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TESLA INC. Vom Traumunternehmen zum Alptrauminvestment?

Gastautor: Andreas Lipkow
05.10.2018, 12:43  |  1885   |   |   

Elon Musk hatte am 7. August überraschend mitgeteilt, Tesla eventuell von der Börse zu nehmen. Die dafür notwendige Finanzierung sei ebenfalls gesichert. Der Aktienkurs schoss bis auf rund 387 Dollar nach oben. Shortseller mussten die Shortpositionen eindecken und hohe Tradingverluste hinnehmen. Nun droht ein juristisches Nachspiel.

Wer sich etwas länger mit dem Thema Börse beschäftigt wusste bereits damals, dass solch ein Unterfangen nicht so einfach ist und viel Tücken aufweist. So können die Aktien nicht einfach von der Börse genommen werden und auch die Festlegung eines möglichen Kaufpreises ist so nicht ohne weiteres möglich.

Die Finanzierung dieses Vorhabend spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.
Es kam, was kommen musste und ein Dementi folgte dem Nächsten. Die Analysten der großen Research Häuser waren genervt und strichen die Kursziele teilweise drastisch zusammen.

So wurde JP Morgan aktiv und reduzierte das Kursziel von einst 330,00 USD auf lediglich 195,00 USD mit einem „Underweight“ Votum. Aber auch die japanische Investmentbank Nomura Securities reagierte. Im vergangenen Jahr war die Tesla-Welt für die Analysten der japanischen Bank noch in Ordnung gewesen und krönten ihre Analyse zu den Aktien der Tesla Motor mit einem Kursziel von 500 Dollar. So rechneten die Analysten bis zum Ende 2021 mit einem „beispiellosen Anziehen des Umsatzes“ auf bis ca. 58 Milliarden USD. Mit dem daraus errechneten Kursziel von 500 Dollar wollten sie dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Nach der neuen Meinung der Nomura Analysten sind die Aktien nun nicht länger investierbar.

Der Analyst stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Neutral“ ab und senkt das Kursziel von 400 auf nur noch 300 Dollar. Seine Begründung findet er in dem Verhalten des CEO Elon Musk. „Das unberechenbare Verhalten vom Tesla -Chef, seine täglichen Tweets, seine Ausbrüche bei Telefonkonferenzen, sein Verspotten der Short Seller und sein Auftritt in Joe Rogans Podcast“ führen zu erheblichen Bedenken. So der Analyst aus dem japanischen Investmenthaus.

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Durch das rasante Wachstum und den damit verbundenen Problemen ist Tesla in die Liga der Visionsunternehmen gerutscht. Ähnlichkeiten zu den Dotcom-Unternehmen sind nicht mehr von der Hand zu weisen. Ein nachhaltiges Gewinnwachstum lässt sich aktuell nur schwer ablesen und die Gefahren bei dem Aufbau eines Vertriebsnetzwerks sind noch gar nicht bekannt. Man darf nicht vergessen, dass die etablierten Automobilunternehmen teilweise 60 bis 80 Jahre Zeit dafür hatten. Das wirklich neue an den Tesla Modellen ist nur der Elektroantrieb.

Ansonsten findet man bei den Autos keine wirklich großen Veränderungen vor. Die technischen Spielereien haben insgesamt nur eine kurze Halbwertszeit und sind keine großen Vorteile mehr im hart umkämpften Automarkt.

Die aktuelle Marktkapitalisierung drückt nicht nur den Status Quo aus, sondern muss auch über mehrere Jahre hinweg Bestand haben können. Es bringt den Aktionären wenig in ein Unternehmen zu investieren, das sich als One-Year-Wonder herausstellt. Speziell aus China sind aktuell ernsthafte Konkurrenten am Start, die nicht nur Teslas Vorherrschaft angreifen. Es dauert nicht lange dann ist das hohe Preisniveau der Automodelle aus dem E-Mobility-Sektor nicht mehr zu halten. Das zeichnet sich derzeit bereits ab und kann bald nicht mehr mit einem Lächeln abgetan werden. Zudem sind die chinesischen Autobauer sehr agil und lernen schnell dazu.

Damit kam die Problematik durch den CEO-Tweet und die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Für die Aktionäre bedeuten Rechtsstreitigkeiten und Auseinandersetzungen mit z. B. der SEC und dem Vorstand nichts Gutes. Sind dadurch die Kapazitäten der Manager gebunden und wertvolle Zeit verschenkt.

Tesla bleibt an der Börse, Elon Musk und viel Lärm um Nichts

Die Produktions- und Absatzprobleme müssen nun zeitnahe angegangen und gelöst werden.

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