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Marktkommentar: Sukumar Rajah (Franklin Templeton): Ausblick für Indien nicht aus der Bahn
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Marktkommentar Sukumar Rajah (Franklin Templeton): Ausblick für Indien nicht aus der Bahn

Nachrichtenquelle: Asset Standard
05.09.2018, 10:35  |  749   |   |   

Warum es dem indischen Aktienmarkt gelingen dürfte, die jüngsten Herausforderungen zu meistern.

Zahlreiche Anleger haben sich in den letzten Monaten von den zunehmenden Handelsspannungen einschüchtern lassen. Auch der indische Aktienmarkt ist davon nicht verschont geblieben.

Sukumar Rajah von Franklin Templeton Emerging Markets Equity schildert seine Einschätzung der positiven wirtschaftlichen Fundamentaldaten, die er und sein Team beobachten, und erläutert die Gründe, warum es dem indischen Aktienmarkt aus seiner Sicht gelingen dürfte, die jüngsten Herausforderungen zu meistern.

Die indischen Märkte sind gegenüber den Problemen, mit denen die Schwellenländer 2018 allgemein zu kämpfen haben, nicht immun.

Zu den inländischen Belastungen zählen neben der erneuten Einführung langfristiger Kapitalertragsteuern (von denen ausländische Anleger betroffen sind) auch Schwierigkeiten bei der Eintreibung der Steuer auf Waren und Dienstleistungen (GST), Sorgen um Zinserhöhungen und eine Abschwächung der Rupie. Die politische Unsicherheit hat die Stimmung am Markt ebenfalls belastet: die jüngsten Regionalwahlen deuten darauf hin, dass die Regierungspartei wohl nicht mehr ganz so beliebt ist wie in der Vergangenheit.


Druck auf die Währung

Die indische Rupie war in diesem Jahr erheblichem Druck ausgesetzt. Dennoch sind wir der Ansicht, dass es derzeit keinen Grund gibt, sich übermäßige Sorgen zu machen. Der weltweite Hintergrund einer geldpolitischen Straffung, erhöhter Ölpreise und zunehmender Handelsspannungen hatte Kapitalabflüsse von den Schwellenländern ausgelöst und die Stärke des US-Dollars gestützt. Sorgen um ein mögliches Überreifen der jüngsten Krise in der Türkei haben fast alle Schwellenländerwährungen – und nicht nur die Rupie – belastet. Zudem sollte beachtet werden, dass die Abwertung der Rupie im Vergleich zu den Währungen von Ländern mit schwächeren Fundamentaldaten wie etwa Argentinien oder Südafrika relativ gering ausgefallen ist.

Die Reserve Bank of India hat aggressiv eingegriffen, um die Rupie zu stützen. Unserer Einschätzung nach besteht selbst nach der jüngsten Verringerung der Devisenreserven Spielraum für weitere Eingriffe.

Eine schwache Rupie macht Importe zwar teurer, indischen Unternehmen ist es jedoch gelungen, ihre höheren Vorleistungskosten an Verbraucher weiterzuleiten. Dies hat den Gewinnen Auftrieb verliehen und wird als Anzeichen für eine solide Nachfrage gesehen. Für exportorientierte Branchen und Unternehmen hingegen ist die Schwäche der Rupie günstig. So dürften etwa Informationstechnologiefirmen (IT) von einer schwächeren Rupie profitieren, da sie einen Großteil ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaften. Da das Leistungsbilanzdefizit Indiens ansteigt, könnte eine schwächere Rupie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im Handel fördern und Indien dabei helfen, seine Exporte anzukurbeln.


Makroökonomische Faktoren trotz Belastungen positiv

Trotz der Volatilität in Indien stützt unsere Einschätzung der makroökonomischen Lage und der Fundamentaldaten der Unternehmen unsere positive langfristige Überzeugung bezüglich des indischen Marktes. Wir sehen mehrere Faktoren, die unserer Einschätzung nach einem mehrjährigen Wachstumszyklus Unterstützung bieten sollten, darunter nicht zuletzt das Wachstum der Konsumausgaben und der öffentlichen Investitionen.

Bei den Investitionen des Privatsektors sind bereits Anzeichen auf eine Belebung zu beobachten. Gleiches gilt für die Exporte, wo mit einer weiteren Verbesserung zu rechnen sein dürfte.

Indien ist eine inlandsorientierte Wirtschaft mit begrenzter Exportabhängigkeit. Angesichts der robusten makroökonomischen Lage und der starken inländischen Liquiditätsbasis in lokalen Aktien gehen wir davon aus, dass sich der indische Markt im Hinblick auf externe Faktoren als belastbarer erweisen dürfte.

Trotz vereinzelter Hindernisse profitiert Indien von verschiedenen zyklischen und strukturellen Wachstumskatalysatoren, die unseren positiven Ausblick stützen. Das Wirtschaftswachstum hat sich beschleunigt, während sich aus Bottom-up-Sicht die Entwicklung der Unternehmensgewinne verbessert hat.

Das Leistungsbilanzdefizit Indiens ist gegenüber dem Vorjahr angewachsen, so dass Sorgen um eine möglicherweise wackelige Haushaltslage aufgekommen sind. Beide Defizite bewegen sich aus unserer Sicht allerdings noch in einem Bereich, der für die Regierung zu handhaben sein dürfte. Es sollte unbedingt beachtet werden, sich die Erhöhung des Leistungsbilanzdefizits teilweise durch die Beschleunigung der inländischen Nachfrage (d.h. der Importnachfrage) im Vergleich zum langsameren Wachstum bzw. der Stagnation der globalen Nachfrage erklären lässt. Wenn sich das Leistungsbilanzdefizit aufgrund des höheren Wachstums im Inland erhöht, dürfte sich die Zuversicht des Marktes in die Währung unseres Erachtens nicht verringern, da der Markt verstehen sollte, dass die Zunahme auf Wachstumschancen zurückzuführen ist. Unter diesen Umständen sollten sich auch die ausländischen Investitionen beleben, was der Zahlungsbilanz Unterstützung bieten würde.

Darüber hinaus gewinnt das „Make in India“-Programm der Regierung, das Indien in einen globalen Fertigungsstandort verwandeln soll, zunehmend an Fahrt. Mehrere Wirtschaftszweige dürften hiervon profitieren, insbesondere der Sektor für Herstellung von Elektronikwaren. So hat Samsung beispielsweise zu Beginn des Jahres die weltweit größte Telefonfabrik in der Nähe von Neu Delhi eröffnet, um Telefone günstiger als in China herzustellen und seine Wettbewerbsfähigkeit am riesigen indischen Smartphone-Markt zu steigern. Langfristig könnten wir einen erheblichen Anstieg des Anteils lokal hergestellter Produkte verzeichnen, was auch für die Leistungsbilanz Gutes verheißen sollte.

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