DAX+0,30 % EUR/USD+0,05 % Gold+0,33 % Öl (Brent)-0,04 %

Die Lufthansa und das Eurowings-Debakel: Was Anleger jetzt wissen müssen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
11.09.2018, 09:04  |  408   |   |   

Eigentlich läuft es nicht schlecht bei der Lufthansa (WKN:823212). Trotz gestiegener Treibstoffkosten liegt der Halbjahresgewinn nur knapp unter dem starken Vorjahreswert. Gleichzeitig schlägt sich Dauerrivale Ryanair (WKN:A1401Z) mit Flugausfällen und Streiks herum.

Doch auch die Lufthansa hat ein massives Problem – und das heißt Eurowings! Was beim konzerneigenen Billigflieger schiefläuft, wo in meinen Augen die Ursache liegen könnte und warum das für uns Aktionäre so wichtig ist, erfährst du, wenn du weiterliest!

Deutsche Lufthansa mit festem Hebel folgen [Anzeige]
Ich erwarte, dass der Deutsche Lufthansa steigt...
Ich erwarte, dass der Deutsche Lufthansa fällt...

Verantwortlich für diese Anzeige ist die Deutsche Bank AG. Die Wertpapierprospekte und Basisinformationsblätter zu diesen Produkten erhalten Sie über www.xmarkets.db.com.

Die schockierende Bilanz von Eurowings

Eurowings hat ein massives Qualitätsproblem! Flugausfälle und Verspätungen sind im ersten Halbjahr 2018 regelrecht explodiert.

Januar–Juli 2017 Januar–Juli 2018
Flugausfälle je 1.000 Flüge            6,4            25,4
Verspätungen über 3 Stunden je 1.000 Flüge            4,1             5,9

Quelle: manager magazin, Ausgabe 9/2018

Für Eurowings – und damit auch für die Lufthansa und deren Aktionäre – hat das verheerende Folgen. Zum einen werden Millionen von Euro für Entschädigungen fällig. Geld, das für Investitionen, Schuldenabbau oder Dividenden fehlt. Das alleine ist schon ziemlich unerfreulich.

Langfristig allerdings dürfte der Imageschaden, den Eurowings aufgrund der Flugausfälle und Verspätungen aktuell erleidet, noch viel schlimmer sein. So titelte beispielsweise der Spiegel:

Flugausfälle verzehnfacht – was läuft schief bei Eurowings?

Auch das Handelsblatt sieht dramatische Missstände bei Eurowings:

Flugchaos bei Lufthansa und Eurowings alarmiert die Politik

Gerade für eine relativ neue Airline sind solche Schlagzeilen natürlich Gift. Denn wenn die Kunden zwei Flüge zum gleichen Preis finden, dann werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Airline wählen, die nicht aufgrund von Verspätungen und Flugausfällen die Schlagzeilen bestimmt.

Sollte die Lufthansa das Eurowings-Desaster nicht bald in den Griff bekommen, dann droht aus dem schlechten Image ein waschechter Wettbewerbsnachteil gegenüber Ryanair, Easyjet und Co. zu werden – und das ist das Letzte, was wir langfristige Investoren sehen wollen!

Aber woran liegt es, dass eine etablierte Airline wie die Lufthansa solch massive Probleme in ihrem operativen Kerngeschäft hat?

Ein Telefónica-Manager soll eine Billig-Airline aufbauen???

Wenn du mich fragst, dann könnte der Katastrophensommer von Eurowings mit Lufthansa-Vorstand Thorsten Dirks zusammenhängen. Er verantwortet unter anderem das Vorstandsressort Eurowings.

Eines gleich vorweg: Ich möchte Herrn Dirks in keinster Weise Führungskompetenzen oder Managementkenntnisse absprechen. Ich kenne ihn nicht persönlich und würde mir deshalb niemals ein Urteil über seine Managementkompetenzen erlauben.

Beim Blick auf seine Vita stellt sich allerdings unweigerlich die folgende Frage: Wie um Himmels willen kommt irgendjemand auf die Idee, dass Thorsten Dirks der richtige Mann für den Aufbau einer Billig-Airline ist?

1996–2007 diverse Führungsfunktionen bei E-Plus
2007–2014 Vorstandsvorsitzer E-Plus
2014–2017 CEO Telefónica Deutschland Holding AG
2017– Vorstand Deutsche Lufthansa

Quelle: Investor Relations Lufthansa

Dirks war ausschließlich in der Telekommunikationsbranche tätig. Und das bei einem Unternehmen, das sich wahrlich nicht durch eine Erfolgsgeschichte auszeichnet.

Welches Wissen, welche Erfahrungen kann er beim Aufbau von Eurowings einbringen? Ich zumindest kann keine Antwort auf diese Frage finden. Wenn ich mir nun überlege, dass ein Airline-Greenhorn wie Dirks einem Michael O’Leary, CEO von Ryanair, ernsthaft gegenübertreten soll, dann sieht das für mich aus wie David gegen Goliath.

Michael O’Leary ist seit 1993 CEO bei Ryanair. Davor war er jahrelang bei der irischen Billig-Airline tätig. Er kennt die Branche aber nicht nur wie seine Westentasche: Er hat sie sogar erfunden! Zumindest hier in Europa.

Sein Werk: Inzwischen ist Ryanair gemessen an den beförderten Passagieren die größte Airline Europas – vor der Lufthansa. Gleichzeitig ist man deutlich profitabler als die Kranich-Airline, daran dürften auch die aktuellen Streiks bei Ryanair nicht viel ändern.

Gegen diesen Michael O’Leary schickt die Lufthansa einen Mann in den Ring, der sich bisher ausschließlich um Mobilfunkverträge und Telefonnetze gekümmert hat!

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Eurowings mit Dirks an der Spitze merklich Boden auf Ryanair gutmachen kann. Und das Katastrophenhalbjahr bei Eurowings gibt mir bis jetzt recht.

Seite 1 von 3

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel