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WOCHENAUSBLICK Dax weiter im Aufwind - Neugliederung von Indexfamilie

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
24.09.2018, 05:50  |  450   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Börsenexperten bleiben für die weitere Dax -Entwicklung optimistisch. Trotz des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits und steigender Zinsen in den USA trauen sie dem wichtigsten deutschen Aktienindex überwiegend eine weitere Kurserholung zu. Optimisten setzen sogar darauf, dass er sich wieder seiner bisherigen Bestmarke nähern dürfte. Im Fokus stehen am Montag grundlegende Änderungen in den Indizes der Deutschen Börse.

"Die Herbststürme an den Börsen sind offenbar vorüber", schreibt Investmentanalyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Als Triebfeder für den Dax könnten sich das am Montag anstehende Ifo-Geschäftsklima und der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch erweisen. Für Erleichterung dürfte zudem die Einigung der Großen Koalition über die politische Zukunft von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen am Sonntagabend sorgen. Immerhin hatten Beobachter im Falle eines Scheiterns der Gespräche Neuwahlen nicht vollständig ausgeschlossen.

Zwar treten schon zum Wochenstart US-Strafzölle auf weitere chinesische Waren im Wert von 200 US-Dollar in Kraft, welche China mit neuen Zöllen auf amerikanische Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar kontern will. Doch mit zunächst zehn Prozent fallen die US-Abgaben geringer aus als von einigen Beobachtern befürchtet.

Zur guten Stimmung trage vor allem die Wall Street bei, erinnert LBBW-Experte Klumpp an die jüngsten Rekordhochs der wichtigen US-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 . Seit der Jahresmitte seien sie den europäischen und japanischen Börsenbarometern weit vorausgeeilt. Einen Bewertungsaufschlag hält er angesichts der höheren Eigenkapitalrenditen in den USA zwar für gerechtfertigt. Gegenüber dem Dax liege dieser aktuell aber doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets sieht vor allem den satten Kursanstieg des Tokioter Nikkei 225 seit Monatsbeginn als Mutmacher für den Dax. Da die japanische Wirtschaft ähnlich gut wie die US-Konjunktur laufe und der Nikkei zuvor der Wall Street hinterher gehinkt sei, hätten Investoren seit der Sommerpause massiv die günstigen japanischen Aktien gekauft. Da auch die deutsche Wirtschaft in einer guten Verfassung sei und der Dax "quasi der Nikkei vor drei, vier Wochen", könnten die Anleger auch hierzulande bald "beherzt zugreifen". "Ein Plus von acht Prozent im Dax so wie im Nikkei würden 1000 Punkte nach oben bedeuten", rechnete Stanzl mit Blick auf die kommenden Wochen vor.

Trotz der jüngsten Erholung ist der deutsche Leitindex im September per saldo nicht vom Fleck gekommen. Mit der von Stanzl skizzierten Entwicklung würde er wieder in Sichtweite seines Rekordstands von 13 596 Punkten aus dem Januar rücken. Stanzl setzt zudem darauf, dass der Ausgang der Zwischenwahlen zu den beiden US-Parlamentskammern Anfang November den Handlungsspielraum von Präsident Donald Trump als treibender Kraft des Handelskonfliktes einengen könnte.

"Die Tendenz zu steigenden Zinsen und Aktien dürfte sich fortsetzen, da von den anstehenden Konjunkturdaten keine negativen Überraschungen drohen", glaubt Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Sie sieht für den Dax zumindest die Marke von 12 500 Punkten in greifbarer Nähe. Hier dürfte allerdings erst einmal Endstation sein, gibt ihr charttechnisch orientierter Kollege Christian Schmidt zu bedenken. Denn im Zuge der laufenden Erholung habe das Börsenbarometer sein Potenzial "weitgehend ausgereizt".

Als sicher gilt unter Beobachtern, dass die Fed den US-Leitzins am Mittwoch zum dritten Mal seit Jahresbeginn anheben wird. Ein weiterer Zinsschritt stehe wohl im Dezember an, so Windt. Spannender werde aber, worauf sich die Anleger 2019 einstellen müssten. Sie bleibt für das kommende Jahr bei ihrer Prognose von drei weiteren Zinsanhebungen. Eine schneller als bislang erwartete Straffung der amerikanischen Geldpolitik dürfte zu stärker schwankenden Aktienkursen führen, ergänzte Markus Wallner von der Commerzbank. Leiden würden vor allem defensive Branchen wie die Nahrungsmittelhersteller, Versorger und Immobilienunternehmen. Dagegen hätten in der Vergangenheit Banken- und Versicherungstitel von höheren Zinsen profitiert.

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