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Mangelnde Personalisierung Strategiefehler bei Netflix?

03.09.2018, 12:20  |  14511   |   |   

Ein US-Experte sieht bei Netflix einen großen Strategiefehler. Ist das der Anfang vom Ende des Netflix-Booms?  

Seit Jahren kannte die Aktie des US-Streamingdiensts Netflix nur eine Richtung: nach oben. Ende August 2018 warnte jedoch ein US-Experte vor einem großen Strategiefehler bei Netflix, der dem Unternehmen die Marktführerschaft kosten könnte.

Netflix

Gegenüber dem US-amerikanischen Finanz- und Börsenportal "TheStreet" erklärte Per Sjofors, CEO der Unternehmensberatung Atenga Insights, dass der Content von Netflix nicht genügend personalisiert und das Preismodell zu unflexibel sei: "Was passieren wird ist, dass es in Zukunft viele Angebote für Streaming-Kunden geben wird, genau wie beim Kabelfernsehen. Es wird eine Kannibalisierung geben, und hier könnte Netflix verlieren, weil sie ihren Inhalt nicht diverzifiziert haben".

Bei Netflix zahlt der Nutzer pro Gerät eine monatliche Gebühr und hat dann Zugriff auf eine begrenzte Auswahl an Filmen und Serien. Der Content von Netflix sei dabei ein "homogener Haufen von Filmen", so Sjofors. Die Konkurrenz sei Netflix in Sachen personalisiertem Content überlegen. Bei Amazon und Youtube kann der User beispielsweise individuell angepasste Kanäle und Inhalte hinzubuchen. Bei Youtube sind nahezu alle Filme verfügbar, die der Nutzer für eine einmalige Gebühr anschauen kann. "Die Leute sind bereit, mehr Geld zu zahlen, um genau die richtigen Inhalte zu erhalten, die ihren Interessen entsprechen", so Sjofors.

Trotzdem ist Netflix weiterhin in den USA Marktführer. Laut einer CNBC-Umfrage vom Mai 2018 haben 51 Prozent der US-Haushalte Netflix abonniert, gefolgt von Amazon Prime Video mit 33 Prozent und Hulu mit 14 Prozent. Allerdings war lag die Zahl der neuen Netflix-Abonnenten im zweiten Quartal 2018 erstmals unter den eigenen Prognosen. Weltweit nutzen 130 Millionen Menschen derzeit Netflix, so Statista.com.

Problematisch an der Preisgestaltung von Netflix sei zudem, dass der Konzern sein derzeitiges Preisniveau wohl kaum dauerhaft halten kann. Experten gehen davon aus, dass Netflix in diesem Jahr fast 13 Milliarden US-Dollar für neue Film- und Serienproduktionen investieren wird. Bei Amazon sind es lediglich 5 Milliarden US-Dollar. Um Geld zu sparen, experimentiert Netflix bereits mit neuen Preis-Modellen. Sogar das Ende der Werbefreiheit stehe zur Debatte.

Die Netflix-Aktie liegt an den deutschen Börsen am Montagmorgen leicht im Plus. Eine Aktie kostet momentan fast 318 Euro (Stand: 03.09.2018, 11:07:30 Uhr, Tradegate).

Quellen:

TheStreet

Statista

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