DAX+0,01 % EUR/USD+0,10 % Gold+0,34 % Öl (Brent)+0,13 %

Trumps Handelskrieg mit China schickt Hongkong gerade in einen Bärenmarkt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.09.2018, 10:00  |  874   |   |   

Der Hang Seng Index, das Barometer für den Hongkonger Aktienmarkt, erreichte am 26. Januar mit 33.154 Punkten seinen Höchststand. Nur neun Monate später, am 11. September, ist der Index auf 26.399 Punkte gefallen.

Es gibt verschiedene Definitionen eines „Bärenmarktes“, aber ein Rückgang von 20 % oder mehr gegenüber dem Höchststand in einem breiten Marktindex (d. h. dem Hang Seng) ist die am weitesten verbreitete Verwendung des Begriffs.

Offensichtlich hat sich seit den Allzeithochs vom Januar viel verändert.

Genau gesagt, ein Wort: Handelskrieg

Um zu verstehen, warum der breite Marktindex einen solchen Rückschlag erlitten hat, ist es wichtig zu beachten, dass die Mehrheit der Aktien des Hang Seng Index in China ansässige Unternehmen oder Unternehmen mit großen Einnahmequellen aus China sind, nachdem Großbritannien die Kronkolonie 1997 an China zurückgegeben hatte.

Auch wenn der Hang Seng Index ein Synonym für den Hongkonger Markt ist, spiegelt er doch mehr oder weniger die Gesundheit der chinesischen Wirtschaft wider. Die chinesische Wirtschaft wurde in einen sehr öffentlichen Handelskrieg mit den USA hineingezogen.

Chinas Handelsüberschuss mit den USA betrug 2017 375 Mrd. US-Dollar. Er steigt weiter an und erreichte letzten Monat 31 Mrd. US-Dollar. Das kam nicht gut an bei US-Präsident Donald Trump, der einen umfassenden Handelskrieg mit China begonnen hat, indem er damit gedroht hat, 10 % bis 25 % Zölle auf alle chinesischen Importe, die insgesamt 500 Mrd. US-Dollar ausmachen, zu erheben.

Theoretisch ist das Land mit einem Handelsüberschuss während eines Handelskrieges stärker betroffen – deshalb fiel der Hang Seng Index weitaus stärker als der S&P 500, der repräsentativste breite Marktindex in den USA. Der S&P 500 ist 2018 sogar um etwa 8 % gestiegen.

Die Wachstumsgeschichte Chinas

Das Wachstum des BIP in China wird von drei Kräften getragen:

  • Exporte
  • Verbrauch
  • Investitionen

Einfach ausgedrückt, kann der durch den Handelskrieg bedingte Rückgang der Exporte nicht vollständig durch Konsum und Investitionen aufgefangen werden. Der sinkende Handelsüberschuss übt Abwertungsdruck auf Chinas Währung, den Renminbi oder Yuan aus. Der Yuan hat seit Juni fast 10 % an Wert verloren. Obwohl der Hongkong-Dollar an den US-Dollar gekoppelt ist, wird der Abwärtsdruck auf den Yuan bei den meisten in Hongkong notierten Unternehmen zu einem Ergebnisrückgang führen.

In den letzten zehn Jahren war Chinas Kreditboom der wichtigste Faktor für das BIP-Wachstum. Die Gesamtverschuldung gegenüber dem BIP stieg von 141 % im Jahr 2008 auf 260 % im Jahr 2017. Ende 2017 warnte der ehemalige chinesische Zentralbankchef Zhou Xiaochuan, dass China einen „Minsky Moment“ riskieren könnte – den dramatischen Rückgang der Vermögenswertpreise nach einem anhaltenden Anstieg. Der Handelskrieg könnte ein auslösender Faktor für das Platzen einer Blase sein – insbesondere für die Immobilienblase.

Als guter Frühindikator für den Markt verstärkt der fallende Hang Seng Index die Angst vor einer Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft.

Kurze Geschichte der Bärenmärkte in Hongkong

So beunruhigend wie sie auch sein mögen, Bärenmärkte sind für die Anleger eine Selbstverständlichkeit.

In Hongkong haben die Bärenmärkte in den letzten 30 Jahren regelmäßig zugeschlagen. Wenn du dir die vergangenen Bärenmärkte in der Retrospektive anschaust, könntest du einen Eindruck davon bekommen, wie der nächste aussehen wird.

Aus der folgenden Grafik kannst du ersehen, dass die meisten Bärenmärkte 12 Monate oder weniger dauern. Die einzige Ausnahme war im Jahr 2000, als Hongkong nach dem Platzen der Immobilienblase in einer längeren Deflationsphase war. Angesichts des „High-Beta“-Charakters des Hang Seng Index im Vergleich zu anderen globalen Aktienindizes war der prozentuale Verlust beängstigend: Die Verluste lagen zwischen – 45 % und – 67 %.

Spitzenzeit Indexniveau von Hang Seng Nachfolgender Crash Prozentualer Verlust Dauer von der Spitze bis zum Tiefpunkt
Oktober 1987 3.950 1.895 52 % 2 Monate
Januar 1994 12.599 5.709 45 % 12 Monate
August 1997 16.820 6.545 61 % 12 Monate
März 2000 18.398 8.332 55 % 37 Monate
Oktober 2007 31.958 10.676 67 % 12 Monate

Quelle: Berechnungen des Autors.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel