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Investieren in Gold – der komplette Guide für Einsteiger

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
01.09.2018, 10:00  |  1254   |   |   

Man stellte sich mal vor, man steht in einem Bach, hat eine Metallpfanne in den Händen und hofft verzweifelt, einen kleinen gelben Schimmer zu erblicken. Dieser Schimmer wäre dann Licht, das von Gold reflektiert wird, jenem Metall, für das sich Anfang der 1850er Jahre unzählige Menschen über einen ganzen Kontinent bewegt haben. Aber warum nur? Was ist so besonders an Gold, dass die Menschen dafür bereit waren, ihr gewohntes Leben aufzugeben, in der Hoffnung, dieses Edelmetall zu finden? Und, was noch wichtiger ist, warum nimmt Gold in unserer globalen Wirtschaft immer noch einen so wichtigen Platz ein? Hier nun mal eine Einführung zu Gold, die äußerst sinnvoll ist, wenn man mit dem Gedanken spielt, in das Edelmetall zu investieren. Wir werfen auch einen Blick auf die verschiedenen Arten, wie man in Gold investieren kann – etwa über Schmucks Münzen, Goldbarren, Goldbescheinigungen, Indexfonds (ETFs), Investmentfonds, Terminkontrakte, Goldbergbauaktien, Gold-Streaming und Lizenzunternehmen. Abschließen untersuchen wir, welche die Goldanlagestrategie für Anfänger sind.

Was überhaupt ist Gold?

Gold ist ein Element, gehört zur Gruppe der Metalle, in der Chemie lautet das Symbol „Au“. Es ist sehr weich und formbar. Tatsächlich kann eine einzige Unze Gold zu einem dünnen Blatt von bis zu 5 Quadratmetern geschlagen werden. Die Dicke dieses sogenannten Blattgolds wäre geringer als die Dicke eines menschlichen Haares. Die Formbarkeit von Gold ist einer der Hauptgründe, warum es für die Herstellung von Schmuck verwendet wird. Es ist so weich, dass es mit anderen Metallen gemischt werden muss, um seine Festigkeit zu erhöhen, damit es dem täglichen Gebrauch standhalten kann. Gold ist auch ein guter Leiter, eine Eigenschaft, die in der jüngeren Geschichte bei der Nutzung von Elektrizität eine große Rolle gespielt hat.

Jede Unze Gold ist im Grunde jeder anderen Unze Gold gleich. Es gibt keine Möglichkeit für ein Unternehmen, mit dem Gold, das es produziert, einen einzigartigen Wert zu schaffen. Und als solches ist Gold ein Rohstoff, der auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage gehandelt wird. Physisches Gold wird in der Regel in Form von Goldbarren gehandelt, die einfach ein Goldbarren oder eine Goldmünze sind, die mit der Menge an Gold, die es enthält, sowie der Reinheit des Goldes gestempelt ist. (Barren unterscheiden sich vor allem darin von Münzen, dass alle Barren in der Regel gleich sind, Münzen hingegen durch ihre Prägung bestimmte Sammlerstücke sind, die nochmal eine andere Form der Nachfrage unterliegen. Die Prägung ist oft wichtiger als der Goldgehalt.)

Wie viel Gold gibt es?

Gold ist in der Natur zwar reichlich vorhanden, aber schwer zu gewinnen. So enthält Meerwasser Gold — aber in solch geringen Mengen, dass die Gewinnung mehr kosten würde als der Ertrag. Es gibt also einen großen Unterschied zwischen der Verfügbarkeit von Gold und den weltweiten Goldvorräten. Das World Gold Council schätzt, dass heute rund 190.000 Tonnen Gold oberirdisch verwendet werden und noch rund 54.000 Tonnen Gold, die nach heutiger Fördertechnik wirtschaftlich aus der Erde gewonnen werden können. Aber Fortschritte bei den Fördermethoden oder wesentlich höhere Goldpreise könnten diese Zahl ändern. So wurde Gold in der Nähe von Unterwasser-Thermalschächten in Mengen entdeckt, die vermuten lassen, dass sich eine Förderung lohnt – wenn denn der Goldpreis auf ein Level steigt, das die Wirtschaftlichkeit des Bergbaus gewährleistet.

Wie gewinnt man Gold?

Wie genau kommt Gold aus dem Boden zu den Menschen? Einst war Goldwäsche – also das Waschen von schlammigen Flusswasser in Pfannen – die gängige Praxis, heutzutage aber wird das Edelmetall im Allgemeinen aus dem Boden gefördert. Auch wenn es reine Goldminen gibt, findet man es in der Regel doch bei anderen Metallen, etwa zusammen mit Silber oder Kupfer. So kann ein Bergmann tatsächlich Gold als Nebenprodukt seiner anderen Förderungen aus dem Boden holen – oder aber man konzentriert sich ausschließlich auf Gold und holt Silber und Kupfer als Nebenprodukte aus dem Boden.

Bergleute beginnen damit, einen Ort aufzuspüren, von dem sie annehmen, dass dort Gold in derart ausreichenden Mengen vorhanden ist, dass sich die Förderung lohnt. Dann müssen die Kommunen und Behörden dem Unternehmen die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Mine erteilen. Die Erschließung einer Mine ist ein gefährlicher, teurer und zeitaufwändiger Prozess mit wenig bis gar keinem wirtschaftlichen Ertrag, bis die Mine schließlich in Betrieb ist – was manchmal ein Jahrzehnt oder gar länger dauern kann.

Die größten Anfangsrisiken nach der Inbetriebnahme einer Mine sind, dass das Gold nicht ausreichend vorhanden ist, oder dass die Förderung Schwierigkeiten macht. Während des Bergbaus gibt es alle möglichen betrieblichen Probleme zu lösen, vom Umgang mit dem Personal bis hin zur Gefahr von Katastrophen wie dem Zusammenbruch einer Mine oder tödlichen Gaslecks. Und wenn das gesamte Gold, das wirtschaftlich gewonnen werden kann, einmal abgebaut ist, müssen die Bergleute die Mine schließen und das Gelände wieder in den Zustand zurückversetzen, in dem sie es einst vorgefunden haben.

Bergbau ist also kein einfaches Geschäft. Aber wenn man an eine frische Unze Gold will, hat man eigentlich keine andere Wahl.

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