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Der neue Mercedes EQC ist eine Blamage für Daimler

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.09.2018, 09:29  |  7991   |  11   |   

Der neue Elektro-SUV mit dem Namen EQC ist das erste von zehn Modellen seiner neuen elektrischen EQ-Reihe, die Daimler (WKN:710000) bis zum Jahr 2022 aufbauen will. Anfang September wurde das von Investoren und Konsumenten mit Spannung erwartete Auto schließlich vorgestellt.

Die EQ-Modelle stellen eine große Offensive Daimlers dar. Daimler will, sobald die Reihe im Jahr 2022 abgeschlossen ist, 60 % der Fahrzeugtypen über EQ abbilden. Entsprechend viel Aufmerksamkeit erfährt Daimlers erstes EQ-Modell, dieses könnte schließlich wegweisend für die gesamte Reihe sein.

Ist Daimler damit der große Coup gelungen, um die Konkurrenten BMW (WKN:519000), Volkswagen (WKN:766403) und vor allem den kalifornischen Herausforderer Tesla (WKN:A1CX3T) auf Abstand zu halten?

Was kann das Auto?

Der 4,76 Meter lange EQC ist der erste vollelektrische SUV von Daimler. Zwei Elektromotoren treiben den 2,4 Tonnen schweren EQC an. Der EQC kommt in 5,1 Sekunden von 0 auf 100, bei 180 km/h ist jedoch (schon) Schluss. Die Batterien des EQC haben eine Kapazität von 80 kWh.

Die Gesamtreichweite gibt Daimler mit 450 Kilometern an – hier wurde jedoch der alte Messzyklus NEFZ verwendet. Im neuen WLTP-Verfahren ist mit weniger Reichweite zu rechnen, wahrscheinlich knapp unter 400 Kilometern. An einer Schnellladesäule soll die Batterie schon nach 40 Minuten bis zu 80 % geladen sein.

Interessanterweise schwieg Daimler zum Preis des neuen Autos. Dieser wird wahrscheinlich erst veröffentlicht werden, sobald man das Fahrzeug Anfang 2019 vorbestellen können wird. Das ist sehr schade, da damit ein Vergleich mit bestehenden Elektro-SUVs erschwert wird. Versuchen wir uns dennoch daran.

Ein kurzer Vergleich mit den Konkurrenten

Als Konkurrenz fällt einem natürlich sofort das Tesla Model X ein. Doch auch Jaguar hat mit dem I-Pace seit Kurzem einen Konkurrenten auf dem Markt.

Die wichtigsten Daten, die mich als Konsumenten interessieren, sind die Beschleunigung, die Höchstgeschwindigkeit, die Reichweite und der Preis. Zusätzlich habe ich Fahrzeuglänge und -gewicht in den Vergleich eingebaut, da der Preis und die Reichweite maßgeblich davon abhängen, wie groß und schwer das Fahrzeug ist. Sehen wir uns an, wie die drei Kontrahenten sich schlagen:

Mercedes EQC Jaguar I-Pace Tesla Model X 100D
Fahrzeuglänge 4,76 m 4,68 m 5,05 m
Fahrzeuggewicht 2.425 kg 2.208 kg 2.459 kg
Beschleunigung 0–100 km/h
5,1 Sekunden 4,8 Sekunden 4,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 200 km/h 250 km/h
Batteriekapazität 80 kWh 90 kWh 100 kWh
Reichweite 450 km (nach NEFZ) 470 km (nach WLTP) 565 km (nach NEFZ)
Preis ??? ab 77.850 Euro ab 114.400 Euro

Was wir sehen

Der EQC liefert im Vergleich zu seinen beiden Konkurrenten die schlechteste Beschleunigung, die niedrigste Höchstgeschwindigkeit und die niedrigste Reichweite. Von einem brandneuen Auto aus dem Hause Daimler hätte ich mir wirklich mehr erwartet.

Daimler hätte im Gegensatz zu Tesla alle finanziellen Mittel, um ein wirklich bahnbrechendes Elektrofahrzeug zu entwickeln. Eines, das die Massen im wahrsten Sinne des Wortes „elektrisiert“. Ich als Konsument jedoch wüsste zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund, warum ich mir einen EQC statt eines I-Pace oder eines Model X kaufen sollte.

Einzig über den Preis könnte der EQC die beiden Konkurrenten schlagen – CEO Zetsche sprach von einer „sehr wettbewerbsfähigen Preisstellung“. Doch Mercedes-Benz war noch nie ein Name, den man mit Preiskampf verbunden hat.

Zusammengefasst

Der EQC ist nicht der erhoffte große Sprung für Daimler, der die Wettbewerber mächtig unter Druck setzt. Im Gegenteil, Daimler wäre wirklich gut beraten, seine EQ-Flotte zügig auszubauen – mit Autos, die ihren Konkurrenten gegenüber wirklich Vorteile haben. Ansonsten droht Daimler beim Thema Elektroautos ziemlich zu scheitern. Schließlich haben andere Hersteller wie BMWAudi und Volvo ebenfalls neue Modelle in den Startlöchern.

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11 Kommentare

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Kommentare

Genau, weil sie natürlich mehr Ahnung hast als die Ingenieure bei Daimler. Die haben daran bestimmt keinen einzigen Gedanken verschwendet. Schade das sie nicht als Produktdesigner oder Ingenieur bei Daimler angestellt sind (Ironie off)
Ich kann es nicht fassen.... ein elektro suv... schon mal im windkanal damit gewesen? Das kann mur eine Fehlkonstruktion werden. Bei den cw Werten ist der Akku nach 100 km leer. Dumm geboren nichts dazugelernt... Daimler.
Schadstoffreduzierung bis 99 Prozent

Stichproben bei Straßenmessungen hätten gezeigt, dass die Schadstoffreduzierung bei guten Modellen im Vergleich zu Euro-5-Dieseln sogar bei 95 bis 99 Prozent liegt. Der sauberste bislang gemessene Diesel sei ein BMW X1 sDrive18d mit nur noch acht Milligramm Stickoxid pro Kilometer. Der Grenzwert liegt bei 168 Gramm.

Unter öffentlichem Druck gelingt der Autoindustrie, was sie jahrelang mit Verweis auf den "Motorschutz" für unmöglich erklärt hatte. Zusätzliche und bessere Katalysatoren, größere Tanks für das Abgasreinigungsmittel Ad Blue - schon kommt hinten nicht mehr Dreck raus als erlaubt. Und das bei realen Fahrbedingungen auf der Straße, ein Anwendungsszenario, das die Hersteller bei der Abgasreinigung lange für nicht beherrschbar hielten.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/euro-6d-temp-der-diesel-i…

Natürlich wird aus einem Verbrenner nie Frischluft aus dem Auspuff kommen, aber die angebliche Alternativlosigkeit der E-Autos ist vielleicht doch zu überdenken. Ich hatte neulich mal zum Ausprobieren einen Tesla gemietet. Voll super - 40 Minuten Ladezeit an der Autobahn (Supercharger) plus 3 Karren vor mir, bis ich überhaupt drangekommen bin. Mäh....Brutto 2h Burger King, bis man wieder auf 80% war. Ich weiß nicht....
2,4 Tonnen! - Ein Auto das nun wirklich keiner braucht. Die ganze Autoentwicklung geht in die völlig falsche Richtung. Die Autokonzerne machen auch die Augen zu vor der Wirklichkeit und den Anforderungen an ein Auto von heute. Wie wollen die jemals die CO2-Vorgaben einhalten?

Ich empfehle da als Alternative: https://www.pedilio.de/

Das ist ein Auto das für die Zukunft entwickelt ist:

Es wiegt 68 kg - keine 3,4 Tonnen!

Mit weniger als 1 % der Batterieleistung kommt es auf ca. ein Sechstel der Laufleistung des EQC. Das könnte man ausbauen.

Es hat ein eingebautes Solarmodul, das die Batterien auch wirklich aufladen kann. D.h., man kann wirklich 100 % Erneuerbare Energien tanken und nicht den Strommix aus der Steckdose.

Mit solchen Konzepten könnten nennenswert E-Autos verkauft werden. So ein EQC ist doch ein Luxusauto, was im Flottenverbrauch nichts bewirkt.

Oder hier steigt ein Tesla-Fahrer auf einen Electra Meccanica SOLO um:
https://www.youtube.com/watch?v=wOXORC_YDTI

Unglaubliches Kofferraumvolumen:
https://www.youtube.com/watch?v=U5YsOMq4v38

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