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Google: Die nächsten Milliarden Nutzer im Visier

11.09.2018, 13:40  |  1982   |   |   

Da die Märkte für mobile Geräte und Anwendungen in den Industrieländern fast gesättigt sind, setzt Google auf Indien. Es führt Neighbourly ein. Hierbei handelt es sich um sein erstes soziales Netzwerk für Indien.

Indien bedeutet für Google und auch andere Anbieter folgendes: Es sind mehr als 330 Millionen Smartphones im Umlauf und gleichzeitig sind noch mehr als eine Milliarde Menschen Offline (Stand 2016, Weltbank).

Nun nimmt Google die Spur der jungen Inder auf, um ihr Online-Verhalten zu analysieren, berichtet "The Guardian". Es geht um die Erfassung der digitalen Gewohnheiten. "Wir denken darüber nach, wie die Zukunft des Internets für die nächste Milliarde an Nutzern aussieht", sagte Josh Woodward, Produktmanager bei Google.

Die jüngste Antwort auf dem Hause Google heißt Neighbourly - das erste soziale Netzwerk für Indien. Es ist der Versuch Facebook und WhatsApp herauszufordern. Aktuelle Prognosen gehen immerhin davon aus, dass die sozialen Medien innerhalb von drei Jahren mehr als 800 Millionen Menschen nutzen werden.

Die neue Google-App, die in ausgewählten Städten im ganzen Land eingeführt wird, wurde aus monatelanger Forschung in indischen Bahnhöfen, Märkten und Wohnzimmern entwickelt. Das Studienergebnis zeigt, dass die meisten Inder einkaufen, arbeiten und im Umkreis von ein bis zwei Kilometern um ihren Wohnort sozialisiert sind. Auf der anderen Seite zeigt die Urbanisierung ganz neue Tendenzen und Dimensionen: In Indien sollen bis 2050 mehr als 416 Millionen Menschen in Städten leben - im Vergleich dazu sind es in China 225 Millionen Menschen. Die zukünftige Entwicklung treibt Millionen von Menschen in unbekannte und sich schnell verändernde Viertel, so Google. "Die Menschen sagten, es sei wirklich schwer, vertrauenswürdige und sichere Antworten auf lokale Fragen zu bekommen", so Woodward.

Es gibt auch Schattenseiten der mobilen Online-Welt. "Jeder betrachtet Indien als eine Daten-Goldmine, also muss die Regierung sehen, wie sie ihre Bevölkerung auf der politischen Ebene schützen kann", meint Osama Manzar von der Digital Empowerment Foundation. Ein nationales Datenschutzgesetz wird derzeit erstellt.

Die Verbreitung von Smartphones und einfacheren Feature-Handys verändert das indische Leben auf vielfältige Weise und es bleibt abzuwarten, wie die Bevölkerung Indiens mit den neuen Anwendungen umgehen wird. Für Google scheint die Extremsituation Indiens von Vorteil zu sein, denn was dort funktioniert wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in anderen Teilen der Welt funktionieren, so Google-Produktmanager Woodward.

Quelle:

The Guardian

 

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