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Kupfer: BHP wirft bei SolGold den Hut in den Ring, Zijin Mining schnappt sich Nevsun

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
06.09.2018, 10:50  |  910   |   |   

Das Übernahmekarussell im Kupfermarkt dreht sich immer schneller. Zijin Mining will als „weißer Ritter“ die Übernahmeschlacht um Nevsun Resources beenden. Unterdessen wirft BHP Billiton in Ekuador den Hut in den Ring und meldet Ansprüche auf SolGolds Gold-Kupfer-Projekt an!

Zijin wird zu Nevsuns „weißen Ritter“

Anfang Mai hatte Lundin Mining ein feindliches Übernahmeangebot für Nevsun Resources abgegeben (mehr hier). Das war ein ungewöhnlicher Schritt in der Mining-Branche, in der es gefühlt seit Jahrzehnten so etwas nicht gab. Normalerweise einigt man sich gütlich. Hier klappte das nicht und so bot der schwedisch-kanadische Konzern öffentlich 1,5 Mio. CAD in Cash und Aktien zusammen mit einem Partner, was beim Nevsun-Management auf wenig Gegenliebe stieß. Und auch eine verbesserte Offerte führt bisher nicht ins Ziel. Nun dürfte Lundin diese Übernahmeschlacht verloren haben. Denn mit Zijin Mining gibt es seit gestern einen neuen Mitspieler. Der chinesische Konzern bietet nun 1,86 Mrd. CAD oder 6 CAD je Aktie für Nevsun und damit satte 26 Prozent mehr als Lundins letztes Angebot. Das Nevsun-Management hat also in Zijin seinen „weißen Ritter“ gefunden und befürwortet die Offerte. Im Fokus steht übrigens nur bedingt Nevsuns Kupfer-Zink-Mine Bisha in Ostafrika. Die Chinesen dürften wie Lundin auch vor allem auf das Kupferprojekt Timok in Serbien scharf sein. Für Zijin passt dieser Deal übrigens perfekt zur jüngsten Transaktion: Erst vorige Woche hatten sie sich eine 63 Prozent-Mehrheit an RTB Bor, dem Betreiber der größten Kupfermine Serbiens, gesichert (wir berichteten). Diese Transaktion hat ein Volumen von 1,26 Mrd. US-Dollar.

Wettbieten zwischen BHP und Newcrest?

Der Mangel an guten Kupferprojekten ist aber auch in Südamerika ein Thema. Erst jüngst hatte BHP Billiton ein Büro in Ekuador eröffnet. Nun schreitet man bereits zur Tat. Der britisch-australische Konzern hat sich für 35 Mio. CAD einen Anteil von 6,1 Prozent an SolGold gesichert. Das Unternehmen entwickelt das aussichtsreiche Cascabel-Kupfer-Gold-Projekt in dem Land. Der Anteil stammt vom vorherigen Großaktionär Guyana Goldfields. Für den hat sich der Deal gelohnt, der bezahlte Preis lag 20 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs von SolGold. Deren Papiere legten unmittelbar nach Bekanntwerden des Deals um 17 Prozent in Toronto zu. BHPs Vorstandschef Andrew Mackenzie hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, dass man sein Kupfer-Exposure massiv ausbauen will und verwies sowohl auf das mittelfristig sinkende Angebot, als auch auf die steigende Nachfrage durch Erneuerbare Energien und das Wachstum der Elektroauto-Industrie. Nun sagte der 61-jährige Schotte, dass man sich mit Cascabel ein „Kupferprojekt von höchster Qualität“ sichere. Dem dürfte grundsätzlich auch Newcrest Mining zustimmen, den Einstieg der Londoner aber mit Sorge sehen. Denn Newcrest ist mit 14,54 Prozent der größte Aktionär von SolGold. Bisher galt es als ausgemachte Sache, dass die Australier SolGold schlucken werden, wenn das Projekt bestimmte Meilensteine erreicht hat. Daraus dürfte angesichts der überlegenen Finanzkraft von BHP aber nichts mehr werden. SolGold-Insider berichten von Aussagen des Managements, wonach Newcrest nun „nervös“ sein sollte. Allerdings werden nicht immer nur Übernahmeschlachten im Mining-Business geführt, es kommt auch auf die Expertise an. Denn bei Cascabel handelt es sich um ein Vorkommen, dass im besten Fall – also zu den niedrigsten Kosten – mit der „block cave“-Methode abgebaut werden kann. Dabei wird der Erzkörper ausgehöhlt und bricht unter dem eigenen Gewicht zusammen. Im Gegensatz zu BHP hat Newcrest hier einschlägige Erfahrungen. Das Unternehmen setzt dieses Verfahren bereits bei seiner Cadia Goldmine in der australsichen Provinz New South Wales um. Insofern kann es im Fall Cascabel durchaus zu einer gütlichen Einigung oder einem gemeinsamen Betrieb durch die beiden Großaktionäre kommen.

Kupferassets händeringend gesucht

Die Suche nach attraktiven Kupferassets durch große Konzerne gewinnt mit diesen beiden Deals an Tempo. Es gibt derzeit schlichtweg zu wenig Kupferprojekte. Die Ursachen sind vielfältig. Zum einen wurde in den vergangenen Jahren viel zu wenig in neue Kupferprojekte investiert, dafür war der Kupferpreis zu niedrig. Zum anderen sinken die Grade in den bestehenden Minen massiv. Analysten rechnen damit, dass deshalb bis zum Jahr 2035 rund 200 Kupferminen schließen müssen. Hinzu kommt, dass trotz milliardenschwerer Investitionen die Erfolge bei neuen Vorkommen überschaubar sind, wie jüngst eine umfangreiche Studie von S&P Global zeigte. Laut BMO Capital Markets wird das Kupferdefizit daher bis zum Jahr 2025 auf 3 Mio. Tonnen pro Jahr steigen und sich danach ausweiten (siehe Graphik oben).

Nur wenige Kupferminen vor Produktionsstart

Insofern sollten Anleger ihren Blick auf Unternehmen mit großen Kupferassets richten. Insbesondere in Nordamerika sind diese rar gesät, wie die S&P Global-Studie belegt. So gibt es derzeit nur eine einziges voll genehmigtes und voll finanziertes Kupferprojekt in Kanada und den USA (siehe Übersicht oben). Hierbei handelt es sich um Pumpkin Hollow von Nevada Copper (0,48 CAD | 0,31 Euro; CA64128F1099). Erst in der vergangenen Woche traf deren Management die endgültige Entscheidung zum Bau der Mine. Die mehrmonatigen Vorarbeiten dazu hatte man im August abgeschlossen. Der Produktionsstart ist für das dritte Quartal 2019 vorgesehen, der erste Kupferbarren soll dann Mitte November 2019 gegossen werden. Zunächst ist der Betrieb in einer Untertagemine geplant. Aus deren Einnahmen will man dann einen Tagebau finanzieren, der auf dem gleichem Projekt liegt. Wie heiß die Investoren derzeit auf solche Projekte sind, zeigt die jüngste Kapitalerhöhung von Nevada Copper. Statt der ursprünglich geplanten 80 Mio. CAD konnte man 108,5 Mio. CAD einsammeln (Preis je Aktie: 0,60 CAD). Die Aktie hatte zuletzt aufgrund des schwachen Kupferpreises abgegeben, schlägt seit einigen Tagen aber wieder den Weg nach Norden ein. Nevada Copper ist in unseren Augen einer der heißesten Übernahmekandidaten auf dem Kupfermarkt. Es handelt sich um ein großes Asset in einer sogenannten Tier-1-Jurisdiktion (Nevada), dass zum richtigen Zeitpunkt in Betrieb gehen soll.

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