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Anlagestrategie Smart Money

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Gastautor: Tamo Zwinge
12.09.2018, 14:00  |  367   |   

Als Privatanleger ist man immer auf der Suche nach „dem“ erfolgversprechendsten Weg sein Geld zu investieren. Wenn den Anlegern die nötige Erfahrung oder das Wissen fehlen, können sie sich an den erfahrenen Profis und deren Verhalten am Markt orientieren. Aber es kann sich auch lohnen der „intelligenten Masse“ zu folgen und auf eine gemeinschaftlich geteilte Expertise zu vertrauen.

Beide Strategien kann man unter dem Begriff Smart Money zusammenfassen. Diesem kann man als Anleger folgen, wenn man sich von bestimmten Investments mehr Gewinn erhofft. Es gibt mehrere Möglichkeiten beim Investieren von professionellen Anlegern oder der Masse zu profitieren, um das Smart Money zu finden.

 

Smart Money und Dumb Money - Definition

Smart Money und Dumb Money sind Begriffe aus der Finanzwelt. Sie beschreiben unterschiedliche Investorengruppen. Mit Smart Money (dt.= „schlaues Geld") sind oftmals professionelle, institutionelle Anleger und große Investoren gemeint. Solche Profis verfügen über das notwendige Wissen und die Erfahrung sowie wichtige Insiderinformationen. Smart Money-Händler investieren meist zum richtigen Zeitpunkt und haben die Fähigkeit, auf und ab zu springen. Sie erkennen die Trends am Markt bevor andere es tun.

Das Gegenteil dazu ist Dumb Money (dt. = „dummes Geld“). Dies sind häufig Privatanleger, die meist wenig Zeit und wenig Erfahrung im Umgang mit Finanzprodukten besitzen. Sie vertrauen eher auf ihr Gefühl und investieren daher oft zum falschen Zeitpunkt. Diese Investoren sind dementsprechend erfahrungsgemäß weniger erfolgreich.

Smart Money-Investments performen besser als Dumb-Money-Investments. Daher haben Dumb-Money-Anleger auch ein großes Interesse daran, in das „smarte Geld“ zu investieren. Um das Smart Money zu finden, bieten unter anderem Unternehmen bestimmte Services für Anleger an. Diese erfolgen meist durch ausgeklügelte Trackingmethoden auf Plattformen, auf denen Anleger die Portfolios bekannter Trader nachbilden können.

 

Smart Money im Aktienhandel: Social Trading

Das Prinzip der „intelligenten Masse“, der Schwarmintelligenz, wird beim Social Trading angewendet und bietet Einsteigern viele Chancen. Viele Investoren basieren ihre Anlageentscheidungen darauf und verlassen sich dabei auf nutzergenerierte Inhalte. Diese Inhalte werden von verschiedenen privaten und institutionellen Investoren in Form von öffentlichen Portfolios und Markteinschätzungen bereitgestellt. Diese finden sich auf sozialen Netzwerken oder speziellen Plattformen.

Jeder Anleger kann die Transaktionen des jeweiligen Wertpapierhändlers mitverfolgen und oft auch kommentieren. Außerdem werden die Informationen der öffentlich einsehbaren Portfolios von Investoren dazu genutzt, um Transaktionen sowie Anlagestrategien nachzuahmen. Händler, die erfolgreich sind, verzeichnen so häufig die meisten Follower. Man kann es als eine Art „gemeinschaftlichen Wertpapierhandel“ bezeichnen. Ein transparenter und kostengünstiger Anlageprozess entsteht. Durch diese indirekte Form der Anlageberatung sparen sich Privatanleger die Kosten für einen Vermögensberater.

 

Smart Money: Hedgefonds und institutionelle Anleger

Etwas weniger aufwendig und kompliziert kann man dem Smart Money folgen, indem man sich das Investitionsverhalten von bestimmten Hedgefonds-Managern genauer anguckt. Diese Manager sind von Haus aus gut informiert und gelten als Insider von Informationen über Unternehmen. Wenn viele unabhängig voneinander in die gleiche Aktie investieren, dann kann ein einzelner Privatanleger davon ausgehen, dass dort eine positive Entwicklung stattfinden wird.

Sobald sich ein Smart-Money-Anleger für eine Aktie interessiert, sollten private Anleger dies zur Kenntnis nehmen. Hier könnte es zu einer Steigerung des Wertes kommen. Das gilt auch, wenn die professionellen Anleger ihr Geld aus einem Unternehmen zurückziehen. Dort könnte es vielleicht zu Problemen kommen. Auch hier bieten Unternehmen ihren Kunden Auswertungen vom Managerverhalten an. Eine solche Auswertung machen zum Beispiel die Experten der US-Webseite Gurufocus. Im letzten Jahr waren Aktien aus der Gesundheits- und Technologiebranche für die großen Hedgefonds interessant.

Diese Experten sind darüber hinaus überzeugt, dass es Aktien gibt, in die Privatanleger immer investieren können und sollten – egal wie es um den Markt bestellt ist. Diese kann man als Smart Money Aktien bezeichnen. Die Hedgefonds haben ihre größten Anteile an Amazon, Alphabet, Microsoft und Facebook. Aber auch United Parcel Service, Inc. (UPS), Walt Disney und Coca Cola gelten als sichere Smart-Money-Aktien. Diese Aktien sollen langfristigen Erfolg garantieren und sich für jeden Anleger lohnen.

Aber auch Hedgefonds-Manager können sich irren. Daher erfordert diese Beobachtung der Profis eine gewisse Eigeninitiative. Eine genau Recherche der Investitionen sollte trotzdem erfolgen und dem Profi sollte nicht blind vertraut werden.

 

Smart Money beim Crowdinvesting

Eine Art von gemeinschaftlicher Schwarmintelligenz lässt sich beim Crowdinvesting betrachten. Es existiert ein großes Netzwerk von Investoren auf einer Plattform, die sogenannte Crowd. Es gibt Crowdinvesting-Plattformen für Investitionen in Startups oder Immobilien.

Auf solchen Plattformen ist es möglich zu sehen, welche und wie viele Investoren bereits in das angebotene Produkt investiert haben. So manchem Anleger kann dies eine mögliche Referenz sein. Wenn viele Personen investieren, könnte es sich um ein vielversprechendes Produkt handeln, das am Ende den gewünschten Gewinn bringt.

Auch von professionellen Anlegern können die Investoren über eine Crowdinvesting-Plattform profitieren. Durch die gegebene Transparenz können alle sehen, welcher Anleger in welches Produkt investiert hat – sofern er nicht anonym unterwegs ist. Neben Privatanlegern sind auf Crowdinvesting-Plattformen auch professionelle Beteiligungsgesellschaften unterwegs, die über viel Erfahrung bei Investitionen in Startups verfügen. Für Privatanleger kann es lohnend sein, ihre Investments genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Kommentarfunktion ermöglicht es weiterhin einen Einblick in die Sicht der Profis zu bekommen, sei es von Business Angels oder Fachleuten aus der jeweiligen Branche. Denn in der Crowd finden sich nicht nur Finanzexperten, sondern auch Ingenieure und Produktdesigner. Diese können aus ihrer professionellen Sicht das Produkt positiv oder negativ kommentieren. Der Anleger kann auf diese Weise informierter entscheiden, ob es sich lohnen könnte, in ein Produkt zu investieren oder nicht.

Bei all den positiven Effekten des Smart Moneys muss erwähnt werden, dass es auch Experten gibt, die mit ihren Einschätzungen daneben liegen und damit die Behauptung widerlegen, dass Smart-Money-Investments besser seien als der Rest. Es gibt, wie bei vielen Anlagestrategien, keine Garantien für Erfolg.

Dennoch wird das Folgen des Smart Moneys als durchaus vertretbare Anlagestrategie angesehen. Am Ende muss der Anleger selbst entscheiden ob und wem er bezüglich seiner Geldanlage folgen möchte. Sich zu informieren und die besten Optionen zu recherchieren, sollte das A und O vor jedem Investment sein.

 

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Disclaimer

Gastautor

Tamo Zwinge
Gründer & Geschäftsführer, Companisto

Tamo Zwinge leitet seit Juni 2012 als Gründer und Geschäftsführer die Crowdinvesting-Plattform Companisto, auf der Startups eine Schwarmfinanzierung von Mikroinvestoren, den sogenannten Companisten, erhalten können. Er arbeitete zuvor mehrere Jahre als Jurist bei CMS Hasche Sigle, einer der führenden wirtschaftsberatenden Anwaltssozietäten in Deutschland. Dort betreute er große Unternehmen in den Bereichen Gesellschaftsrecht, Unternehmenstransaktionen und Private Clients. Aufgrund dieser Kompetenzen verantwortet Tamo Zwinge im Besonderen die rechtliche Ausgestaltung von Companisto und die stetige Optimierung des Companisto-Modells auf Anschlussfinanzierungen durch Venture Capital-Gesellschaften.

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