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Chinas Automarkt: Volkswagen und Ford schwächeln, E-Autos aber boomen!

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
14.09.2018, 13:43  |  905   |   |   

Chinas Automarkt verzeichnet Rückgänge in diesem Sommer. Doch ein Segment sticht hervor: Elektroautos finden weiter reißenden Absatz. Dieses Jahr soll die Millionenmarke geknackt werden.

Automarkt: Sinkende Verkaufszahlen in Juli und August

China ist der mit Abstand größte Automarkt der Welt. Doch derzeit halten sich die Käufer zurück. Nach einem Minus von 4 Prozent im Juli ging es auch im August bergab. Die Zahl der verkauften Autos sank auf 2,1 Mio., ein Rückgang um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut dem nationalen Verband der Autohersteller liegt dies an den Unsicherheiten über den Handelskonflikt mit den USA. Vor allem in den kleineren Städten mache sich dieser Effekt bemerkbar, heißt es. Und das spüren fast alle Produzenten: Während Volkswagen mit 352.500 verkauften Fahrzeugen (-0,3%) glimpflich davon kam, verbuchte Ford (-36% auf 62.683) einen heftigen Rückgang. General Motors wiederum gibt keinerlei monatliche Statistiken mehr zum chinesischen Markt heraus. GM-Partner SAIC Motor gab aber an, dass man sowohl bei den GM- als auch bei den eigenen Marken Rückgänge verbuchte. SAIC-GM meldete insgesamt 158.616 verkaufte Fahrzeuge (-4%). Im Kontrast dazu steht Toyota Motors, dass seinen Absatz um 23 Prozent auf 133.000 Wagen im August steigern konnte. Im ersten Halbjahr lag das Plus der Japaner bei 12 Prozent. Die Analysten von Macquarie haben ihre Jahresprognose für den gesamten Markt nun auf +3 Prozent gekürzt.

Elektroautos: Wird die Millionenmarke geknackt

Eine Ausnahme bleibt das Segment der Elektroautos (hybrid + vollelektrisch). Hier meldete der Verband ein Wachstum von 64 Prozent im ersten Halbjahr. Der Marktanteil liegt nunmehr bei stolzen 5 Prozent der Neuwagenverkäufe. Nur kleine Automärkte wie beispielsweise Norwegen können höhere Werte aufweisen. Macquarie geht davon aus, dass die Dynamik bis Jahresende anhält. Die Analysten hatten einen EV-Absatz von 900.000 Stück für 2018 prognostiziert. Nun soll mit 1,05 Mio. Verkäufen gar die Millionenmarke geknackt werden. Weltweit soll die Elektroautoflotte im ersten Halbjahr 2019 auf über 4 Mio. steigen.

Lithium-Ionen-Batterien bleiben Branchenstandard

Interessant ist auch das, was auf der Batterieseite passiert und was die E-Autos weiter stützen dürfte. Die Kosten für die Lithium-Ionen-Batterien sinken weiter deutlich, wie eine Untersuchung von Blooomberg New Energy Finance zeigt (siehe Graphik oben). Sie sanken um rund 80 Prozent seit dem Jahr 2010. In diesem Jahr sollen sich die Kosten weiter reduzieren. Unterdessen scheint klar, dass die Lithium-Ionen-Batterien auf Jahre hinaus den Markt dominieren werden. So jedenfalls lautet das Fazit nach einer von JP Morgan organisierten Tour bei deutschen Autoherstellern in dieser Woche. Die Entwickler waren sich markenübergreifend einig, dass diese Technologie auf absehbare Zeit den Markt für Elektroautos dominieren wird.

Lieferanten als Profiteure des E-Auto-Booms

Das sind gute Nachrichten für die Hersteller von Lithium, Nickel oder auch Kupfer. Doch auch in der Nische wird man dies gerne hören. So kommt beispielsweise hochreines Alumina (HPA, siehe Bild oben) ebenfalls in den Batterien zum Einsatz. Damit wird der Plastiktrenner zwischen Kathode und Anode überzogen, was die Brandgefahr senkt, falls diese einmal heiß werden. Für ein durchschnittliches Elektroauto sind 1,6 Kilogramm HPA nötig, für einen Elektro-Bus sogar rund 6,4 Kilogramm.

Niedrige Bewertung

Die australische Altech Chemicals (0,14 AUD | 0,09 Euro; ISIN: AU000000ATC9) befindet sich auf dem Weg, mit einer neuen Technologie den HPA-Markt aufzumischen (ausführlich hier). Dazu baut das Unternehmen derzeit eine eigene Verarbeitungsanlage in Malaysia, der Spatenstich dazu erfolgte Anfang August. Nun wird die Fabrik von der Düssseldorfer SMS Group, gleichzeitig mit 8,87 Prozent größter Aktionär des Unternehmens, gebaut (mehr hier). Nach Fertigstellung will man dort 4.500 Tonnen High Purity Alumina herstellen. Das Material kommt aber nicht nur in Auto-Batterien zum Einsatz, sondern auch in LEDs, Computerchips, Tablets oder Smartphones. Altech ist somit eine Alternative, um in das Wachstum der Elektroautoindustrie zu investieren, ohne auf bestimmte Fahrzeughersteller setzen zu müssen. Aktuell wird das Unternehmen mit weniger als 50 Mio. US-Dollar bewertet. Dabei rechnet Alltech im ersten vollen Produktionsjahr bereits mit einem EBITDA von 76 Mio. Dollar. Die Analysten von Arrowhead sehen den fairen Wert der Aktie bei mindestens 0,29 AUD und somit die Chance auf einen Verdoppler. Einen ausführlichen Überblick zu den Financials finden Sie an dieser Stelle.

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