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David gegen Goliath Supermarktkette boykottiert Unilever-Produkte

04.09.2018, 08:32  |  2821   |   |   

Seit heute sind die Regale bei Kaufland etwas leerer, denn man hat 480 Produkte von Unilever entfernt. Damit verzichtet der Supermarktriese auf beliebte Produkte von Lipton, Langnese und Knorr. Der Boykott könnte sich auf Filialen in anderen Ländern ausweiten.

Kaufland ist eine Lebensmittelkette des Unternehmens Schwarz Beteiligungs GmbH, zu der auch Lidl gehört. Die Schwarz-Gruppe ist einer der größten Handelskonzerne Europas. Kaufland hat circa 650 Filialen in Deutschland, während sich im Ausland nochmals circa 550 Märkte befinden. 

Laut Medienberichten hat sich Kaufland für die Entfernung der Unilever-Produkte entschieden, da Unilever die Preis kurzzeitig erhöht haben soll. Darüber hinaus soll es auch Bestellstopps für Unilever-Produkte bei Kaufland in Tschechien, der Slowakei, Polen, Rumänien und Bulgarien geben.

"Das neue Angebot enthält Konditionen, die es uns nicht ermöglichen, unseren Kunden neben der großen Auswahl und hohen Qualität auch den besten Preis zu bieten. Das sind jedoch die zentralen Versprechen, die wir unseren Kunden geben", sagt Andreas Schopper, Leiter Einkauf bei Kaufland Deutschland. Nun hat Kaufland mehr Platz für seine Eigenmarken. Hierbei handelt es sich vorallem um Bio-Produkte und Produkte für eine gesundheitsbewusste Ernährung.

Auch andere Supermarktketten führten in der jüngsten Vergangenheit harte Auseinandersetzung mit ihren Lieferanten. So berichtet die "FAZ", dass Edeka im Streit mit Nestlé circa 200 Produkte boykottierte, um in den Vertragsverhandlungen ein besseres Ergebnis zu erzielen. Dies war ein durchaus mutiger Schritt, denn Produkte von Nestlé machen 28 bis 30 des Umsatzes bei Edeka aus.

Aktuell steht die Unilever-Aktie bei 49,90 Euro (Tradegate, Stand: 04.09.2018, 08:37 Uhr). Seit dem Jahrestief am 2. März 2018 bei 42,14 Euro pro Anteilsschein, konnte das Papier deutlich zulegen. Am 1. August 2018 hatte JPMorgan das Papier auf "Neutral" belassen, denn es hieß, dass es ein verlangsamtes Wachstum gebe bei leicht gestiegenen Preisen. Bei der Baader Bank setzte man die Aktie auf "Buy" und hob das Kursziel auf 53,50 Euro an.

Unilever

 

Quelle:

LZ 

FAZ

Wertpapier
Unilever


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Kommentare

Hallo fred_clever, die Überschrift hast du wohl falsch interpretiert. Der Goliath in diesem "Preiskampf" is ja wohl die Schwarzgruppe, die dem "David" Unilever seine Marktmacht von Lidl und Kaufland europaweit um die Ohren haut. Es ist das alte Spielchen, wer die Macht des "richtigen Marktpreises" in der Hand hält. Der Lieferant, der meint eine Markenmacht am Markt zu haben und somit den Preis gestalten zu können oder der Discounter, der für das flächendeckende Angebot in seinen Märkten sorgt.
Letztendlich muss da immer ein Kompromiss gesucht werden zwischen beiden, sonst kommt es zu weiteren Kämpfen zwischen allen Anbietern einer fraglichen Produktgruppe und damit zu Konsumentenverschiebungen auch mit Auswirkungen auf das weitere Kaufverhalten.

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