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Verhasste Aktien, solide Zahler: Diese ungeliebten Aktien bringen reichlich Dividende

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.09.2018, 09:12  |  1265   |   |   

Es gibt gewisse Unternehmen, die aufgrund ihres Geschäftsfeldes als eher unbeliebt gelten. Rauchen beispielsweise. Nicht nur, dass diese dumme Angewohnheit überaus teuer sein kann, sie ist dazu auch noch ungesund.

Doch obwohl viele derartige Vertreter zunehmend in der Wahrnehmungsgunst sinken, können die Aktien der Unternehmen ansprechende (Dividenden-)Renditen abwerfen. Betrachten wir daher heute drei verhasste Aktien etwas näher und schauen mal, was diese so zu bieten haben:

1) British American Tobacco

Bleiben wir doch für den Moment noch ein kleines bisschen beim Rauchen. Denn mit British American Tobacco (WKN: 916018) finden wir direkt einen europäischen Tabakkonzern, der die ungesunden Glimmstängel unter den bekannten Marken Lucky Strike, Pall Mall und Dunhill vertreibt.

Auch wenn Rauchen in der westlichen Welt immer unbeliebter zu werden scheint, zahlt sich das Geschäft der Briten noch immer aus. Zumindest aus Dividendensicht.

British American Tobacco konnte in diesem Jahr nämlich seine 17. Dividendenerhöhung in Folge verkünden. Dem Konzern fehlen daher lediglich noch acht weitere Erhöhungen, um in den Kreis der Dividendenaristokraten aufzusteigen.

Zuletzt zahlte BAT, wie der Konzern häufig abgekürzt wird, übrigens eine um beachtliche 15,2 % erhöhte Dividende von 195,2 Pence für das Geschäftsjahr 2017 aus. Bei einem derzeitigen Kursniveau von 36,83 Pfund (07.09.2018, maßgeblich für alle Kurse) entspricht das einer Dividendenrendite von rund 5,3 %.

2) Nestlé

Auch wenn Nestlé (WKN: A0Q4DC) fortwährend versucht, sich als menschenfreundlicher, gesundheitsbewusster und nachhaltiger Nahrungsmittelkonzern zu präsentieren, genießen auch die Schweizer bei Konsumenten einen eher fragwürdigen Ruf.

Zu ungesund seien viele Produkte aus dem üppigen Lebensmittelreich Nestlés, zu bedenklich das Geschäft mit dem Wasser. So kann man durchaus die gängigen Vorwürfe der zuweilen ebenso fragwürdigen Kritiker zusammenfassen.

Doch wenn man all das einmal ausklammert, bietet Nestlé definitiv ein sehr stabiles und defensives Geschäftsmodell, mit einer ebenso defensiven und stabilen Dividende.

Nach inzwischen 22 Erhöhungen in Folge zahlt Nestlé derzeit eine Dividende in Höhe von 2,35 Schweizer Franken an seine Anteilseigner aus, was bei einem momentanen Kursniveau in Höhe von 80,06 Schweizer Franken einer Dividendenrendite von 2,93 % entspricht. Für eine so defensive und breit aufgestellte Investitionsgelegenheit ist Nestlé daher zumindest einen näheren Blick wert.

3) AT&T

Auch AT&T (WKN: A0HL9Z) besitzt in seinem Heimatstaat, den USA, einen schlechten Ruf. Bereits mehrmals wurde der Telekommunikationsriese zu einem der unbeliebtesten Unternehmen gewählt. Eine wohl doch eher zweifelhafte Ehre.

Ehrenvoller ist hingegen die Dividendenhistorie von AT&T. Bereits zum 35. Mal in Folge erhöhte AT&T nämlich in diesem Jahr die eigene Dividende. Der Telekommunikationsriese, der kürzlich erst mit der Übernahme von Time Warner auf sich aufmerksam machen konnte, darf sich nun schon seit zehn Jahren einen waschechten Dividendenaristokraten nennen.

Hinzu kommt, dass hier zudem auch die derzeitige Dividendenrendite durchaus beachtlich ist. Quartalsweise schüttet AT&T eine Dividende in Höhe von 0,50 US-Dollar an seine Anteilseigner aus, was bei einem derzeitigen Kursniveau von 32,18 US-Dollar einer jährlichen Dividendenrendite von 6,21 % entspricht.

Laster können sich lohnen!

Wie wir daher nun gesehen haben, können sich lasterhafte und ungeliebte Investitionsgelegenheiten definitiv lohnen. Viele nicht gern gesehene, sondern regelrecht verhasste Unternehmen bieten attraktive Aktien mit attraktiven Dividendenrenditen. Vielleicht sollte man als Anleger an der einen oder anderen Stelle ein Auge zudrücken.

Nichtsdestoweniger darf man sich als Anleger aber auch der fragwürdigen moralischen Komponente bewusst sein. Vor allem wenn es um gesundheitsschädliche Produkte mit skrupellosen Marketingstrategien geht, kann man durchaus auch mal zu zweifeln beginnen.

Die abschließende Frage, die sich jeder Investor hier stellen sollte, ist daher nicht nur, ob die Aktien für einen persönlich interessant sind – sondern auch, ob man es moralisch vertreten kann, in diese Gelegenheiten zu investieren.

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