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Schluss mit Tech-Hype: Vier aussichtsreiche DAX-Verlierer, die man jetzt supergünstig einsammeln kann

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.09.2018, 09:11  |  839   |   |   

Dreistellige Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) in der Spätphase eines langen Aufschwungs? Das muss nicht sein, wo es doch auch einstellig geht – und das sogar krisenfest. Hier sind vier Ideen für Investoren, die wie ich genug vom Tech-Hype haben: thyssenkrupp, HeidelbergCement, Daimler und E.ON.

So eine Schere gab es noch nie

Die letzten Male, als Anleger die Aktienkurse in ungeahnte Höhen trieben, waren 1999/2000 und 2007/2008. Damals war irgendwann fast alles teuer, von Energieversorgern über die Banken und Telekommunikationskonzerne bis hin zu spannenden (und zum Teil abstrusen) Technologiewerten. Heute ist das nicht so. Wir sehen auf der einen Seite Aktien aus Tech-Bereichen wie Cloud, E-Commerce, Chips und Software, die unglaublich teuer geworden sind und trotzdem weiterhin mit Begeisterung gekauft werden.

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Auf der anderen Seite darben Aktien von klassischen Industrien wie Automobil-, Infrastruktur- und Anlagenbau auf Niveaus, die selten zuvor so tief lagen. Dabei sind es doch diese, die im Falle einer Krise am meisten politische Unterstützung bekommen würden, weil sie im Vergleich zu den Tech-Größen für viel mehr Arbeitsplätze verantwortlich sind. Gerade die Bundesregierung hat riesige Infrastrukturprogramme in der Schublade, die angesichts der außerordentlich guten Beschäftigungssituation noch zurückgehalten werden, aber jederzeit in Kraft treten könnten.

Für langfristige Investoren ergibt sich dadurch eine doppelte Absicherung: Erstens bieten günstige Aktienkurse einen schönen Puffer und zweitens stehen die Chancen gut, dass solche DAX-Unternehmen gestärkt aus der nächsten Krise herauskommen werden. Aber genug der Vorrede, es folgen meine Tipps für Anleger, die lieber auf der sicheren Seite sein wollen, anstatt mit Momentum-Aktien herumzuzocken (alle Angaben Stand 07.09.).

Puffer statt Momentum: Vier Tipps mit Substanz

Tipp Nr. 1: thyssenkrupp (WKN:750000)

Der Mischkonzern aus Essen hat es nicht leicht gehabt in den letzten Quartalen. Zum einen musste ein komplizierter Restrukturierungsprozess zu Ende gebracht werden und zum anderen gab es ständige Querelen zwischen Großinvestoren und der Führungsriege. Zuletzt kam auch noch ein Quartalsverlust hinzu. Die Folge: Auf Jahressicht liegt die Aktie 23 % im Minus.

Damit wurde aber meiner Ansicht nach genug auf thyssenkrupp eingeprügelt. Das Management hat das Ziel ausgegeben, den Gewinn und die freien Barmittelüberschüsse über die nächsten Jahre massiv nach oben zu schrauben. Nachdem der wesentliche Teil der Umbaumaßnahmen erledigt ist, kann der Blick nun nach vorne gerichtet werden. Dort sehe ich eine Reihe von spannenden Wachstumsplattformen, von neuartigen Personentransportsystemen über Leichtbaulösungen und Großwälzlager bis hin zu Batteriefertigungs- und Wasserstoffelektrolysetechnik.

Für einen Industriekonzern dieser Größe erscheinen 12 Mrd. Euro Börsenwert wirklich mickrig, gerade wenn man bedenkt, dass einige US-Tech-Titanen weit über 50-mal so teuer sind.

Tipp Nr. 2: HeidelbergCement (WKN:604700)

2017 gehörten die Heidelberger noch zu den Gewinnern. Die Geschäfte liefen gut und es lockte die Aussicht auf eine gute Partizipation an den angekündigten Konjunkturprogrammen in den USA samt Mexiko-Mauer. Bisher gab es aber vor allem Steuergeschenke und es ist unklar, wie viel das US-Regime nun noch bewegen kann. Über zwölf Monate tauchte die Aktie 17 % ab, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt fast 50 %.

Mittlerweile wird HeidelbergCement deutlich unter Buchwert gehandelt. Dabei ist der Baustoffriese solide profitabel und die Aussichten sind gut, dass schon nächstes Jahr das KGV einstellig wird. Gut gefällt mir auch, dass das Management im Juni die Rückführung von Verbindlichkeiten in den Mittelpunkt der Strategie gestellt hat. Bei diesem zuverlässigen Dividendenzahler kann man derzeit nicht viel falsch machen, denke ich.

Tipp Nr. 3: Daimler (WKN:710000)

Klar ist, dass die Stuttgarter vor einigen Herausforderungen stehen, die einer weiteren Ergebnisverbesserung entgegenwirken. Andererseits habe ich wenig Zweifel, dass die Marke Mercedes-Benz sich langfristig im Wettbewerb behaupten kann. Die Investitionen in die Elektromobilität sollten sich schon bald auszahlen. Kein anderer Konzern kann mit solch einer breiten elektrifizierten Produktpalette aufwarten, vom kleinen Smart ED über den Denza 500 und den neuen EQC bis hin zu eVito, Elektrobussen und E-Trucks.

Auch die Digitalaktivitäten sind durchaus aussichtsreich, zumal Daimler als einer der ersten der etablierten Autobauer eine große Software-Mannschaft aufgebaut hatte. Unter diesen Umständen kann ich nicht so richtig verstehen, warum die Aktie hartnäckig unter Buchwert notiert.

Tipp Nr. 4: E.ON (WKN:ENAG99)

Als der Innogy (WKN:A2AADD)-Deal bekannt wurde, schoss die E.ON-Aktie zunächst hoch, nur um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Man kann es den Aktionären derzeit offenbar nicht recht machen. Dabei könnte E.ON in Zukunft eine zentrale Rolle bei der Energiewende spielen. Stromspeichersysteme, Windturbinen und Solaranlagen wollen an die Verteilnetze angeschlossen und durch intelligente Software koordiniert werden. Hinzu kommen europaweite Schnellladenetze für die nun rasch wachsende Elektroflotte.

Natürlich muss man berücksichtigen, dass der Innogy-Deal und die damit einhergehende Schuldenausweitung gewisse Risiken birgt. Operativ ist E.ON hingegen durch das überwiegend regulierte Geschäft äußerst stabil unterwegs. Ein Minus von über 5 % auf Jahressicht halte ich nicht für gerechtfertigt, wenn man zusätzlich die wachsenden Chancen sieht. Bis in zwei oder drei Jahren sind einstellige KGVs durchaus drin.

Warum nicht mal gegen den Strom schwimmen?

Mit dem Strom schwimmen, das war im bisherigen Jahresverlauf ganz klar das Gewinnerrezept. Solide Industriewerte bereiten hingegen kaum Freude. Aber ich würde nicht darauf setzen, dass das ewig so bleibt. Vielmehr erwarte ich, dass dem Tech-Hype so langsam die Luft ausgeht und schon bald wieder Substanz gefragt sein wird. Bei den hier vorgestellten Unternehmen ist der Puffer meines Erachtens so groß, dass zumindest eine Konjunkturschwäche bereits eingepreist ist. Damit lässt sich ruhig schlafen.

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