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KUKA oder iRobot: Welche Roboter-Aktie ist die bessere?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.09.2018, 08:53  |  1150   |   |   

Es gibt einige Megatrends, bei denen man sich nur schwer vorstellen kann, dass sie gebrochen werden oder sich umkehren. Die Automatisierung von Prozessen durch Roboter gehört in meinen Augen zweifelsfrei dazu.

Als Anleger steht man nun vor der Frage, ob man lieber in Anbieter von Industrierobotern oder in Anbieter von Haushaltsrobotern investieren möchte. Beide Märkte sind sehr interessant und haben sicherlich noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

Ich werde nun zwei Unternehmen vergleichen, die in jeweils einem dieser Märkte erfolgreich operieren: die deutsche KUKA (WKN: 620440) als großer Mitspieler im Bereich Industrieroboter und Anlagenbau und die US-amerikanische iRobot (WKN: A0F5CC) als Marktführer im Haushaltsroboter-Segment. Los geht´s!

Was machen die Unternehmen genau?

KUKA stellt Industrieroboter und Produktionsanlagen für Industrieunternehmen her. Das Unternehmen fokussiert sich dabei besonders auf das Automobilsegment, beliefert aber auch weitere Industriesparten wie Metallverarbeitung, Gesundheitswesen und Luftfahrt. 52 % seiner Umsätze erzielte KUKA im Jahr 2018 bisher im Automobilbereich, hier ist das Unternehmen Marktführer.

Intern ist KUKA in die Geschäftsbereiche Robotics (Industrieroboter samt Steuerung und Software), Systems (Planung, Projektierung und Errichtung ganzer Produktionsanlagen) und Swisslog (automatisierte Logistik in den Bereichen E-Commerce, Konsumentengüter und Gesundheitswesen) unterteilt.

Wichtig zu wissen ist, dass KUKA zu 94,6 % dem chinesischen Konzern Midea gehört, somit ist nur ein geringer Anteil der Aktien im Streubesitz kleinerer Investoren.

iRobot ist ein globaler Hersteller von Haushaltsrobotern zur Reinigung (Robotic Vacuum Cleaners, kurz RVC). Als bekannte Produkte sind der Saugroboter Roomba sowie der Wischroboter Braava zu nennen. Insbesondere der Roomba ist für iRobot eine echte Cash-Cow.

iRobot ist Marktführer in allen Regionen der Welt und hat besonders in Nordamerika sowie im Raum Europa, naher Osten und Afrika eine extrem starke Führungsposition inne. Das Unternehmen ist außerdem sehr innovativ und macht seine Roboter immer intelligenter und effizienter. Das sollte dabei helfen, die starke Marktposition zu halten, obwohl sich der Wettbewerb sicher intensivieren wird.

Für mich geht dieses Duell unentschieden aus, da beide Unternehmen über gute Marktpositionen verfügen. KUKA ist breiter aufgestellt und hat dafür weniger Marktanteile, während iRobot in seiner kleineren Nische unangefochten ist. Beide erhalten je einen Punkt.

Welche Wachstumschancen haben die Unternehmen?

In der Automobilbranche liegt der Einsatz von Robotern um ein Vielfaches höher als in den anderen von KUKA belieferten Branchen, was sich in Zukunft jedoch angleichen soll. Das ist gut für KUKA, denn in den übrigen Industrien lag die Marge bisher drei mal so hoch wie im Automobilbereich!

In Bezug auf die Regionen werden in China und den Emerging Markets – namentlich besonders Brasilien und Indien – Roboter bisher viel weniger eingesetzt als in den entwickelten Industriestaaten. Daher hat das Unternehmen die Emerging Markets und China als besonders wichtige Märkte identifiziert. Im chinesischen Markt hat KUKA durch Midea einen besonders einfachen Marktzugang.

KUKA rechnet im Jahr 2020 mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von mindestens 300 Mio. Euro, was einer glatten Verdopplung von 2017 aus gleichkommen würde! Die jährliche EBIT-Wachstumsrate läge bei 26,5 %. Auch nach 2020 sollten die Umsatz- und Gewinnsteigerungen noch anhalten, da KUKA wie eben schon angedeutet viele breit gestreute Wachstumspotenziale sieht.

iRobot ist durch seine marktführende Position hervorragend aufgestellt, um ein ganz großes Stück vom RVC-Kuchen abzubekommen. Das wird besonders deutlich, wenn wir uns exemplarisch die Marktdurchdringung von iRobot-Geräten in den USA ansehen. Elf Millionen Haushalte besitzen bereits ein solches Gerät, mittelfristig rechnet iRobot mit weiteren 27 Millionen Haushalten, die sich ein solches Gerät zulegen werden. Die Gesamtzahl des US-Haushalte lag 2016 sogar bei 125 Millionen, das wirkliche langfristige Potenzial liegt also noch weitaus höher!

Der günstigste Saugroboter von iRobot, der Roomba 675, ist in den USA momentan für 300 US-Dollar erhältlich. Multiplizieren wir diese 300 US-Dollar mit den 27 Mio. Haushalten, erhalten wir ein mittelfristiges Umsatzpotenzial von mindestens 8,1 Mrd. US-Dollar – alleine in den USA. Zum Vergleich: iRobots Umsatz im Jahr 2017 lag bei knapp 884 Mio. US-Dollar!

Beim Gewinn rechnen Analysten in den nächsten vier Jahren mit einem Wachstum von 25 % im Jahr – angesichts der angesprochenen Umsatzpotenziale eine eher konservative Schätzung.

Beide Unternehmen haben somit tolle Wachstumsaussichten. Ich betrachte iRobots Möglichkeiten aber als noch besser als die von KUKA, daher geht der Punkt hier an iRobot.

Wie sehen die Zahlen aus?

KUKA erzielte 2017 einen Umsatz von 3,48 Mrd. Euro und konnte damit in den vergangenen fünf Jahren seine Umsatzerlöse um knapp 15 % im Jahr steigern. Ohne die große Swisslog-Übernahme lag die Wachstumsrate bei 10 %. Die EBIT-Marge lag 2017 bei 3,0 %, was etwas mager ist – vor allem, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen nur 3,7 % seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert hat. Der Free Cashflow (der Zufluss von Geld nach Investitionen) lag durch hohe Sachinvestitionen bei -135,7 Mio. Euro oder -3,9 % der Umsätze. Hier sehe ich gerne einen positiven Wert, da das anzeigt, dass das Unternehmen seine Investitionen aus dem laufenden Geschäft tätigen kann.

In der Bilanz von KUKA sehen wir eine Eigenkapitalquote (der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme) von 32,8 %. Die Eigenkapitalquote ist ein Maß dafür, wie solide ein Unternehmen finanziert ist, und ist für meinen Geschmack hier etwas zu niedrig (ich sehe gerne Werte über 50 %).

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