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Interview Mologen: Eine klare Perspektive und viel Potenzial

Gastautor: w:o Gastbeitrag
19.09.2018, 08:11  |  1771   |   |   

Noch bis zum 24. September können Aktionäre die Kapitalerhöhung bei Mologen zeichnen. Die neuen Aktien werden zu 4,70 Euro angeboten. Im Interview mit unserer Redaktion erläutern Vorstandschef Ignacio Faus und Finanzvorstand Walter Miller, wie das frische Geld genutzt werden soll. Die Vorstände sprechen dabei über die weiterführenden Pläne mit ONCOLOGIE und Lefitolimod sowie über die Zeit danach.

Sie haben vor kurzem ein sogenanntes Term Sheet zur weltweiten Rechteübertragung und Entwicklungskooperation für ihr Hauptprodukt Lefitolimod mit ONCOLOGIE bekannt gegeben. Damals dachte der Markt, dass Lefitolimod nun durchfinanziert sei. Jetzt führen sie eine Kapitalerhöhung durch, was teils auf Verwunderung stößt. Warum benötigen sie nun noch frisches Geld, wo bald die Gelder von ONCOLOGIE kommen sollen?

Miller: Wir haben mit ONCOLOGIE im Februar 2018 einen Lizenzvertrag für China sowie einen weltweiten Entwicklungskooperationsvertrag geschlossen. Im Zuge dessen haben wir von ONCOLOGIE eine erste Zahlung von 3 Millionen Euro erhalten. Im Nachgang wurde nun im August 2018 eine Absichtserklärung mit ONCOLOGIE abgeschlossen. Als Teil der Erklärung hat ONCOLOGIE Anfang September eine Wandelanleihe im Gesamtnennbetrag von 2 Millionen Euro gezeichnet. Neben der bislang erhaltenen Zahlung von 5 Millionen Euro werden weitere Zahlungen nach Abschluss des geplanten Vertrages erfolgen. Mit diesen Zahlungen, zusammen mit dem potentiellen Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung, wird die Finanzierung der Zulassungsstudie IMPALA für unser Hauptprodukt Lefitolimod in der Indikation Darmkrebs bis zum Abschluss der Studie zum Großteil gesichert sein. Die noch fehlenden Mittel wollen wir durch die aktuelle Kapitalerhöhung einwerben. Außerdem sollen die Mittel aus der Kapitalerhöhung dazu verwendet werden, unsere Nachfolgeprodukte, z.B. EnanDIM, in der präklinischen Entwicklung weiter voranzubringen und so den möglichen Start der klinischen Studien im Jahr 2019 zu ermöglichen. 

Die Kapitalerhöhung soll rund 18 Millionen Euro bringen. Wie viel davon benötigen sie davon für die IMPALA-Studie? 

Miller: Der überwiegende Teil der Bruttoerlöse aus der Kapitalerhöhung soll, zusammen mit den Zahlungen von ONCOLOGIE, für die weitere Finanzierung der IMPALA-Studie bis zu deren voraussichtlichen Auswertung im April 2020 und für die Herstellung der weiteren klinischen Prüfmedikation verwendet werden.

ONCOLOGIE wird dann noch weitere Studien zu Lefitolimod durchführen?

Faus: Ja, die Vereinbarung umfasst auch die Weiterentwicklung von Lefitolimod – dazu zählen insbesondere geplante Kombinationsstudien mit weiteren Immuntherapeutika. Unser Ziel ist es, das Potenzial von Lefitolimod in der Immuno-Onkologie voll auszuschöpfen. Gerade in Kombinationstherapien sehen wir uns erst am Anfang der Entwicklung.

 Ignacio Faus, CEO Mologen 

Warum beteiligen sie sich finanziell noch an der IMPALA-Studie und überlassen nicht alles ONCOLOGIE?

Miller: Es geht hier nicht nur um eine finanzielle Beteiligung, vielmehr geht es um die Absicherung der Qualität, Einbringung von Know- How und um die verzögerungsfreie weitere Umsetzung. Eine Übertragung im letzten Projektdrittel wäre nicht hilfreich. Folglich haben beide Partner gemeinsam entschieden, dass Mologen für die IMPALA-Studie in der Durchführung verantwortlich bleibt. Unser weiterer finanzieller Beitrag reflektiert sich auch in den gesamten finanziellen Konditionen der Partnerschaft.

ONCOLOGIE gehört nicht zu den großen Konzernen der Branche. Weshalb haben sie sich dieses Unternehmen als Partner für Lefitolimod ausgesucht?

Faus: ONCOLOGIE ist ein junges, Ende 2017 gegründetes US-Biotech Unternehmen mit operativen Standorten in Boston/USA und in Shanghai/China und besteht aus einem Team sehr erfahrener internationaler Onkologie-Experten. Das Führungsteam war zum Beispiel für Firmen wie Imclone, Lilly, BMS und Sanofi tätig. Zum anderen passt ONCOLOGIE mit seiner hochmodernen, Biomarker-basierten Entwicklungsstrategie für neuartige Krebsimmuntherapien perfekt zu MOLOGEN. Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Aufstellung das volle Potenzial unseres Hauptwirkstoffkandidaten Lefitolimod ausschöpfen können, speziell in Kombination mit anderen Immuntherapeutika. ONCOLOGIE verfügt zudem über spezielles Know-how bei den regulatorischen und klinischen Möglichkeiten sowohl in den USA als auch in China. Damit kann der globale Wert von Lefitolimod deutlich steigen. Ziel von ONCOLOGIE ist es, mittelfristig zu einem starken Player im Bereich der Immuno-Onkologie zu werden.

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