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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - Londons Börse sackt auf Viermonatstief
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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss Verluste - Londons Börse sackt auf Viermonatstief

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
31.08.2018, 18:46  |  547   |   |   

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die internationalen Handelskonflikte haben Europas Börsen am Freitag erneut zugesetzt und ihnen auch den gesamten Monat August verhagelt. Der britische Leitindex fiel sogar auf ein Viermonatstief. "Die Bedrohung des globalen Wachstums durch die angeschlagenen Handelsbeziehungen zwischen den USA und China bleibt der Dreh- und Angelpunkt an den Märkten", sagte Marktanalyst Dean Popplewell vom Währungsbroker Oanda.

Der EuroStoxx 50 schloss mit minus 1,11 Prozent auf 3392,90 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Auf Wochensicht verbuchte der Leitindex der Eurozone damit einen Verlust von 1 Prozent und auf Monatssicht von 3,7 Prozent. Der französische Cac 40 gab am Freitag um 1,30 Prozent auf 5406,85 Punkte nach.

Der FTSE 100 in London büßte 1,11 Prozent auf 7432,42 Punkte ein und schloss auf dem tiefsten Stand seit Ende April. Im Wochenverlauf stand ein Verlust von knapp 2 Prozent zu Buche, im Monatsverlauf sogar einer von etwas mehr als 4 Prozent.

US-Präsident Donald Trump will laut der Nachrichtenagentur Bloomberg in der kommenden Woche die nächste Eskalationsstufe im Handelsstreit mit China aktivieren. Mit Verstreichen der Frist am 6. September soll es weitere Zölle auf Waren im Wert von nochmals 200 Milliarden US-Dollar geben, berichtete Bloomberg unter Berufung auf sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zudem ließ Trump die EU mit ihrem Angebot einer gegenseitigen Abschaffung von Autozöllen abblitzen und wiederholte seine früheren Worte: "Die EU ist fast so schlimm wie China, nur kleiner."

Analyst Christian Henke von IG Markets verwies zudem auf die heftigen Verluste von Schwellenländerwährungen, die die Anleger ebenfalls vorsichtig stimmten. "Nun geht an den Börsen die Angst umher, dass die Währungskrise in der Türkei auf weitere Emerging Markets überspringt."

Bis auf die Reise- und Freizeitbranche gaben alle anderen 18 Sektoren in Europa nach. Dass sich diese als einzige hielt, war vor allem den Aktien von Whitbread zu verdanken, die um 14,3 Prozent zulegten. Der britische Hotellerie- und Gastronomiebetreiber verkauft seine Kaffeehauskette Costa Coffee an den US-Limonadenhersteller Coca-Cola für 5,1 Milliarden US-Dollar. Das komme früher als erwartet, sagten Analysten und erwarten, dass der Erlös größtenteils an die Aktionäre fließen wird.

Die deutlichsten Verluste erlitt mit minus 1,6 Prozent die Autobranche nach Trumps zurückgewiesenem EU-Vorschlag. Auf Monatssicht beläuft sich das Minus sogar auf 5,6 Prozent. Größere Verluste hatte sie im bisherigen Jahresverlauf nur im Juni erlitten. Damals war es - ebenfalls auf Grund von Zollandrohungen - um 9,6 Prozent abwärts gegangen.

Die meisten Bauwerte litten unter einem negativen Kommentar der US-Bank Merrill Lynch. Eine Ausnahme bildeten hier die Papiere von Saint Gobain , die um rund 2 Prozent anzogen. Sie waren von Merrill Lynch von "Underperform" auf "Buy" und damit gleich um zwei Stufen angehoben worden. Die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim hingegen waren von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft worden, woraufhin es für sie in Zürich um 2,4 Prozent abwärts ging.

Am Schweizer Aktienmarkt standen noch die Aktien des Uhrenherstellers Swatch unter Druck. Sie büßten 3,30 Prozent ein, nachdem die Investmentbank UBS ihre Kaufempfehlung für die Papiere strich. Die positiven Erwartungen seien inzwischen im Kurs reflektiert. Aktuell nähmen eher die Risiken zu, hieß es./ck/nas

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