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Dies könnte für Amazon größer als E-Commerce werden

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.10.2018, 09:45  |  822   |   |   

Amazon (WKN:906866) hat einen Blick auf die mehrere Milliarden Dollar schwere indische Versicherungsbranche geworfen. Bloomberg berichtet, dass der E-Commerce-Riese beim Abschluss, bei der Bearbeitung und bei sonstigen Dienstleistungen im Bereich Versicherung als Corporate Agent auftreten will. Dies geht aus den neusten Dokumenten hervor, die Amazon bei den Regulierungsbehörden eingereicht hat. Dieser Zug könnte die Art und Weise verändern, wie Versicherungen in Indien zukünftig verkauft werden.

Amazon will offensichtlich die Attraktivität seiner E-Commerce-Plattform steigern, indem es weitere Produkte in sein Angebot aufnimmt. Aber dieses Mal zielt es auf einen großen und noch wenig beachteten Markt ab, der langfristig sehr lukrativ sein könnte.

Warum das eine große Sache sein könnte

Die indische Versicherungsbranche soll bis 2020 auf 280 Milliarden US-Dollar anwachsen. Dies geht aus einer gemeinsamen Untersuchung der Associated Chambers of Commerce and Industry und APAS hervor. Und selbst dann wäre dieser Markt noch nicht ausreichend bedient, da die Abdeckung durch Versicherungen letztes Jahr in dem Land nur 3,7 % betrug.

Zum Vergleich, Indiens E-Commerce-Branche soll bis 2025 auf 188 Millionen US-Dollar wachsen. Daher zielt Amazon auf einen viel größeren Markt, der das Potenzial hat, in den kommenden Jahren schnell zu wachsen, wenn die Verbreitung von Versicherungen zunimmt.

Die Boston Consulting Group schätzt, dass der Umsatz mit Onlineversicherungen zwischen 2016 und 2020 um 20 % steigen wird und etwas weniger als 2 Milliarden US-Dollar erreicht. Das liegt daran, dass viele Inder Versicherungen eher online kaufen, anstatt durch traditionelle Kanäle. So können sie aus verschiedenen Tarifen auswählen, die ihren Bedürfnissen entsprechen und gleichzeitig den besten Preis bekommen, indem Sie unterschiedliche Anbieter vergleichen.

Aber das ist nur der Anfang. Eine Mischung aus Regierungsinitiativen und schnellem Wachstum der Internetzugänge in Indien könnte den Onlineversicherungssektor noch weiter vorantreiben. Eine gemeinsame Untersuchung von IBM und Kalaari Capital schätzt, dass die Zahl der Internetnutzer in Indien von gegenwärtig 440 Millionen auf 850 Millionen bis 2020 steigen wird. Dabei soll die Hälfte der neuen Nutzer aus ländlichen Gegenden kommen.

Gleichzeitig hat die indische Regierung ein Projekt gestartet, dass mehr als 100 Millionen Familien in das National Health Protection Scheme aufnehmen soll. Diese positiven Entwicklungen sollten ein schnelles Wachstum der Versicherungsumsätze in Indien sicherstellen. Darum ist es absolut sinnvoll für Amazon, diesen Markt zu betreten.

Die gegenwärtige Situation

Es gibt mehrere Onlineplattformen, die Versicherungen in Indien verkaufen. PolicyBazaar ist beispielsweise ein Schlüsselkonkurrent für Amazon. Das zehn Jahre alte Unternehmen verkauft gegenwärtig jeden Monat 300.000 neue Versicherungsverträge und -verlängerungen. Es ist dabei, dieses Jahr fast 420 Millionen US-Dollar an Prämien zu erwirtschaften.

Wichtig ist, dass PolicyBazaar in einer guten Position ist, um zu wachsen, dank einer Finanzierung in Höhe von 238 Millionen US-Dollar, die es im Juni mit SoftBank abgeschlossen hatte. Die Holding von PolicyBazaar hat das Geld der Investoren klug eingesetzt. Dies kann man an dem Umsatzwachstum von 56 % erkennen, das es letztes Jahr erreicht hat. Das Unternehmen hat neue Segmente betreten und will in den Rückversicherungsmarkt einsteigen. Es wäre nicht überraschend, wenn PolicyBazaar das Leben von Amazon im indischen Versicherungsmarkt schwer macht.

Allerdings hat der in Seattle ansässige Onlineriese einen schlauen Plan ausgearbeitet, um einen Teil des Marktes zu erobern. Eine wichtige Rolle spielt die bestehende Stärke seiner E-Commerce-Plattform, um eine große Zielgruppe zu erreichen und kleinere Wettbewerber zu verdrängen.

Amazon spielt seine Karten klug

Amazon legte den Grundstein für seine Versicherungsambitionen in Indien Anfang des Jahres, indem es eine Finanzierungsrunde für das digitale Versicherungs-Start-up Acko anführte. Das Start-up bietet Versicherungsleistungen für Mitfahrapps und andere reisebasierte Bereiche wie Flüge. Es gibt Gerüchte, dass Amazon und Acko Versicherungen für Artikel, beispielsweise Smartphones, anbieten wollen, die auf der E-Commerce-Seite verkauft wurden.

Bedeutender für Amazon dürfte allerdings eine Bewerbung um eine Lizenz bei der Versicherungsregulierungsbehörde in Indien sein. Zudem kann es seine eigene Bezahlplattform Amazon Pay nutzen, um weitere Versicherungsprodukte anzubieten. Der E-Commerce-Riese hat bereits angedeutet, dass er Versicherungsprodukte über seine Amazon Pay Plattform anbieten will. Dies ist ein cleverer Zug, da die Kunden von Amazon so mit nur einem Klick eine Versicherung kaufen können.

Amazon beherrscht 31,1 % des indischen E-Commerce-Marktes und zielt nun auf 70 Millionen Onlinekäufer, die Amazon Pay nutzen. Darüber werden bereits Dienstleistungen wie Kredite und Annuitäten angeboten. Amazon Pay ermöglicht es, Bustickets zu buchen, Rechnungen zu bezahlen, Kinotickets zu kaufen, Essen zu bestellen oder eine KFZ-Versicherung abzuschließen. Das Unternehmen bietet zudem lukrative Rabatte für Kunden, die Produkte auf seiner Seite kaufen, um die Verbreitung zu fördern.

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