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Aktien Frankfurt: Dax weitet Verluste bei geringem Börsenumsatz aus
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Dax weitet Verluste bei geringem Börsenumsatz aus

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
04.09.2018, 15:12  |  1559   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Dienstag wieder auf Talfahrt gegangen. Die zahlreichen Zollstreitigkeiten der USA, Währungsturbulenzen in Schwellenländern sowie anstehende politische Ereignisse verunsichern die Anleger aktuell zunehmend. Bei zugleich geringen Börsenumsätzen führt dies zu einer gefährlichen Mischung für den charttechnisch bereits angeschlagenen Leitindex.

Nachdem ein morgendlicher Erholungsversuch im Dax am Widerstand bei 12 400 Punkten gescheitert war, ging es bis zum Nachmittag auf 12 184,58 Punkte abwärts. Damit stand das deutsche Börsenbarometer mit 1,31 Prozent im Minus.

Während US-Präsident Donald Trump schon bald den Handelsstreit mit China durch weitere Zölle neu befeuern könnte, wird mit einer Wiederaufnahme der Gespräche mit Kanada über ein neues Freihandelsabkommen zur Wochenmitte gerechnet. Auch mit der Europäischen Union ist Trump noch nicht durch. Erst in der vergangenen Woche ließ er die EU mit ihrem Angebot einer gegenseitigen Abschaffung von Autozöllen abblitzen. Die Schwellenländer leiden Experten zufolge vor allem unter einem wachsenden Pessimismus im Zuge des schärfer werdenden Handelsstreits. Und politisch sorgt neben der Türkei nun auch Italien für Verunsicherung, denn in dem hoch verschuldeten Eurozonen-Land steht in Kürze der Haushaltsentwurf an.

All dies hat laut Experte Uwe Eilers vom Vermögensverwalter Frankfurter Vermögen in den zwei vergangenen Wochen auf die Börsenumsätze gedrückt und den Aktienmarkt austrocknen lassen. Nun dominierten technische Faktoren. "Nachdem die wichtige Marke bei 12 400 nicht überschritten werden konnte, erlahmte das Kaufinteresse deutlich und überschaubare Verkäufe reichten aus, um den Dax nach unten zu drücken", sagte er. Aktuell stehe der Test der nächsten Marke bei 12 160 bevor. "Es bleibt abzuwarten, wie die Amerikaner in den Handel starten." Falls der Handel dort ähnlich schwach verläuft, sieht Eilers den Dax in Richtung 11 900 Punkte marschieren.

Der MDax büßte zuletzt 1,19 Prozent auf 26 501,93 Punkte ein. Der TecDax , der morgens noch sein bisheriges Jahreshoch übertrumpft hatte, gab um 1,15 Prozent auf 2989,69 Zähler nach. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich schwach.

Trotz des schwächelnden Gesamtmarktes konnte die Aktie der Deutschen Bank einen Teil ihrer Gewinne verteidigen und zählte mit plus 0,2 Prozent zu den Spitzenwerten im Dax. Die Commerzbank legte sogar um 0,4 Prozent zu. Die Erholung der türkischen Lira stützte die gesamte Branche. Dennoch barg der Tag für die Deutsche Bank schlechte Nachrichten, die allerdings erwartet wurden. Das Papier muss nach seinem starken Kursverfall den EuroStoxx 50 verlassen.

Dieses Schicksal teilt der deutsche Bankenprimus mit dem Versorger Eon , dessen Aktienkurs am Nachmittag um 1,5 Prozent nachgab. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss nun umgeschichtet und umgewichtet werden.

Eine Empfehlung des Bankhauses Lampe brachte den Papieren des Chipherstellers Dialog Semiconductor einen Kursgewinn von 1,6 Prozent. Zudem stiegen die Nordex -Papiere dank eines neuen Auftrags für den Windkraftanlagenhersteller um 1,8 Prozent. RIB Software profitierten mit einem Kursaufschlag von mehr als 3,4 Prozent von einer Vereinbarung zur neuen Cloud-Plattform MTWO mit einem australischen Versorger.

Gut kam am Markt auch der geplante Aktiensplit des Saatgutherstellers KWS Saat an. Die Papiere stiegen an der SDax -Spitze um 3,1 Prozent. "Der Schritt dürfte die Handelbarkeit der Aktien erhöhen", sagte ein Händler. Die Papiere sind derzeit mit einem Preis von knapp 350 Euro ein dicker Brocken für Anleger.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Vortag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 141,33 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,06 Prozent auf 163,11 Punkte. Der Euro gab nach und kostete am Nachmittag 1,1565 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag noch auf 1,1609 Dollar festgesetzt./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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