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Medizin Bundesregierung braucht mehr (Medizinal)-Cannabis

31.08.2018, 12:27  |  9599   |   |   

Im März 2017 erfolgte in Deutschland die Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken - zuvor war es nur in Ausnahmefällen möglich Medizinalcannbis zu Therapiezwecken zu erhalten. Nun soll die Importmenge aus den Niederlanden deutlich erhöht werden: von 700 kg auf 1,5 Tonnen pro Jahr.

Das Bundesministerium für Gesundheit konstatiert: "Das Gesetz zeigt seine positive Wirkung. Das belegt auch die steigende Zahl an genehmigten Anträgen auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen". Im vergangenen Jahr hatten rund 20.000 Patienten einen Antrag eingereicht, von denen 60 Prozent grünes Licht bekamen.

Parallel zur Legalisierung von Medizinalcannabis plante die Bundesregierung über die neue Cannabisagentur den Anbau in Deutschland. Eine neue Ausschreibung für in Deutschland angebautes Cannabis wurde am 20. Juli 2018 veröffentlicht. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit wird mit der ersten Ernte und Verarbeitung von getrockneten Blüten im Jahr 2020 gerechnet. 

Somit werden die Patienten vorerst weiterhin mit Cannabis ausländischer Produzenten versorgt. Zu den Voraussetzungen heißt es: "Grundsätzlich kann Medizinalcannabis aus jedem Land importiert werden, das den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken nach den hierfür geltenden völkerrechtlichen Vorgaben unter hinreichender staatlicher Kontrolle durchführt und Cannabis in standardisierter Arzneimittelqualität anbieten kann".

Aktuell kommt Cannabis für medizinische Zwecke aus den Niederlanden und Kanada. Über die bezogene Menge heißt es vom Bundesministerium für Gesundheit: "Ab 2017 wurden ca. zwei  Drittel der Gesamtmenge aus Kanada und ein Drittel aus den Niederlanden bezogen". Konkret belief sich die im ersten Halbjahr 2018 importierte Gesamtmenge auf 1.620 kg und übertrifft damit die Gesamtmenge von 2017. Somit dürfte die von der Bundesregierung geschätzte Menge von 2.600 kg pro Jahr durchaus realistisch sein. Ferner gab das Bundesministerium für Gesundheit bekannt, dass rund 30 verschiedene Sorten medizinischer Cannabisblüten in standardisierter Qualität bezogen werden. 

Im jüngsten Jahresbericht des Bundesversicherungamts heißt es über die Vergabepraxis von Medizinalcannabis in Deutschland: "Das Bundesversicherungsamt konnte grundsätzlich feststellen, dass die Krankenkassen ihre Entscheidungen, ob eine Genehmigung erteilt werden kann, verantwortungsgemäß an den vom Gesetzgeber vorgesehenen Anspruchsvoraus­setzungen ausrichten und in der Regel den Medizinischen Dienst hinzuziehen". Laut den Recherchen des Deutschen Ärzteblattes sind die Ausgabe der gesetzlichen Krankenversicherungen für Medizinalcannabis deutlich gestiegen, denn allein im April 2018 lag der Bruttoumsatz bei 5,36 Millionen Euro. 

Die großen kanadischen Hersteller von Medizinalcannabis sind oftmals börsennotierte Unternehmen. Hierzu gehören laut Clearstream: Aurora Cannabis, Aphria, Canopy Growth, Emerald Health Therapeutics, Maple Leaf Green und Veritas Pharma. Die CEOs der wichtigsten kanadischen Produzenten werden sich am 21. und 22. Oktober 2018 in Frankfurt den Fragen der Anleger bei der 3CM Konferenz stellen.  

 

 

 

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