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WOCHENAUSBLICK Hoffnungen ruhen auf der beginnenden Berichtssaison

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
05.10.2018, 16:20  |  895   |   |   

(technische Wiederholung)

FRANKFURT (dpa-AFX) - In der neuen Woche müssen sich Anleger am deutschen Aktienmarkt auf weiterhin holprige Börsenzeiten einstellen. Denn die Vielzahl an Belastungsfaktoren der vergangenen Wochen ist noch lange nicht abgehakt. Nachdem lange Zeit vor allem Risiken wie die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten hierzulande die Anleger verstimmten, gewann zuletzt die Sorge vor schneller steigenden Kapitalmarktzinsen die Oberhand an den Börsen. Auch die bislang ungelöste Brexit-Problematik und die hohe Verschuldung in Italien bleiben weiter ein Thema.

Ob die nun beginnende Berichtssaison den Knoten nun endlich zum Platzen bringt? Die Experten der Privatbank Merck Finck bleiben zumindest für die nächsten fünf Handelstage skeptisch: "Der Dax dürfte vorerst seinem anhaltenden Seitwärtstrend treu bleiben", schätzt Chefstratege Robert Greil. Seit Anfang September pendelt der Leitindex in einem engen Korridor zwischen 11 900 und etwa 12 460 Zählern.

Am Freitag läuten nun die Großbanken JPMorgan , Citigroup und Wells Fargo die Berichtssaison in den USA ein. Allgemein dürfte diese "einmal mehr die glänzende Verfassung der US-Konzerne belegen", ist sich Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sicher. Er schließt deshalb nicht aus, dass aus den USA nun positive Impulse auch zum hiesigen Markt überschwappen und den lange ersehnten Aufschwung einleiten.

Doch immer wieder drohen Störfeuer für die Börsen. So waren zuletzt neben den Dauerthemen wie Brexit, Italien und China die laut LBBW über die Sommermonate latent schwelenden Zinssorgen wieder in den Vordergrund gerückt - mit dem enormen Anstieg der Renditen der US-Staatsanleihen an den Märkten. Vorangegangen waren Aussagen von US-Notenbank-Chef Jerome Powell, der mit Hinweis auf die robuste US-Konjunktur eine noch schnellere Straffung der Geldpolitik andeutete als gemeinhin gedacht.

Der Fokus liege nun auf der Datenlage, betont Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Die Daten und insbesondere der robuste US-Arbeitsmarkt deuten laut dem Experten klar auf weitere Zinserhöhungen hin. Vor diesem Hintergrund müssen auch die in der kommenden Woche anstehenden Konjunkturdaten aus den USA gesehen werden: Aufschluss über die jüngsten Preistrends werden die Produzentenpreise am Mittwoch sowie die Inflationsdaten am Donnerstag geben.

Am Freitag folgt dann das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für September. Aus Deutschland dürften vor allem die Daten zur Industrieproduktion am Montag Beachtung finden. Am Donnerstag legt die EZB das Protokoll ihrer letzten Sitzung vor.

Während auf der politischen Agenda der Handelsstreit mit den USA zuletzt etwas in den Hintergrund geriet, ruft sich Italiens Haushaltsplanung wieder zurück ins Bewusstsein: Merck-Finck-Chefstratege Greil weist darauf hin, dass ab Mitte nächster Woche das Parlament in Rom den Entwurf der Populisten-Regierung diskutieren und entscheiden wird, "welcher Plan bis Montag (15. Oktober) zur Prüfung übergeben wird". Bereits an diesem Wochenende steht in Brasilien der erste Wahlgang des Präsidenten an, wo dem rechtspopulistischen Kandidaten Jair Bolsonaro gute Chancen eingeräumt werden.

Auf Unternehmensseite werden auch hierzulande in der kommenden Woche bereits einige Unternehmen mit Zahlen erwartet: So legt Cropenergies am Mittwoch endgültige Quartalszahlen vor, gefolgt vom Mutterkonzern Südzucker am Donnerstag. Dann öffnet auch der Verpackungsspezialist Gerresheimer seine Bücher für das abgelaufene Jahresviertel.

Zudem werden zwei Neuzugänge an den Börsen erwartet. Für den Dienstag steht in Frankfurt die Erstemission des Online-Möbelhändlers Westwing an. Das Unternehmen, an dem der Technologie-Investor Rocket Internet beteiligt ist, hatte den IPO um zwei Tage vorgezogen. Am Freitag folgt der Börsengang von Knorr-Bremse. Sollte der Hersteller von Bremsen für Schienen- und Nutzfahrzeuge alle angebotenen Aktien verkaufen können, wäre der IPO mit rund 4,2 Milliarden Euro ähnlich groß wie derjenige von Siemens Healthineers ./tav/tih/he

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