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Marktkommentar: Dr. Harald Preißler (BANTLEON AG): Nicht blenden lassen, auf Sicht fahren!
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Marktkommentar Dr. Harald Preißler (BANTLEON AG): Nicht blenden lassen, auf Sicht fahren!

Nachrichtenquelle: Asset Standard
30.08.2018, 10:25  |  812   |   |   

Für Donald Trump läuft es momentan nicht ganz so gut. Vorsorglich drohte er seinen Gegnern bereits mit einem Finanzmarktcrash.

Gleich mehrere wichtige Berater und Gefolgsleute aus seinem innersten Zirkel wandern für Straftaten ins Gefängnis, die unmittelbar oder zumindest mittelbar im Zusammenhang mit seinem Präsidentschaftswahlkampf stehen. Donald Trump reagiert in gewohnter Manier mit Drohungen.

Im Falle einer Amtsenthebung prophezeit Donald Trump sogar einen Finanzmarktcrash und Massenarmut. Auch die Geldpolitik bekommt wegen der steigenden Zinsen ihr Fett weg, was die Währungshüter aber nicht weiter anficht. Der Straffungszyklus soll vielmehr 2019 fortgesetzt werden.

Es könnte allerdings auch anders kommen, allerdings nicht so, wie Donald Trump es sich wünscht. Nämlich dann, wenn die US-Konjunktur deutlicher an Fahrt verliert – erste Anzeichen hierfür gibt es bereits. Steigende Zinsen wären in diesem Fall nicht nur in den USA vom Tisch. Die Freude in Europa über den handelspolitischen Burgfrieden mit den USA könnte daher schon bald in Ernüchterung umschlagen. Zumal es auch die politischen Risiken, etwa in Italien, in sich haben. Wir raten daher in der Asset Allocation auf Sicht zu fahren.

Gleich mehrere wichtige Berater und Gefolgsleute aus seinem innersten Zirkel wandern für Straftaten ins Gefängnis, die unmittelbar oder zumindest mittelbar im Zusammenhang mit seinem Präsidentschaftswahlkampf stehen. Sein ehemaliger Leib-Anwalt Michael Cohen hat der Justiz volle Kooperation zugesagt, Sonderermittler Robert Mueller wird sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Die Schlinge um den Hals des Präsidenten zieht sich immer enger. Vorsorglich drohte er seinen Gegnern bereits mit einem Finanzmarktcrash und Massenarmut, sollte es tatsächlich zu einer Amtsenthebung kommen. In diesem Zusammenhang knöpfte sich Trump auch gleich noch die Fed vor, die mit ihren Zinserhöhungen der Wirtschaft schade. Das hatte er zu Wahlkampfzeiten noch ganz anders gesehen, damals hatte er die Tiefzinspolitik als Gefälligkeit gegenüber der Obama-Administration gegeisselt.

Die Währungshüter konterten die Kritik beinahe trotzig mit der Ankündigung, die Leitzinsen im September zum achten Mal in diesem Zyklus anzuheben (auf 2,00% bis 2,25%) – aller Voraussicht nach gefolgt von einem neunten Schritt im Dezember. Wie es dann im nächsten Jahr weitergeht, hängt von der konjunkturellen Entwicklung ab. Das FOMC selbst rechnet mit einer Fortsetzung des Zyklus, angesichts des dann erreichten neutralen Zinsniveaus könnte das Straffungstempo (gemäss »Dot-Plot«) aber gedrosselt werden.

Wir teilen diese Erwartung – das Risikoszenario ist allerdings, dass die Fed 2019 keine weiteren Zinserhöhungen mehr vornehmen kann. Schon jetzt treibt die markante Verflachung der Zinskurve vielen Zentralbankern den Angstschweiss auf die Stirn, folgte doch in der Vergangenheit auf eine Inversion regelmässig eine Rezession.

Hinzu kommt, dass die konjunkturellen Frühindikatoren ihren Höhenflug in den Sommermonaten beendet haben. Die Steuergeschenke vom Jahresbeginn verlieren schneller als gedacht an Wirkung, eine Entwicklung, die vom scharfen handelspolitischen Konfrontationskurs des Weissen Hauses beschleunigt wurde. Ausserdem hinterlassen die gestiegenen Zinsen Bremsspuren am Immobilienmarkt und in der Bauwirtschaft. Die Weichen für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA sind daher gestellt, die Frage ist nur, wie ausgeprägt die Abschwächung ausfällt. Je näher die Nulllinie rückt, umso mehr Trümpfe halten die Zins-Tauben in Händen.

In Europa ist die Freude über den im Juli erkämpften handelspolitischen Burgfrieden mit der Trump-Administration zwar nach wie vor gross. Die Ernüchterung dürfte indes schon bald einsetzen, wenn sich zu den schwächeren Wirtschafsdaten aus China und anderen Schwellenländern auch noch Sorgen über die US-Konjunktur gesellen. Selbst ohne Autozölle wird das Umfeld für die hiesige Exportwirtschaft schwieriger.

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