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Schwache Infrastruktur – ein Problem für den Mittelstand

17.09.2018, 13:21  |  330   |   |   

Kaputte Straßen, Funklöcher und lahmes Internet – gerade KMU leiden unter Defiziten bei der Gewährleistung einer funktionierenden Infrastruktur.

Wachstum ist auf der einen Seite eine schöne Sache. Für die Wirtschaft ist es auf der anderen Seite eine Notwendigkeit – und mitunter eine sehr fragile Angelegenheit. Umso schlimmer, wenn das Wachstum von selbstgemachten Problemen behindert wird.

Danach sieht es zumindest derzeit aus, wenn es nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter gut 2.700 Unternehmen geht. Dieser Erhebung zufolge leidet jeder sechste Betrieb unter erheblichen Störungen, die durch allgemeine Infrastrukturmängel entstehen. Dabei sind es nicht nur kaputte Straßen, Schlaglöcher und baufällige Brücken, um die es geht. Die Rede ist vor allem von verbesserungswürdiger technischer Infrastruktur. So sorgen gerade träge Internetverbindungen und Löcher im Mobilfunknetz für Beschwerden von Unternehmern, da diese deswegen ihre Geschäfte oft nicht zuverlässig abwickeln können. Was das besonders Erschreckende an der IW-Umfrage ist: Gegenüber der letzten Erhebung vor fünf Jahren hat sich die Situation in den Augen der Befragten sogar noch verschlechtert.

Probleme nicht nur in Deutschland

Nun ist das Problem einer mangelhaften Infrastruktur kein ausschließlich deutsches Phänomen: Auch im Rest der Welt – ob in Schwellenländern wie Indien oder in etablierten westlichen Industrien wie den USA oder Frankreich – muss massiv investiert werden. Laut Zahlen der G20 fließen aktuell jährlich insgesamt rund 2,5 Billionen Dollar in die weltweite Infrastruktur – was gegenüber dem Jahr 2011 eine Steigerung von immerhin rund 20 Prozent bedeutet. Und ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Geteiltes Leid ist in diesem Fall aber nun wirklich nicht halbes Leid.

Nicht zu einfach machen

Vielleicht ist genau das Thema Investitionen der Knackpunkt. Zwar führen zwar die Experten von der IW das Problem weniger auf den Faktor Geld zurück; sie sehen vor allem den Personalmangel als entscheidend dafür an, dass es in vielen Infrastrukturprojekten nicht vorangeht. Allzu leicht sollte man es den an der Misere Verantwortlichen dann aber doch nicht machen: Denn ist nicht jede Personalfrage auch eine Frage des Geldes? Mittelstand und KMU dürfen zu Recht fragen, warum er sich viele Gedanken um Finanzierungen machen muss, öffentliche Stellen aber bei offensichtlichen Nachlässigkeiten eine solche Frage mit der Personalkeule erschlagen dürfen.

Dieser Beitrag erschien erstmals auf kapitalmarkt.blog

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