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Aktien Frankfurt: Anleger scheuen Handelszwist und Währungsturbulenzen
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Anleger scheuen Handelszwist und Währungsturbulenzen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
03.09.2018, 12:11  |  799   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Laune der Anleger am deutschen Aktienmarkt bleibt angesichts der internationalen Handelsstreitigkeiten und der Währungsturbulenzen in Schwellenländern getrübt. Der Dax knüpfte am Montag an seinen schwachen Vorwochenschluss an und fiel bis zum Mittag um 0,30 Prozent auf 12 326,40 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab ebenfalls moderat nach.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax trat am Mittag bei 26 892,43 Punkten nahezu auf der Stelle. Gefragt waren dagegen Technologiewerte. Der TecDax konnte die Verlustzone hinter sich lassen, er rückte zuletzt um 0,42 Prozent auf 3025,39 Zähler vor.

Konjunkturdaten aus Europa brachten zum Start in den neuen Börsenmonat September kaum Neuigkeiten. Demnach hat sich die Stimmung in der Industrie in der Eurozone im August erwartungsgemäß eingetrübt. Zudem fehlten Impulse der großen Investoren aus den USA, da die Börsen dort wegen eines Feiertags zum Wochenstart geschlossen bleiben.

"Risiken, wohin man schaut", titelte Marktkenner Milan Cutkovic von Axitrader Bei den Börsianern rückte insbesondere die Währungskrise in der Türkei wieder in den Blick: Nachdem die Teuerungsrate dort wegen des Lira-Verfalls im August den höchsten Stand seit gut 15 Jahren erreicht hat, kündigte die türkische Notenbank nun geldpolitische Maßnahmen für ihre Septembersitzung an.

An der Handelsfront goss US-Präsident Trump weiteres Öl ins Feuer. Am Wochenende drohte er dem Kongress im Ringen um ein neues Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada überraschend damit, das Abkommen komplett aufzukündigen. Marktteilnehmer befürchten nach entsprechenden Berichten aus der vergangenen Woche auch, dass Trump den Handelsstreit mit China in den kommenden Tagen durch die Verhängung neuer Strafzölle weiter eskalieren lassen könnte.

Axitrader-Experte Cutkovic schätzt, dass danach Trumps Fokus von China schnell wieder zu den EU-Importen wechseln könnte. "Strafzölle auf europäische Autos sind noch immer möglich." In der vergangenen Woche hatte der US-Präsident den Vorschlag der Europäer als nicht gut genug abgeschmettert, künftig gegenseitig keinerlei Autozölle mehr zu erheben.

Solche Befürchtungen belasten zuletzt die Kurse der Autobauer und ihrer Zulieferer wieder. Die deutschen Autobauer stellten zum Wochenstart die größten Verlierer im Dax. Volkswagen -Papiere gaben am Index-Ende um mehr als zwei Prozent nach. BMW und Daimler fielen um mehr als 1 Prozent.

Daneben sorgten vor allem Analystenstudien für Bewegung. Aktien des Online-Marktplatzbetreibers Scout24 gehörten mit einem Aufschlag von mehr als eineinhalb Prozent zu den MDax-Favoriten. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung durch die britische Investmentbank HSBC. Analyst Christopher Johnen lobte, dass die Preismacht des Unternehmens dessen dynamisches Gewinnwachstum stütze.

Ein positives Votum durch die Schweizer Bank UBS schob die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag an: Sie verteuerten sich um mehr als eineinhalb Prozent. Nach fünf durchwachsenen Jahren rechnet Analyst Rory McKenzie nun wieder mit einem nachhaltigem einstelligen Wachstum beim operativen Ergebnis des Unternehmens.

Aktien des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus wurden dagegen nach einer negativen Analystenstimme im SDax weit nach hinten durchgereicht, sie gaben knapp 7 Prozent nach. Nach Einschätzung der Commerzbank kann der Kabelnetzbetreiber Liquiditätsprobleme wohl umschiffen, muss dafür aber möglicherweise Investitionen kürzen und neue Schulden machen.

Im TecDax zogen sich die Investoren nach dem Abgang des Medigene -Finanzvorstands Thomas Taapken zurück. Nach anfänglichen Verlusten um fast fünf Prozent lag der Kurs des Biotechunternehmens zuletzt noch mit knapp einem Prozent im Minus. Taapken geht aus nicht näher genannten persönlichen Gründen, die Suche nach einem Nachfolger läuft an./tav/mis

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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