DAX-0,54 % EUR/USD-0,44 % Gold-0,28 % Öl (Brent)-1,19 %

Deutschland Neue Ära im Umgang mit Freizeit-Pot

17.09.2018, 12:55  |  3450   |   |   

Seit März vergangenen Jahres ist Medizinalcannabis in Deutschland legal erhältlich. In einem nächsten Schritt könnte Deutschland dem Vorreiter Kanada folgen und auch den Frezeitkonsum legalisieren. Hierzu kommen neue Vorstöße aus den beiden großen politischen Lagern.

Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Bundestags-Gesundheitsausschusses, sagte: "Ich hätte gerne mit Hilfe eines Modellversuches Klarheit darüber, welche Auswirkungen eine veränderte Drogenpolitik haben könnte und möchte dadurch auch die Diskussion versachlichen", siehe hier. Rüddel plädiert für eine kontrollierte Abgabe über Apotheken. In seiner Vorstellung soll Cannabis nur an die Person abgegeben werden, die es auch konsumiert. 

Noch im Februar 2018 hatte der damalige CDU-Fraktionschef Florian Graf vor einer Legalisierung gewarnt. Bislang wehrten beide Unionsparteien eine Cannabis-Freigabe ab. Für Die Grünen, Die Linke und FDP wäre eine Legalisierung von Cannabis denkbar. Wieland Schinnenburg, FDP-Gesundheitspolitiker, sagte: "Wer als Erwachsener Cannabis rauchen will, soll einfach in die Apotheke gehen können".

Die Berliner SPD wagt einen weiteren Vorstoß in Richtung Cannabis-Legalisierung. Auf dem Landesparteitag im November soll über den Besitz und Konsum von Cannabis ein neuer Beschluss verabschiedet werden. Dieser orientiert sich an der Entscheidung der Berliner SPD, die einen Zwischenschritt einführen will, bei dem "wissenschaftliche Modellprojekte zur Abgabe von Cannabis unter der Kontrolle der Länder" umgesetzt werden sollen.

Thomas Isenberg, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, sagte: "Die SPD braucht endlich eine klare Position für eine moderne Cannabis-Politik". Bei einer Legalisierung des Freizeitkonsums soll es gleichzeitig ein Werbeverbot für Cannabis geben, so der Sprecher. Isenberg ist sich der Sensibilität des Themas bewusst, denn immerhin gibt es 150.000 Ermittlungsverfahren. Allein in Berlin soll es circa 24.000 Cannabis-Abhängige geben.

Für den Deutschen Hanfverband ist die Richtung der SPD entscheidend, denn er rechnet damit, dass wenn die SPD sich nicht in einem Fraktionsbeschluss für Modellprojekte entscheidet, dann wird es in den nächsten Jahren keine Fortschritte geben. Somit ist der SPD-Parteitag im November ein wichtiger Termin.

Anleger sollten die erste Cannabis-Investorenkonferenz in Deutschland, am 21. und 22. Oktober 2018, in Frankfurt am Main nicht verpassen. Bei dieser Konferenz werden sich die Vertreter der größten kanadischen Cannabisproduzenten erstmals den Fragen von institutionellen Investoren stellen, siehe hier

Quellen:

Der Tagesspiegel

Hanfverband

Morgenpost



1 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Eine "Neue Ära" in Sachen privater Cannabis-Konsum wurde gestern in Südafrika eingeleitet.
Hier gibt es erstmal einen Nazi/AfD-Fan als Hilfsinnenminister, wie ich das so ganz illusionsfrei sehe.
Bleibt mal abzuwarten, was wir uns in Sachen privater Freiheiten von Nord-Korea noch vorreiten lassen müssen.
mfG fE

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel