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Wasserstoffmobilität: Diese beiden Aktien könnten vom Megatrend profitieren!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
23.09.2018, 09:12  |  17564   |   |   

Wenn wir an den Elektroantrieb denken, denken wir meistens an die batteriebetriebene Form, die wir zum Beispiel von Tesla (WKN: A1CX3T) kennen. Hier wird dem Fahrzeug per Kabel Strom zugeführt, in Batterien gespeichert und bei Bedarf abgerufen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, den Strom durch Fusion von Wasserstoff und Sauerstoff direkt während der Fahrt zu erzeugen.

Diese Brennstoffzellenautos vereinen einige der Vorteile von Verbrennern und von Elektroautos: Der Tankvorgang ist innerhalb weniger Minuten abgeschlossen, was beim Elektroauto viel länger dauert. Das Fahrzeug produziert dann beim Fahren im Gegensatz zum Verbrenner keine schädlichen Abgase, sondern nur harmloses Wasser.

Bei diesen ganzen Vorteilen ist es kein Wunder, dass Navigant Research vermutet, die Anzahl der global verkauften wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge werde bis zum Jahr 2024 auf 228.000 pro Jahr steigen. Zum Vergleich: Der aktuelle Gesamtbestand an zugelassenen Wasserstoffautos betrug Ende 2017 knapp 6.500 – weltweit. Wenn Navigant recht behielte, entspräche das einer jährlichen Wachstumsrate von unfassbaren 66,2 %.

Heute werden wir uns zwei Aktien ansehen, die in meinen Augen von diesem starken Trend besonders profitieren könnten.

Ballard Power: Weltmarktführer bei Brennstoffzellen

Der unangefochtene Weltmarktführer in der Brennstoffzellenbranche ist das kanadische Unternehmen Ballard Power Systems  (WKN: A0RENB). Die Brennstoffzelle ist der Ort, an dem in einem Wasserstofffahrzeug die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff kontrolliert abläuft und somit der Strom generiert wird. Ballard Power produziert Brennstoffzellen für Schwertransporter, Busse, Züge, Gabelstapler und auch Autos.

Ballard Power ist besonders interessant, weil das Unternehmen auch die Technologieführerschaft innehat: Im September 2017 verkündete das Unternehmen, dass die Entwicklung einer Brennstoffzelle gelungen sei, die einen um 80 % verminderten Anteil am teuren Platin aufweise, ohne dass die Effizienz darunter leide.

Auch der kürzlich vorgestellte neue Brennstoffzellenstack für Schwerlasttransporter hat es in sich: Er bietet bis zu 40 % niedrigere Betriebskosten und ein Drittel höhere Energiedichte als die bisherige Generation.

Ballard Power schreibt, wie für ein junges Wachstumsunternehmen üblich, Verluste. Immerhin liegt der Bestand an liquiden Mitteln über den kurzfristigen Verbindlichkeiten, das Unternehmen sollte also erst einmal keine Zahlungsschwierigkeiten erfahren. In Anbetracht des stark negativen Free Cashflow in den ersten sechs Monaten des Jahres würde es mich aber nicht wundern, wenn Ballard Power demnächst weiteres Fremd- oder Eigenkapital einsammelt.

Ballard wird momentan (Schlusskurs vom 20.09.2018) an der Börse mit knapp 750 Mio. US-Dollar bewertet und damit nur zum 6,17-Fachen des Jahresumsatzes 2017. Sobald sich die Wasserstofftechnologie in Autos und anderen Fahrzeugen durchsetzt, könnten hier starke Kurssteigerungen die Folge sein.

Nel ASA: Elektrolyseure und Tankstellen

Das norwegische Unternehmen Nel ASA  (WKN: A0B733) stellt seit fast 100 Jahren Elektrolyseure (Geräte, die Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten) und Wasserstofftankstellen her. Nel produziert also sowohl die Anlagen, die den Treibstoff herstellen, als auch die Anlagen, die den Treibstoff wieder abgeben, und das seit fast einem Jahrhundert. Diese Expertise bedeutet eine große technologische Führerschaft.

Ende Juni 2018 veröffentlichte Nel eine Meldung, die sich als der große Durchbruch herausstellen könnte: Nel erhielt einen Großauftrag über 448 Elektrolyseure und 28 Tankstellen von Nikola Motor, einem jungen US-Unternehmen, das wasserstoffbetriebene Lkw herstellt. Laut einem Analysten von SpareBank 1 Markets könnte der Auftrag ein Volumen von 1,5 Mrd. Dollar haben.

Zum Vergleich: Der Jahresumsatz von Nel lag 2017 bei umgerechnet rund 36 Mio. Dollar und die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei etwa 476 Mio. Dollar. Hier lauert riesiges Kurspotenzial, wenn der Auftrag komplett erfüllt wird. Und selbst wenn nicht: Der Großauftrag ist zumindest ein Beleg dafür, dass das Interesse an der Technologie von Nel durchaus besteht und das Unternehmen groß herauskommen könnte, wenn sich die Wasserstofftechnologie durchsetzt.

Nel bereitet sich schon mal auf zukünftiges Wachstum vor und plant, für umgerechnet rund 18,4 Mio. Dollar seine Produktionskapazitäten zu verzehnfachen, um die Erfüllung des Auftrags stemmen zu können. Die Fabrik soll voll automatisiert sein und dadurch Elektrolyseure außergewöhnlich günstig produzieren können.

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