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Autozulieferer rüsten sich für die Zukunft

Gastautor: Marcus Landau
05.10.2018, 11:08  |  486   |   |   

Die großen Zulieferer in der Automobilindustrie haben das Wettrüsten begonnen. Im Mittelpunkt stehen dabei E-Mobilität und autonomes Fahren. Das birgt Risiken, schafft aber auch neue Wachstumspotenziale.

Gerade ist die IAA Nutzfahrzeugmesse 2018 in Hannover zu Ende gegangen. Laut Veranstalter konnten mit über 2.000 Ausstellern und 435 Weltpremieren (+31%) neue Maßstäbe gesetzt werden. Dabei zeigen schon diese Zahlen, mit welch großen Umbrüchen sich Bosch, Continental, ZF Friedrichshafen und die anderen großen Automobilzulieferer derzeit auseinandersetzen müssen. Im Fokus stehen dabei unter anderem elektrisch und autonom fahrende Nutzfahrzeuge. Der Güterverkehr wird in Zukunft weiterwachsen und Mensch und Umwelt immer stärker belasten. Um hier gegenzusteuern, sind Milliardeninvestitionen in entsprechende Technologien nötig, die von einem einzelnen Anbieter oft gar nicht entwickelt und finanziert werden können. Auch aus diesem Grund sind etwa Continental und Knorr-Bremse erst Mitte September eine Partnerschaft zur Entwicklung schlüsselfertiger Systemlösungen für hochautomatisiertes Fahren bei Nutzfahrzeugen eingegangen.

Innovationskraft als Aktientreiber

Für Anleger ist die Rolle von Continental als Innovationstreiber in der Automobilbranche besonders interessant. Erst kürzlich erhielt eine Idee des Konzerns im Rahmen des Automotive Brand Contest die Auszeichnung „Innovation of the Year“, welche das Interior von zukünftigen Fahrzeugen verändern und die Steuerung mehrerer Displays und Kameras ermöglichen soll. Auch im Bereich Elektromobilität erkennt das Unternehmen die Herausforderungen von Autofahrern. Mit seiner Arbeit am Thermomanagement von Fahrzeugen soll die Effizienz von Elektrofahrzeugen um bis zu 25 Prozent gesteigert und die Reichweite von E-Autos in Zukunft weniger stark vom Wetter abhängig werden.

Kosten und Nutzen – Zwei Seiten derselben Medaille

Continental könnte somit zu einem der großen Nutznießer der voranschreitenden Entwicklung bei E-Mobilität und autonomem Fahren werden. Dabei stehen vor möglichen Erträgen aus neuen Technologien allerdings nicht unerhebliche Kosten. So musste der DAX-Konzern im laufenden Jahr bereits zweimal seine Prognosen nach unten anpassen. Neben Umsatzeinbußen liegen die Gründe hierfür auch in erhöhten Forschungs- und Entwicklungsausgaben sowie in zusätzlichen Kosten wegen der stärkeren Fokussierung auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Trotz dieser Effekte rechnen die Hannoveraner weiter damit, schneller zu wachsen als ihre relevanten Märkte.

In Folge schätzt die Mehrheit der Analysten die Aktie weiterhin mit einem Halten- bzw. Kaufen- Urteil und einem Kursziel von gut 191 Euro ein, womit sich weiterhin ein spürbares Kurspotenzial für den Titel ergibt.

Hohe Kupons und Sicherheitspuffer

Für konservative Aktienanleger, die den genannten Risiken Rechnung tragen möchten und eher konservativ auf Continental setzen wollen, könnten deshalb klassische Aktienanleihen interessant sein. Bei Fälligkeit dieser Papiere erhalten ihre Besitzer entweder den Nennbetrag von meist 1.000 Euro ausgezahlt oder eine vorab festgelegte Stückzahl des zugrundeliegenden Basiswertes ins Depot gebucht. Letzteres ist dann der Fall, wenn der Kurs des Underlyings am Bewertungstag unterhalb des bei Emission festgelegen Niveaus (Basispreis) liegt. Davon unabhängig erhalten sie in jedem Fall einen attraktiven Zinsbetrag gutgeschrieben.

So bekommen Besitzer der gerade erst emittierten Aktienanleihe auf Continental mit der Wertpapierkennnummer DDG9WJ bei Fälligkeit in knapp zwölf Monaten (25.09.2019) einen Kupon in Höhe von 7,2% ausgezahlt. Zudem wird die Aktienanleihe zum Nennwert zurückgezahlt, sofern die Anteile des Automobilzulieferers auf oder über dem Basispreis von 148,15 Euro notieren. Ist die Aktie am Bewertungstag für unter 148,15 Euro zu haben, erhalten Anleger statt der Barzahlung 6,75 Conti-Aktien ins Depot gebucht. An späteren Kurszuwächsen – aber auch an weiteren Verlusten – der Aktie sind sie somit beteiligt, wobei natürlich auch ein sofortiger Verkauf möglich ist. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist somit aber möglich. Der Anleger trägt zudem das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten.

Autor: Marcus Landau, Derivate-Sales-Experte bei der DZ BANK

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Marcus Landau
Abt.-Direktor Public Distribution, DZ Bank

Marcus Landau, Derivate-Experte bei der DZ BANK, schreibt zu aktuellen Markt- und Produktthemen. Als Abteilungsdirektor Public Distribution ist er bei der DZ BANK für die Bereiche Vermarktung und Emission von Hebelprodukten und Zertifikaten mitverantwortlich und besitzt rund 15 Jahre Branchenerfahrung. In seinen Kommentaren beleuchtet er regelmäßig verschiedene Märkte und zeigt Handlungsmöglichkeiten für Anleger und Trader auf. Die DZ BANK ist einer der größten Derivate-Emittenten in Deutschland.

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