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Marktkommentar: Steven Andrew (M&G): Britische Sparer
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Marktkommentar Steven Andrew (M&G): Britische Sparer

Nachrichtenquelle: Asset Standard
30.08.2018, 11:05  |  762   |   |   

Britische Sparer sollten sich über ihre Ausrichtung auf den Heimatmarkt sorgen – aber nicht aufgrund des Brexit

Britische Anleger legen einen höheren Anteil ihres Einkommens für die Altersvorsorge an, als viele andere Europäer. Jedoch könnte eine zu starke Ausrichtung auf den Heimatmarkt ein Problem werden.

Eine umfangreiche Studie, die letzten Monat veröffentlicht wurde, belegt, dass britische Anleger, die sich noch nicht im Ruhestand befinden, einen höheren Anteil ihres Einkommens für die Altersvorsorge zurücklegen als die Bewohner in vielen anderen Teilen Europas. Bevor wir jedoch mit dem Feiern beginnen, gibt es zwei wichtige Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt.

Erstens gibt es Schätzungen, dass Großbritannien immer noch eine erhebliche Altersvorsorgelücke aufweist (die Altersvorsorgelücke ist der Unterschied zwischen den tatsächlichen Beträgen, die für die Altersvorsorge zurückgelegt werden, und der angenommenen Summe, die man für einen sorgenfreien Ruhestand braucht).

Zweitens – und das ist noch viel wichtiger – ist es die Art und Weise, wie dieses Geld vor und nach dem Renteneintritt angelegt wird, die wirklich ausschlaggebend dafür ist, wie sorgenfrei der Ruhestand sein wird. Bei der Finanzierung eines langen und gesunden Ruhestands muss eine konsistente und nachhaltige Ertragsgenerierung beachtet werden – nicht nur auf kurze Sicht, sondern über einen Zeitraum von vielen Jahren. Wenn man seine Erträge aus zu wenigen Quellen bezieht, sind beide Zielsetzungen stärker gefährdet.

Hier kann eine zu starke Ausrichtung auf den Heimatmarkt zu einem Problem werden. Es wurde bereits viel darüber diskutiert, wie diese Neigung, die auf Vertrautheit und Verfügbarkeit basiert, unzulängliche Anlageerträge zur Folge haben kann, doch die Risiken für britische Sparer, die dieses Verhalten an den Tag legen, können in der kommenden Zeit erheblich sein. Diese Risiken drehen sich zudem nicht nur um den Brexit, sondern sie sind eine Folge der aktuellen Struktur und der Bewertungen an den britischen Anleihen- und Aktienmärkten.

Ein riskanter Staatsanleihenmarkt…

In den vergangenen fünf Jahren sind britische Staatsanleihen für Anleger, die regelmäßige Erträge anstreben oder sich einfach auf die sicheren Eigenschaften dieser Anlageklasse für die Portfoliokonstruktion verlassen wollen, immer unattraktiver geworden. Britische Staatsanleihen erzielen nicht nur viel niedrigere Renditen als ihre US-amerikanischen Pendants, sondern sie bergen auch das Risiko von erheblichen Kapitalverlusten, falls sich die Zinsen in Großbritannien normalisieren.


M&G-Grafik: Renditevorteil von US-Staatsanleihen


Eine Annäherung der britischen Renditen an die Renditen von US-Staatsanleihen (ein keineswegs ungewöhnliches Phänomen) würde Inhabern von 10-jährigen britischen Staatsanleihen einen Kapitalverlust von etwa 12% bescheren.

…und Aktienerträge, die einige Gefahren bergen

Im Gegensatz dazu scheint der britische Aktienmarkt ein guter Ort für die Geldanlage zu sein, wenn man regelmäßige Erträge anstrebt: Große bekannte Unternehmen zahlen großzügige Dividenden, die nach der Unsicherheit rund um den Brexit aus Renditegesichtspunkten sogar noch attraktiver geworden sind.


M&G-Grafik: Renditevorteil bei britischen Aktien?


Die Quellen für regelmäßige Erträge am britischen Aktienmarkt sind jedoch äußerst konzentriert. Fast die Hälfte der ausgeschütteten Dividenden wird von gerade einmal zehn Unternehmen generiert.


M&G-Grafik: Konzentrierte Dividenden


Diese hohen Dividendenrenditen bergen auch ihrerseits Risiken. Die Währung ist eines davon. Ein bedeutender Anteil an den Dividenden des FTSE 350 wird von Konten deklariert, die nicht auf Pfund Sterling lauten. Daher kann die tatsächliche Zahlung in GBP deutlich schwanken, vor allem in einem Umfeld, in dem die Brexit-Unsicherheit erhöhte Währungsschwankungen verursachen könnte.


M&G-Grafik: Schwaches GBP hat britische Dividenden unterstützt

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