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Mahnung IWF-Warnung: Neue Risiken für unsere Finanzstabilität

04.10.2018, 16:47  |  13587   |   |   

Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist der Pulverdampf nach der letzten Finanzkrise noch nicht verraucht. Der IWF warnt zudem vor "neuen Risiken für die globale Finanzstabilität".

Nach einigen Vorausführungen, dass seit der letzten Krise Fortschritte gemacht worden seien, kommt der IWF in seinem Weltwirtschafts-Ausblick und Finanzstabilitäts-Bericht zur Sache und resümiert, dass sich die "Gewichte verschoben" und "neue Risiken“ gebildet hätten, berichtet "Reuters".

So erklärt der IWF, dass die durchschnittliche Staatsschulden-Quote in der Welt von 36 Prozent vor der Finanzkrise auf aktuell 52 Prozent gestiegen sei. Die Bilanzen der Zentralbanken – besonders in den Industrieländern – hätten sich wegen ihrer umfangreichen Anti-Krisen-Maßnahmen auf ein Vielfaches früherer Werte aufgebläht. Der Anteil der Schwellen- und Entwicklungsländer an der Weltwirtschaftsleistung sei auf rund 60 Prozent von 44 Prozent vor zehn Jahren gewachsen. Die Gewichte hätten sich verschoben, so der IWF.

Auf der gedachten IWF-Liste mit "neuen Risiken" stehen Gefahren in Verbindung mit "neuartigen Fintech-Firmen", die im Zuge der Verlagerung der Geldströme ins Internet an Bedeutung gewinnen. "Die FinTechs haben sich rasant entwickelt", so der IWF. Die damit verbundenen Risiken seien dabei noch nicht voll erkannt.

Der Derivate-Handel und die wachsende Bedeutung von Nicht-Banken-Akteuren im Finanzbereich, die etwas abseits der Aufsicht agierten - hier meint der IWF sehr wahrscheinlich den "Schattenbanken"-Sektor – stehen ebenfalls auf der Risiko-Liste. Dazu kämen Cyber-Sicherheitsrisiken, die die Finanzinstitutionen und ihre Infrastruktur bedrohten.

Regulierer und Aufseher müssten nach Meinung des IWFs jetzt wachsam und bereit sein zu handeln, wenn es nötig werde. "Risiken tendieren dazu, sich in guten Zeiten, wie der gegenwärtigen Phase niedriger Zinsen (...) aufzubauen und sie können in ganz neue Bereiche vordringen".

Positiv sei, dass Länder wie Deutschland, die vor der Krise über relativ komfortable Finanzpositionen oder über ein flexibles Währungsregime verfügten, besser durch die schwierigen Zeiten gekommen seien - nicht zuletzt, weil die Regierungen rasch und entschieden Schritte zur Gesundung ihres Bankensektors unternahmen und so Einbußen in Grenzen halten konnten. Die außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen hätten geholfen, eine zweite große wirtschaftliche Depression zu verhindern. Auf der anderen Seite hätten sie aber, wie die lange Phase extrem niedriger Zinsen, neue Verwundbarkeiten geschaffen. Es gelte jetzt, sich mit neuen Puffern besser abzusichern.

"Die Regelsetzer und Aufseher müssen in der Lage sein, auf neue Bedrohungen zu reagieren", forderte der IWF. Dabei warnte er vor einer wachsenden Regulierungs-Unlust, einem Zurückfahren von Vorgaben und abnehmender internationaler Zusammenarbeit. "Vor allem müssen die Regulierer Selbstzufriedenheit vermeiden", meinte der IWF.

Quelle:

Reuters

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