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Energie-Branche: Investieren für Einsteiger

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
05.09.2018, 10:00  |  971   |   |   

Man kann den Energiesektor nicht als eine große Einheit betrachten, denn der Begriff „Energie“ umfasst viele Bereiche, von Ölbohrungen bis hin zu Energieversorgern. Aber wenn man sich mal die einzelnen Sparten des Energiesektors anschaut, stellt man fest, dass fast alle Arten von Aktienanlegern hier Möglichkeiten zum Investieren finden. Hier mal eine umfassende Einführung, um besser zu verstehen, worum es im Energiesektor überhaupt geht, einschließlich einer kurzen Liste einiger Aktien aus dem Energiesektor, die man vielleicht mal näher unter die Lupe nehmen sollte.

Die Energiewirtschaft in ihren Einzelbereichen

Mit „Energie“ wird oft ganz generell Öl bezeichnet, das seit langem eine der wichtigsten Energieressourcen für die ganze Welt ist. Doch ist Öl natürlich nicht die einzige Energiequelle der Welt, und Öl ist auch nicht die einzige Investition in den Energiesektor. Aber fangen wir doch einmal dort an und gehen dann zu anderen Wegen über, um herauszufinden, wie man die Branche für sich nutzen kann.

Erdöl- und Erdgasbohrungen (Upstream)

Um Erdöl und Erdgas zu gewinnen, muss in der Regel ein Loch in den Boden gebohrt werden, damit die Brennstoffe gefördert werden können. Eine wichtige Ausnahme sind hier Ölsande, wie sie in Kanada vorkommen, die abgebaut und dann verarbeitet werden, um das Öl von der ausgegrabenen Erde zu trennen. Ölsande werden in der Öl- und Gasindustrie als „Upstream“ bezeichnet.

Es gibt viele Unternehmen, die sich ausschließlich darauf konzentrieren, Öl zu finden und zu fördern. Und auch in diesem Bereich gibt es viele Unterschiede, denn es gibt sehr kleine Unternehmen, die bereit sind, materielle Risiken einzugehen (oft als Wildcatter bezeichnet), bis hin zu großen multinationalen Konzernen wie ConocoPhillips, die eher zurückhaltend geführt werden.

Die Produktion (also wie viel Öl und Gas ein Unternehmen aus dem Boden fördert) ist einer der wichtigsten Faktoren, die es zu untersuchen gilt. In den meisten Fällen sollte eine konstante oder wachsende Produktion bevorzugt werden. Die Produktion muss mit den Reserven verglichen werden, oder wie viel Öl und Gas sich noch zum Fördern im Boden befindet. Ein Unternehmen, das kein neues Öl und Gas findet, um das, was es fördert, durch Explorations- und Entwicklungsausgaben zu ersetzen, dürfte nur wenig zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Wichtig ist dabei auch der Öl- und Gaspreis, zu dem ein Bohrunternehmen noch Gewinn machen kann. Öl und Gas sind Rohstoffe, die oft volatile Höhen und Tiefen durchlaufen, was zu Spikes und Dips in den Bilanzen der Öl- und Gasproduzenten führt. Rohstoffpreise sind ein zentraler Faktor, auch wenn es wenig gibt, was ein Unternehmen tun kann, um sie zu kontrollieren. Wenn die Produktionskosten eines Unternehmens höher sind als das, was es für das produzierte Öl reinholt, dann ist das ein echtes Problem.

Hier ein Beispiel: als Mitte 2014 der Ölpreis unter 50 US-Dollar pro Barrel fiel, schrieben viele Unternehmen rote Zahlen. Öl- und Gaspreise werden oft als die Break-Even-Zahl bezeichnet. Wichtig ist, dass die Preise hoch genug sind, um sowohl die Bohrkosten als auch die Explorationskosten zu decken. Für Unternehmen, die eine Dividende zahlen, sollten auch die Ausschüttungen an die Aktionäre gedeckt sein.

Pipelines und Verarbeitung (Midstream)

Sobald Erdöl und Erdgas aus dem Boden gefördert wurden, müssen sie von der Bohrung hin zu ihrem Verarbeitungsort transportiert und von ihrem Rohzustand (z.B. Rohöl) zu einem nutzbaren Produkt (Benzin und Kerosin) verarbeitet werden. Hier kommt der Midstream-Bereich ins Spiel. Dies ist der erste Teil des nachgelagerten Segments der Öl- und Gasindustrie. Unternehmen dieses Sektors sind häufig als Kommanditgesellschaften mit langfristigen, gebührenpflichtigen Verträgen für die Nutzung von Pipelines und Verarbeitungsanlagen zur Unterstützung von Ausschüttungen an Anteilseigner strukturiert. Ein Beispiel für eine große Midstream-Partnerschaft ist der Branchenriese Enterprise Products Partners LP. Allerdings gibt es auch im Midstream-Bereich zahlreiche reguläre Unternehmen, darunter das ähnlich große Unternehme Kinder Morgan.

Einige Schlüsselfaktoren im Midstream-Sektor sind die Größe und Reichweite eines Unternehmens (größere Unternehmen können Vorteile beim Skalieren haben), der prozentuale Anteil des Geschäfts, der gebührenpflichtig ist (im Gegensatz zu Einnahmen, die an volatile Rohstoffpreise gebunden sind), und, für die Unternehmen, die Dividenden zahlen, die Ausschüttungsquote. Da Unternehmen hier in der Regel wachsen, indem sie ihre Assets vermehren, etwa durch Bauvorhaben und Akquisitionen, sollte man auch die Investitionspläne im Auge behalten.

Leverage und Aktienemissionen sind weitere Faktoren, die es zu beachten gilt, da viele mittelständische Unternehmen wesentliche Teile ihres Cashflows über Ausschüttungen und Dividenden an die Aktionäre weitergeben. Auch die verkauften Einheiten sollte man auf dem Zettel haben, ebenso wie die Verschuldung.

Chemie und Raffination (Downstream)

Es gibt eine gewisse Überschneidung, wenn wir weiter Downstream bewegen. Viele mittelständische Unternehmen besitzen Rohre und Verarbeitungsanlagen, um Geld für den Transport von Erdöl und Erdgas zu verdienen und diese Produkte in verwertbarere Rohstoffe umzuwandeln. Es gibt jedoch einige Unternehmen, wie die HollyFrontier Corporation (WKN:A1JCLQ), die sich hauptsächlich auf die Verarbeitungsseite im Downstream-Bereich konzentrieren. Entscheidend sind dabei der Durchsatz bzw. die Menge an Öl und Gas sowie die Margen.

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