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Crash-Warnung Welt-Finanzsystem in Gefahr: Ex-EZB-Chef Trichet warnt vor Schuldenbergen

05.09.2018, 12:22  |  5513   |   |   

Jean-Claude Trichet, Ex-Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), warnt eindringlich vor der wachsenden Verschuldung der Schwellenländer, die in eine Weltfinanzkrise führen könnte.

Der sonst eher zurückhaltende Banker Trichet benutzt ein drastisches Bild, um die Gefahr der wachsenden Schuldenberge in den Schwellenländern zu verdeutlichen. Diese Schwellenländer-Schulden seien eine genauso große Gefahr für die Weltwirtschaft wie die letzte globale Finanzkrise in 2008.

"Das Wachstum der Verschuldung, insbesondere der privaten Verschuldung, in den fortgeschrittenen Ländern hat sich verlangsamt, aber diese Verlangsamung wurde durch eine Beschleunigung der Schulden der Schwellenländer ausgeglichen", sagte der Franzose laut AFP. "Das macht das gesamte globale Finanzsystem mindestens genauso verwundbar wie 2008, wenn nicht sogar noch mehr", so Trichet.

"Es besteht nun Einigkeit darüber, dass die übermäßige Verschuldung in den Industrieländern ein Schlüsselfaktor für die Auslösung der globalen Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 war", blickt Trichet auf die letzte große Finanzkrise zurück. Trichet war erst der zweite Präsident der EZB, die kaum ein Jahrzehnt alt war, als die US-Bank Lehman Brothers im September 2008 zusammenbrach. "Lehman mag die kleinste Investmentbank an der Wall Street gewesen sein, aber sie war der Zünder für die schlimmste Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg", so Trichet. Trichet und seine Zentralbank-Kollegen, darunter Fed-Chef Ben Bernanke, "wussten sehr wohl, dass wir es mit einer völlig systemischen großen globalen Krise zu tun hatten", erklärte Trichet.

"Ich erlebte den wirklichen Beginn der Finanzkrise am Morgen des 9.08.2007, als wir mit einer völligen Unterbrechung des Geldmarktes in der Eurozone konfrontiert wurden", erinnerte er sich und weiter: "Das war seit dem Zweiten Weltkrieg unbekannt. Es gab kein übliches Geschäft, keine Transaktionen zwischen den Banken, keine Marktzinssätze". Trichet und die EZB öffneten daraufhin die Geldtresore.

"Ich entschied mich mit meinen Kollegen die gesamte Liquidität, die die Banken von mir verlangt hatten, unbegrenzt zur Verfügung zu stellen", sagte der Banker. Rund 50 Banken aus der Eurozone fragten nach einer Liquidität von insgesamt 95 Milliarden Euro. Diese Summe wurde in der jüngeren Geschichte nur von den fast 110 Milliarden Euro übertroffen, die die EZB nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in das Finanzsystem einspeiste.

Quelle:

AFP



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