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Beliebte ETF-Indizes im Check: Was können DAX und Euro Stoxx 50 wirklich?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.09.2018, 09:35  |  748   |   |   

Das Investieren in ETFs ist vom Grundsatz her ziemlich einfach und bringt gewisse reizvolle Vorteile mit sich. Nichtsdestoweniger müssen auch hier einige Entscheidungen im Vorfeld getroffen werden, um sicherzustellen, dass man letztlich auch genau das richtige Produkt für seine Anlagestrategie bekommt.

Eine wichtige Frage im Vorfeld ist häufig: Welchen Index möchte ich eigentlich tracken? Um dir bei der Beantwortung dieser wichtigen Frage zu helfen, werfen wir an dieser Stelle einen genaueren Blick auf die Zusammensetzung der beliebten ETF-Indizes DAX und Euro Stoxx 50.

Der heimische DAX

Anfangen wollen wir zunächst mit unserem heimischen Leitindex, dem DAX. Genauer gesagt heißt der DAX übrigens DAX 30, weil dieser Index eben die 30 Vertreter unserer inländischen ersten Börsenliga abbildet. Klingt eigentlich ziemlich logisch, oder?

Die Anzahl von 30 ist im Übrigen eher relativ klein. Viele Leitindizes, wie beispielsweise der S&P 500, vereinen deutlich mehr Aktien auf sich. Ob das ein Nachteil ist, darüber lässt sich natürlich trefflich streiten. Nichtsdestoweniger bieten weniger Unternehmen natürlich weniger Diversifikation. Und auch ob lediglich 30 verschiedene Aktien einen realistischen Querschnitt durch unsere inländische Wirtschaft abbilden, kann und sollte möglicherweise durchaus kritisch hinterfragt werden.

Dennoch gibt es auch so einiges, was der DAX kann. In erster Linie kann der DAX nämlich Automobilbranche und Finanzbranche. Mit drei Vertretern aus dem Automobilsegment und fünf Indexkandidaten aus der Finanzbranche sind hier deutliche Schwerpunkte erkennbar. Weitere Hauptbranchen finden sich übrigens noch in den Bereichen Pharma, Medizintechnik und Chemie. Hierzu werden bis zu acht weitere DAX-Aktien gezählt. Vom Grundsatz her sehr defensive Branchen sind zwar vertreten, aber relativ gesehen eher eine Minderheit.

Foolishes Fazit daher: Der DAX 30 ist schon sehr speziell. Er ist vor allem sehr zyklisch und wenig defensiv. Das sollten Investoren definitiv bedenken.

Der europäische Euro Stoxx

Weiter geht es an dieser Stelle mit dem Euro Stoxx. Oder etwas präziser: dem Euro Stoxx 50. Zu diesem Index zählen, wie die Ordnungsziffer hinter dem Namen angibt, 50 verschiedene europäische Aktien. Wie du möglicherweise bereits richtig erkannt hast, beziehen sich die Ziffern regelmäßig auf die Aktienanzahl in dem Index. Doch nun zu dem, was der Euro Stoxx 50 denn unterm Strich kann.

Im Vergleich zum DAX ist dieser Index bereits etwas diversifizierter. Ganz offensichtlich bieten 50 Aktien eine deutlich breitere Basis. Allerdings ist auch die innere Zusammensetzung des Index selbst noch etwas diversifizierter ausgerichtet als der DAX.

Beim Blick auf die einzelnen Branchen innerhalb des Index fällt zwar zunächst wieder auf, dass sowohl Auto-Aktien als auch Banken und Versicherer einen großen Teil des Index stellen. Nichtsdestoweniger finden sich aber auch rund ein Fünftel aller Aktien aus sehr defensiven Segmenten wie Nahrungsmittel oder dem allgemeinen Konsumbereich wieder. Der Euro Stoxx 50 enthält somit einen deutlich defensiveren Kern.

Zudem enthält der Euro Stoxx insgesamt 50 Vertreter aus achtzehn verschiedenen Branchen. Foolishes Fazit daher an dieser Stelle: Auch wenn der Euro Stoxx 50 immer noch recht klein ist, bietet er dennoch einen sehr soliden Querschnitt durch viele Branchen innerhalb Europas.

Foolishes Fazit

Wie wir daher nun gesehen haben, bieten sowohl DAX als auch Euro Stoxx 50 andere Schwerpunkte. Während der DAX als kleinerer Vertreter eher einen kleineren Einblick in die deutsche Wirtschaftswelt mit weniger vertretenen Branchen bietet, ist der Euro Stoxx 50 mit lediglich zwanzig weiteren Vertretern bereits deutlich diversifizierter und defensiver aufgestellt.

Das soll an dieser Stelle jedoch nicht zwingend heißen, dass man den Euro Stoxx 50 gegenüber dem DAX bevorzugen sollte. Nein, man sollte sich lediglich der Zusammensetzung bewusst sein, um ein besseres Gespür für Chancen und Risiken des jeweiligen Index bekommen zu können.
Nur so kann man sich als Investor das ideale Investitionsvehikel aussuchen, das einem genau den passiven Fonds-Mix verspricht, den man sich auch wirklich erhofft.

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