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Staatsanleihen: Balkan viel beliebter als Italien

31.08.2018, 12:58  |  3078   |   |   

Verblüffend: Italienische Staatsanleihen verkaufen sich schlechter als einige Anleihen von Balkan-Staaten. Was steckt dahinter?

Die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihe ist seit Mitte Mai von zeitweise 2,217 Prozent auf zurzeit 3,181 Prozent um rund 43 Prozent gestiegen. Im Vergleich zur Italien-Rendite von 3,181 Prozent notiert die Rendite der albanischen fünfjährigen Staatsanleihe bei 1,60 Prozent. Der fünfjährige Staatsbond aus Mazedonien weist sogar eine Rendite von nur 0,97 Prozent auf. Montenegro kommt auf 1,67 Prozent.

Die geringen Renditen von Albanien, Mazedonien und Montenegro stehen im eklatanten Gegensatz zur viel geringeren Wirtschaftskraft gegenüber Italien. Schaut man sich zum Thema Kreditwürdigkeit die Länderratings von "Standard & Poor’s" ("S&P") an, wird Italien, eine der größten Volkswirtschaften der EU, mit der Ratingnote "BBB" im Investment Grade-Bereich bewertet. Albanien und Montenegro schaffen es nur auf "B+", Mazedonien immerhin auf "BB-". Aber alle drei Balkanstaaten liegen im Non-Investment Grade-Bereich - keine Kaufempfehlung von der Ratingagentur.

Grund für das scheinbar paradoxe Verhalten der Anleger ist die Vermutung, dass zum Beispiel Albanien und Mazedonien derzeit mehr und ernsthaftere Anstrengungen unternehmen, EU-Standards wie Schuldengrenzen und Haushaltsdisziplin einzuhalten, als Italien. Albanien, Mazedonien und Montenegro wollen in die EU, um vom größten Binnenmarkt der Welt zu profitieren.

In Italien muss die neue Regierung im September mit ihrem Haushaltsplan erst noch beweisen, wie ernst sie es mit den europäischen Standards meint. Bislang haben die italienischen Regierungsparteien wirtschaftspolitisch wenig erreicht, aber teure Wahlversprechen gemacht. Dabei ist Italien hochverschuldet und muss darum ringen, das Vertrauen der internationalen Anleger nicht zu verlieren.

Im Mai und Juni kam es bereits zu Verkäufen von italienischen Staatsanleihen auf Rekordniveau. Immer mehr Anleger kehren dem hochverschuldeten Land den Rücken zu.

Quellen:

FAZ

Investmentsparen.net

 

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