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Aktien Europa Schluss: Verluste - Italien-Schulden wieder im Vordergrund
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Aktien Europa Schluss Verluste - Italien-Schulden wieder im Vordergrund

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.10.2018, 18:44  |  723   |   |   

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach der Atempause am Vortag hat der Streit um Italiens Staatsschulden die europäischen Börsen am Dienstag wieder fest in den Griff genommen. Der EuroStoxx 50 büßte 0,74 Prozent auf 3388,99 Punkte ein und knüpfte so nach dem kurzen Erholungsversuch vom Montag wieder an seine schwache Vorwoche an.

Nach der Kritik der EU-Kommission an der geplanten, hohen Neuverschuldung der italienischen Regierung brachte ein Finanzpolitiker der Regierungspartei Lega den Euro mit den wirtschaftlichen Problemen des Landes in Verbindung. Er sei mehr als sicher, dass Italien mit einer eigenen Währung die gegenwärtigen Probleme lösen könnte, sagte der für seine eurokritische Haltung bekannte Claudio Borghi in einem Radiointerview - und löste so neue Debatten über die Gemeinschaftswährung aus.

Auch die anderen europäischen Aktienindizes gerieten am Dienstag wieder unter Druck: Der französische Cac 40 verlor 0,71 Prozent auf 5467,89 Punkte. In Italien ging der Abwärtsstrudel im kleineren Ausmaß weiter: der italienische FTSE MIB verlor 0,23 Prozent. Im Tief war er mit 20 207 Punkten auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2017 gefallen. Beim britischen FTSE 100 milderte das schwache Pfund die Verluste: er schloss 0,28 Prozent tiefer bei 7474,55 Punkten.

Im Zuge der marktbreiten Sorgen um den Euro kamen Bankenaktien überdurchschnittlich unter Druck, wie ihr Subindex am breiten Markt mit knapp 1 Prozent Minus zeigte. Am besten schlugen sich die Teilindizes der Rohstoff- und Versorgerwerte mit Anstiegen von bis zu 0,8 Prozent.

Dritter kleiner Gewinner war am Ende der Sektor der Autowerte. Etwas Rückenwind gaben hier die Diesel-Beschlüsse der Bundesregierung, die am Markt als passable Lösung für die deutschen Autohersteller gewertet wurden. Allen voran waren Daimler mit einem Anstieg um etwa 2 Prozent der Eurostoxx-Favorit.

Echte kursbewegende Unternehmensnachrichten waren derweil dünn gesät. Die Anteilsscheine von Akzo Nobel stemmten sich mit einem halben Prozent Plus gegen der Markt, nachdem der niederländische Farben- und Lackhersteller einen Geldregen für seine Aktionäre angekündigt hatte. Weitere 5,5 Milliarden Euro sollen an diese zurückfließen.

Kräftig aufwärts ging es für Aktien aus dem Chipsektor, aus dem STMicroelectronics mit einem Anstieg um 1,8 Prozent der Spitzenreiter im Cac 40 waren. Die positive Branchentendenz erstreckte sich bis nach New York, wo die Papiere des Branchenriesen Intel zum europäischen Handelsschluss sogar um 5 Prozent angezogen.

Ansonsten sorgten Analystenkommentare für Impulse. In Zürich sorgte sorgte eine Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies bei Nestle für ein kleines Plus von 0,1 Prozent. Der Nahrungsmittelkonzern habe mit strategischen Entscheidungen den richtigen Weg eingeschlagen und das Zeug dazu, auch weiterhin positiv zu überraschen, lobte Experte Martin Deboo.

Dagegen ging es für Eurostoxx-Schlusslicht Philips um 3,64 Prozent bergab. Der Elektronikhersteller biete zwar eine attraktive Restrukturierungsstory mit strukturellen Wachstumstreibern im Gesundheitsbereich, räumte Analyst Max Yates von der schweizerischen Bank Credit Suisse ein. Doch für das zweite Halbjahr sieht er nur noch begrenzten Spielraum für den Kurs und die Konsensschätzungen./tih/he

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