns. Winterkorn bestreite bislang, vor der Veröffentlichung der Abgas-Manipulationen von den Machenschaften bei VW gewusst zu haben. "Ich verstehe nicht, dass ich nicht früher informiert wurde. Vielleicht habe ich Signale übersehen", sagte Winterkorn vor einem Bundestags-Untersuchungsausschuss. Von Volkswagen heißt es, dass es keinen Anlass gegeben habe, die Aktionäre zu warnen.

Laut dem Protokoll der Staatsanwaltschaft Braunschweig habe Gottweis kurz vor dem Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen in den USA am 18. September 2015 mit seinem Papier innerhalb des Autokonzerns Alarm schlagen wollen. Der Winterkorn-Vertraute gab bei den Staatsanwälten zu Protokoll, das Papier am 14. September 2015 gegen 8 Uhr im Büro von VW-Chef Winterkorn abgegeben zu haben. Gottweis warnte darin, dass mit einer Klageschrift in den USA kurzfristig zu rechnen sei. Auch habe Volkswagen bei den US-Behörden "jegliche Glaubwürdigkeit" verloren. Ferner will Gottweis darüber informiert haben, das ein Produktionsstopp drohe.

Als die US-Behörden aber selbst ihre Erkenntnisse über die Manipulationen bei VW veröffentlichten, brach der Kurs der VW-Aktie ein. VW hatte die Aktionäre erst am 22. September 2015 - mehr als eine Woche nach dem alarmierenden "One-Pager" von Gottweis - und erst nach den Veröffentlichungen der US-Umweltbehörde informiert. Volkswagen drohen jetzt Geldstrafen und Schadenersatzforderungen im Bereich von zweistelligen Milliarden-Beträgen in US-Dollar, so die "SZ".

Quelle:

Süddeutsche Zeitung

 

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