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Shorties mit nächster Gold-Attacke, Sprott sieht Chance für Antizykliker

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
05.09.2018, 11:29  |  1304   |   |   

Gold erlebte am Dienstag die nächste große Short-Attacke. Noch härter traf es dabei die Aktien von Goldproduzenten sowie den Silberpreis. Sportt Asset Management sieht unterdessen jetzt die Chance, antizyklisch in den Markt einzusteigen.

Short-Attacken halten an

Am Montag war der traditionelle Labour Day in den USA und Kanada. Damit ist die Ferienzeit quasi beendet. Normalerweise ist das ein guter Zeitpunkt, um Short-Attacken zu starten, denn die Handelsumsätze in Gold zu Wochenbeginn waren dünn. Der Angriff der Hedge Funds hat sich allerdings nur um einen Tag verzögert. Am gestrigen Dienstag ging es dann in New York ab. Über 400.000 Kontrakte wurden gehandelt. So wurde der Goldpreis im Tief auf 1.190 Dollar je Unze gedrückt. Aktuell notiert er etwas höher. Offenbar aber setzen die Spekulanten weiter auf einen steigenden Dollar und einen fallenden Goldpreis. Das scheint die Strategie der Stunde zu sein. Die rekordhohen Short-Positionen wurden nicht wesentlich reduziert, wie Daten des CFTC zeigen. Derzeit wetten vor allem Hedge Funds auf einen fallenden Unzenpreis, dagegen halten zumeist die Commercials, also die großen Investmentbanken von der Wall Street. Die Short-Positionen am Goldmarkt befinden sich auf einem Allzeithoch, wie der Langfrist-Chart zeigt.

Silber und Platin trifft es noch härter

Die Aktien von Goldminen traf es aber wesentlich härter als den Goldpreis selbst. DIe Papiere von Barrick Gold (-5,87%), Newmont Mining (-3,03%), Agnico Eagle (-3,80%) und Goldcorp (-5,44%) kamen kräftig unter die Räder. Auffällig war allerdings, dass im späten Handel dann die Käufer das Zepter übernahmen und auf dem niedrigeren Niveau mächtig zukauften. Noch härter als Gold traf es übrigens den kleinen Bruder Silber sowie Platin. Der Preis einer Unze Silber fiel im Tief auf 14 US-Dollar und notiert heute nur leicht höher. Wir hatten schon angemerkt, dass auf diesem Preisniveau so mancher Silberförderer kein Geld mehr verdient. Das Gold-Silber-Verhältnis stieg gestern auf 84 und damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Platin wiederum fiel unter die Marke von 770 Dollar je Unze und notiert auf den Tiefstständen in der Finanzkrise 2008/09. Die Analysten der Commerzbank halten die Rückgänge bei den Edelmetallen für übertrieben und rechnen mit einer deutlichen Erholung in den kommenden Monaten.

Sprott Asset Management sieht Chance für Einstieg

Unterdessen gibt es immer mehr Institutionelle Investoren, die ins Bullenlager wechseln und die aktuelle Marktlage mit rekordhohen Short-Positionen als Chance begreifen. Erst hatte das Rohstoffteam der Commerzbank auf die Möglichkeit eines Short Squeeze bei Gold hingewiesen. In diesem Fall müssten die Short-Spekulanten ihre Positionen eindecken, was in der Regel zu einem steilen Anstieg führt. Auch Sprott Asset Management sieht nun den Zeitpunkt gekommen, um antizyklisch auf einen steigenden Goldpreis zu setzen. Fondsmanager Shree Katgutkar schreibt in einem kurzen Marktkommentar: „Die Short-Positionen in Gold sind in einem Jahr um 275 Prozent gestiegen. Die Investoren sind nun mit mehr als 215.000 Kontrsakten short oder fast 21,5 Mio. Unzen. … Das letzte Mal erreichte der Markt diese Niveaus im Jahr 2001, als der Goldpreis unter 300 Dollar je Unze handelte.“ Sprott Asset Management ist einer der bekanntesten Akteure im weltweiten Rohstoffgeschäft. Dahinter steckt Eric Sprott, einer der bekanntesten Rohstoffinvestoren der Welt. Viele sehen den Milliardär als den Warren Buffett der Miningbranche. Katgutkar weist in seiner Analyse explizit auf den Zusammenhang zwischen dem Yuan und dem Goldpreis hin. DIeser beifndet sich auf einem Fünfjahreshoch. Der Fondsmanager rechnet damit, dass schon bald die Spekulanten ihre Positionen covern werden und Gold der Befreiungsschlag gelingt.

Aktie von Integra Resources bietet Potenzial

Ein deutlich höherer Goldpreis würde auch den Aktien von fortgeschrittenen Explorern wieder auf die Beine helfen. So notieren beispielsweise die Papiere von Integra Resources (0,86 CAD | 0,55 Euro; CA45826T1030) auf einem Einjahrestief, obwohl das Unternehmen seine Arbeiten auf dem Doppelprojekt DeLamar / Florida Mountain in Idaho erfolgreich vorantreiben konnte und im Juni mit starken Bohrergebnissen überzeugte. Unter anderem kam man auf ein Bohrloch mit 1,2 g/t AuÄq über sagenhafte 150 Meter. Integra verfügt bereits über eine Ressourcenschätzung für das Doppelprojekt mit 3,57 Mio. Unzen Goldäquivalent in der Kategorie „inferred“. Im besten Fall kann auf DeLamar bereits in 24 Monaten die Produktion starten. Das Förderpotenzial liegt Stand heute bei bis zu 100.000 Unzen Goldäquivalent pro Jahr. Jüngst erst hat auch RBC Capital Markets das Potenzial erkannt und die Integra-Aktie in seine „Rising Star“-Liste der aussichtsreichsten Explorer und Developer Nordamerikas aufgenommen (mehr hier).

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