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Räumung im Hambacher Forst beginnt - Massives Polizeiaufgebot

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
13.09.2018, 14:19  |  540   |   |   

KERPEN (dpa-AFX) - Mit einem massiven Polizeiaufgebot haben die Behörden im Braunkohlerevier Hambacher Forst damit begonnen, die Baumhäuser der Umweltaktivisten zu räumen. Für den jahrelangen Protest der Braunkohlegegner ist das eine Zäsur. Denn die in den vergangenen Jahren errichteten Baumhäuser sind längst ein Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle geworden. Aktivisten kündigten als Reaktion auf den Polizeieinsatz "zivilen Ungehorsam" und eine "bundesweite Massenmobilisierung" an. Die Polizei stellt sich auf einen tagelangen und schwierigen Einsatz vor. Nach und nach müssen die Kräfte des Höheninterventionsteam die rund 50 bis 60 Baumhäuser räumen und abbauen.

Der Energiekonzern RWE will im Herbst mehr als die Hälfte des noch verbliebenen Waldstücks zwischen Köln und Aachen roden, um weiter Braunkohle baggern zu können. Dagegen gibt es seit Langem Proteste. Aktivisten haben in bis zu 25 Metern Höhe rund 50 bis 60 Baumhäuser errichtet und halten den Wald damit seit sechs Jahren besetzt.

Begründet wurde die Räumung allerdings nicht mit dem geplanten Braunkohleabbau. Vielmehr argumentiert das NRW-Bauministerium unter anderem mit dem fehlenden Brandschutz in den Baumhäusern.

Für die Polizei ist es einer der größten Einsätze in der jüngeren NRW-Geschichte. Aus dem gesamten Bundesgebiet wurden Einsatzkräfte zur Verstärkung in den Hambacher Forst geholt. Auch Wasserwerfer und schweres Räumgerät wurden zum Hambacher Forst gebracht. Laut Polizei gab es bis zum Mittag eine vorläufige Festnahme.

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Ein RWE-Sprecher betonte am Donnerstag, der Konzern sei nicht "unmittelbarer Veranlasser" des Einsatzes. "Die Rodungsarbeiten auf unserem widerrechtlich besetzten Grundstück sollen wie geplant erst im Oktober beginnen."

Mitarbeiter der zuständigen Stadt Kerpen informierten die Baumbesetzer am Donnerstagmorgen per Lautsprecher über den Räumungsbeschluss und forderten sie auf, die Baumhäuser innerhalb von 30 Minuten freiwillig zu verlassen. Als die Baumbesetzer die Frist verstreichen ließen, rückte das Höheninterventionsteam der Polizei mit einer Arbeitsbühne und einem großen Luftkissen auf dem Boden vor. Als erstes wurde ein von den Baumbesetzern aufgestellter Stamm mit einer Plattform abgebaut. Ein Aktivist war unmittelbar vor Beginn des Einsatzes weggeklettert.

Wenig später holten die Einsatzkräfte einen Aktivisten von einer in der Höhe befestigten Plattform. Der Mann habe keinen Widerstand geleistet und sei auf eine Arbeitsbühne der Polizei-Höhenretter gestiegen, berichtete ein dpa-Reporter.

Am frühen Nachmittag begannen die Behörden auch von Westen her, auf dem Gebiet des Kreises Düren, die Räumung vorzubereiten. Ein Vertreter des Kreises forderte Aktivisten in Baumhäusern auf, freiwillig auf den Boden zu kommen - andernfalls werde die Polizei die Bauten räumen. Der Hambacher Forst liegt genau auf der Grenze zwischen der Stadt Kerpen und dem Kreis Düren.

Mit einem großen Polizeiaufgebot räumen die Behörden seit Donnerstagmorgen die Baumhäuser der Umweltaktivisten im Hambacher Forst. Für den jahrelangen Protest der Braunkohlegegner ist das eine Zäsur. Die in den vergangenen Jahren errichteten Baumhäuser sind längst ein Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle geworden.In den sozialen Netzwerken riefen die Baumbesetzer dazu auf, den Protest im Hambacher Forst zu verstärken und in den Wald zu kommen. "Wir werden deshalb ab diesem Wochenende mit Aktionen massenhaften zivilen Ungehorsams die Räumungen und Rodungen von Polizei und RWE verhindern. Durch diese Aktionsform nehmen wir unsere Zukunft selbst in die Hand", sagte Jan Pütz von der Aktion Unterholz.

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Kommentare

Zitat von dragon52: Welch ein Trauerspiel. Für die Wirtschaft werden mal wieder ohne Rücksicht Kosten verursacht. Aber wehe, es wird einem Menschen vor Ort geschadet, dann ist dieser MP dort Geschichte. Eigentlich müsste die gesamte Antifa und Antikap jetzt vor Ort sein, um den Kapitalfaschos die Stirn zu bieten.


Die Kapitalfaschos haben zusammen mit der NRW Landesregierung gesiegt. Ein Journalist tot und eine Besetzerin schwer verletzt. Ursächlich daran beteiligt die von denen beauftragte "Staatstruppen", die die Demonstranten einschüchtern und unter Druck setzen.
Wann erfolgt die Behandlung dieses Vorgangs im Düsseldorfer Landtag?
Existiert die SPD dort noch oder sind die jetzt eine "Groko" Synthese mit der Regierung eingegangen. Obwohl, die waren ja auch schon zu glorreichen Zeiten als sie noch regieren durften auf Seiten der Kohleschürfer.
größere Waldstücke hier noch zu zerstören und den Brasilianern oder Afrikanern vorwerfen, sie würden ihren Regenwald zerstören, Wald, den die Erde braucht, ist ein Witz.. wenn sowas heute hier noch geht.
Und das wegen Braunkohle. Der doppelte Witz ist echt gut..
RWE kann man nicht mal einen Vorwurf machen, wenn es die Politik abgesegnet hat, was eigentlich unglaublich ist

Die haben nur Kohle im Kopf; im dreifach gemeinten Sinne.
Was da wieder abläuft grenzt an Methoden eines diktatorischen Regimes.
Sich über Rechtsverletzungen in der Türkei, China und anderen Ländern heuchlerisch aufregen und
hier vor Ort genau so vorgehen.
Zitate unserer Dummpolitiker:
WIR MÜSSEN DIE DEMOKRATISCHEN WERTE SCHÜTZEN UND ERHALTEN.......HAHAHA
Welch ein Trauerspiel. Für die Wirtschaft werden mal wieder ohne Rücksicht Kosten verursacht. Aber wehe, es wird einem Menschen vor Ort geschadet, dann ist dieser MP dort Geschichte. Eigentlich müsste die gesamte Antifa und Antikap jetzt vor Ort sein, um den Kapitalfaschos die Stirn zu bieten.

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