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Interview Matthew Lennox Lewis: Der Gold-CEO, an dem die Majors in Nevada nicht vorbeikommen!

Gastautor: Kai Hoffmann
27.09.2018, 10:21  |  1139   |   |   

Contact Gold besitzt 13 Projekte am berühmten Carlin-Trend. Im Interview mit Vorstandschef Matthew Lennox-King sprechen wir ausführlich über die Vorzüge der Goldförderung in Nevada, die Goldprojekte des Unternehmens und die Schwäche des Goldpreises.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Im Jahr 2017 gründete Matthew Lennox-King zusammen mit dem heutigen Finanzvorstand John Wenger und einigen Investoren Contact Gold (0,43 CAD | 0,27 Euro; US21074G1013). Das Duo, das bereits bei Pilot Gold (heute: Liberty Gold) zusammengearbeitet hatte, sicherte sich gleich 13 Projekte am berühmten Carlin-Trend in Nevada. Dort wurden bis heute rund 100 Mio. Unzen Gold aus der Erde geholt. Im Frühjahr machte Contact mit einem „Monster-Bohrkern“ auf sich aufmerksam. Man durchschnitt 2,51 g/t Gold über eine sagenhafte Länge von 47,24 Metern (ausführlich hier). Die Aktie reagierte prompt und legte allein an diesem Tag um rund 50 Prozent zu. Seither befindet sich der Wert trotz der Goldpreisschwäche im Aufwärtstrend. Dennoch wird Contact Gold an der Börse lediglich mit knapp 30 Mio. CAD bewertet. Der Titel bietet somit große Chancen für Investoren, die sehr früh in Explorationsgesellschaften einsteigen möchten und einen langen Atem mitbringen. Ein „early investor“ war übrigens auch Goldcorp. Der milliardenschwere Bergbaukonzern ist bereits zum Start bei Contact eingestiegen und hält heute 15 Prozent der Anteile. Dafür legte Goldcorp satte 7,5 Mio. CAD auf den Tisch. Die Redaktion unserer Partnerseite Rohstoffbrief.com hat sich mit Vorstandschef Matthew Lennox-King (siehe Bild) über die Vergangenheit und die Zukunft der Contact-Projekte exklusiv unterhalten.

Rohstoffbrief.com („RB“): Im vergangenen Jahr hat sich Contact Gold 13 Projekte am berühmten Carlin-Trend in Nevada gesichert. Bereits zum Start war der Bergbaukonzern Goldcorp mit einem Investment in Höhe von 7,5 Mio. CAD an Bord gegangen und hält nun 15 Prozent an Ihrem Unternehmen. Der frühe Einstieg eines Majors erfolgt sehr selten. Wie ist es dazu gekommen?

Matthew Lennox-King („MLK“): Das ist richtig. Contact Gold entstand durch den Erwerb von 13 Liegenschaften mit insgesamt 2.762 Claims von Waterton Global Resource Management. Nevada und der Carlin-Trend sind sehr wichtig für die Goldmajors. Die Produktion entlang des Trends steht heute beispielsweise für ein Drittel von Newmont Minings weltweiter Goldproduktion. Bei Barrick Gold ist es etwa die Hälfte der jährlichen Förderung. Der Vorteil hier ist, dass ein Großteil der Vorkommen im einfachen Heap Leach-Verfahren verarbeitet werden kann und daher sehr kosteneffizient sind. Daraus folgen sehr niedrige „All in Sustaining Costs“ (AISC). Niedrige Kosten sind das wichtigste Argument für Newmont und Barrick und deshalb haben sie solch große Minen am Trend.

Zudem haben Goldcorp, Kinross and Oceana Gold bereits gezeigt, dass sie an Akquisitionen entlang des Carlin Trend interessiert sind. Hier gibt es nur wenige rechtliche Risiken und sie bekommen ihre Konzernkosten, sprich AISC, runter. Deshalb hat Kinross beispielsweise auch die Bald Mountain-Mine vor drei Jahren erworben. Diese liegt am südlichen Ende des Carlin-Trend, nicht weit entfernt von unserem Pony Creek-Projekt. Zudem halten Goldcorp und Oceana Gold Anteile an Gold Standard Ventures und haben diesen erst jüngst auf 13,6 Prozent bzw. 15,88 Prozent ausgebaut (wir berichteten). Gold Standards Railroad-Projekt zeigt die gleiche Geologie wie unsere Projekte Pony Creek, North Star und Dixie Flats. Diese Argumente sprechen für Goldcorps Engagement in Contact. Sie gewinnen mit uns ein starkes technisches Team mit signifikanter Erfahrung in Nevada und bei der Finanzierung von Explorationen. Mit Gold Standards Railroad-Project und Contacts Pony Creek und North Star-Projekten baut Goldcorp seine Stellung in diesem Golddistrikt aus.

„In 40 von 42 Bohrlöchern stießen wir auf Gold!“


RB: Ihr Flaggschiffprojekt Pony Creek hat bereits mit den ersten Bohrungen für Aufsehen gesorgt. Zudem hatten sie ein Bohrloch mit 2,51 g/t Gold über satte 47,24 Meter, was der Aktie einen Tagesgewinn von 50 Prozent bescherte. Könnten Sie uns etwas zur Geschichte und zum Potenzial von Pony Creek erzählen?

MLK: Pony Creek gehörte in den späten 1980ern bis in die 1990er hinein zu Newmont und Barrick. Das war eine Hochphase der Explorationsaktivitäten am Carlin-Trend. Beide Partner konzentrierten sich auf Bohrungen an einem bestimmten Punkt der Stratigraphie, am Devils Gate Webb Formation-Kontakt. Diese Formation beherbergte nach damaligem Verständnis alle Goldvorkommen im nördlichen Teil des Carlin Trend. Es wurden dort diverse, kurze, vertikale Reverse Circulation-Bohrungen („Umkehrspülbohrungen“) in verschiedenen Fragmenten durchgeführt, aber nie fand man das, was man erwartete. So landete Pony Creek in den frühen 2000ern im Portfolio von Allied Nevada. Zehn Jahre lang wurde das Projekt nicht angerührt, bevor Waterton es aus der Insolvenzmasse von Allied Nevada herauskaufen konnte. Eine historische Ressourcenschätzung aus dem Jahr 2006 liegt für den Teilbereich Bowl Zone vor und kam auf 1,4 Mio. Unzen Gold mit einem durchschnittlichen Gehalt von 1,5 g/t. Bitte vergessen sie nicht: Dies ist eine historische Schätzung und entspricht daher nicht modernen Anforderungen zur Klassifizierung von Vorkommen.

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