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Trumps Handelskrieg mit China schickt Hongkong gerade in einen Bärenmarkt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.09.2018, 10:00  |  828   |   |   

Der Hang Seng Index, das Barometer für den Hongkonger Aktienmarkt, erreichte am 26. Januar mit 33.154 Punkten seinen Höchststand. Nur neun Monate später, am 11. September, ist der Index auf 26.399 Punkte gefallen.

Es gibt verschiedene Definitionen eines „Bärenmarktes“, aber ein Rückgang von 20 % oder mehr gegenüber dem Höchststand in einem breiten Marktindex (d. h. dem Hang Seng) ist die am weitesten verbreitete Verwendung des Begriffs.

Offensichtlich hat sich seit den Allzeithochs vom Januar viel verändert.

Genau gesagt, ein Wort: Handelskrieg

Um zu verstehen, warum der breite Marktindex einen solchen Rückschlag erlitten hat, ist es wichtig zu beachten, dass die Mehrheit der Aktien des Hang Seng Index in China ansässige Unternehmen oder Unternehmen mit großen Einnahmequellen aus China sind, nachdem Großbritannien die Kronkolonie 1997 an China zurückgegeben hatte.

Auch wenn der Hang Seng Index ein Synonym für den Hongkonger Markt ist, spiegelt er doch mehr oder weniger die Gesundheit der chinesischen Wirtschaft wider. Die chinesische Wirtschaft wurde in einen sehr öffentlichen Handelskrieg mit den USA hineingezogen.

Chinas Handelsüberschuss mit den USA betrug 2017 375 Mrd. US-Dollar. Er steigt weiter an und erreichte letzten Monat 31 Mrd. US-Dollar. Das kam nicht gut an bei US-Präsident Donald Trump, der einen umfassenden Handelskrieg mit China begonnen hat, indem er damit gedroht hat, 10 % bis 25 % Zölle auf alle chinesischen Importe, die insgesamt 500 Mrd. US-Dollar ausmachen, zu erheben.

Theoretisch ist das Land mit einem Handelsüberschuss während eines Handelskrieges stärker betroffen – deshalb fiel der Hang Seng Index weitaus stärker als der S&P 500, der repräsentativste breite Marktindex in den USA. Der S&P 500 ist 2018 sogar um etwa 8 % gestiegen.

Die Wachstumsgeschichte Chinas

Das Wachstum des BIP in China wird von drei Kräften getragen:

  • Exporte
  • Verbrauch
  • Investitionen

Einfach ausgedrückt, kann der durch den Handelskrieg bedingte Rückgang der Exporte nicht vollständig durch Konsum und Investitionen aufgefangen werden. Der sinkende Handelsüberschuss übt Abwertungsdruck auf Chinas Währung, den Renminbi oder Yuan aus. Der Yuan hat seit Juni fast 10 % an Wert verloren. Obwohl der Hongkong-Dollar an den US-Dollar gekoppelt ist, wird der Abwärtsdruck auf den Yuan bei den meisten in Hongkong notierten Unternehmen zu einem Ergebnisrückgang führen.

In den letzten zehn Jahren war Chinas Kreditboom der wichtigste Faktor für das BIP-Wachstum. Die Gesamtverschuldung gegenüber dem BIP stieg von 141 % im Jahr 2008 auf 260 % im Jahr 2017. Ende 2017 warnte der ehemalige chinesische Zentralbankchef Zhou Xiaochuan, dass China einen „Minsky Moment“ riskieren könnte – den dramatischen Rückgang der Vermögenswertpreise nach einem anhaltenden Anstieg. Der Handelskrieg könnte ein auslösender Faktor für das Platzen einer Blase sein – insbesondere für die Immobilienblase.

Als guter Frühindikator für den Markt verstärkt der fallende Hang Seng Index die Angst vor einer Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft.

Kurze Geschichte der Bärenmärkte in Hongkong

So beunruhigend wie sie auch sein mögen, Bärenmärkte sind für die Anleger eine Selbstverständlichkeit.

In Hongkong haben die Bärenmärkte in den letzten 30 Jahren regelmäßig zugeschlagen. Wenn du dir die vergangenen Bärenmärkte in der Retrospektive anschaust, könntest du einen Eindruck davon bekommen, wie der nächste aussehen wird.

Aus der folgenden Grafik kannst du ersehen, dass die meisten Bärenmärkte 12 Monate oder weniger dauern. Die einzige Ausnahme war im Jahr 2000, als Hongkong nach dem Platzen der Immobilienblase in einer längeren Deflationsphase war. Angesichts des „High-Beta“-Charakters des Hang Seng Index im Vergleich zu anderen globalen Aktienindizes war der prozentuale Verlust beängstigend: Die Verluste lagen zwischen – 45 % und – 67 %.

Spitzenzeit Indexniveau von Hang Seng Nachfolgender Crash Prozentualer Verlust Dauer von der Spitze bis zum Tiefpunkt
Oktober 1987 3.950 1.895 52 % 2 Monate
Januar 1994 12.599 5.709 45 % 12 Monate
August 1997 16.820 6.545 61 % 12 Monate
März 2000 18.398 8.332 55 % 37 Monate
Oktober 2007 31.958 10.676 67 % 12 Monate

Quelle: Berechnungen des Autors.

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