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VW, Dax, Infineon – das Risiko Handelskrieg

Gastautor: Daniel Saurenz
08.10.2018, 07:00  |  502   |   |   

Börse_Frankfurt_1In unserem ersten Teil “Dialog, Nvidia, Netflix – es droht der Abschwung” berichteten wir bereits über den Einfluss des Handelskrieges, die Stabilität in der Eurozone und die Situation in den Emerging Markets. Im zweiten Teil geht es um Italiens politische Entscheidungen sowie die Frage, ob ein konjunktureller Abschwung in Europa droht. Als größte Gefahr stellt sich dabei der Handelsstreit heraus. Jedoch können sich Anleger aktuell mit Papieren wie den Inlinern HX4GAW auf Volkswagen und HX42JF auf den Dax gut positionieren. Wer auf den Halbleiterhersteller Infineon setzen möchte, greift zum Discounter HX0KTB.

Wir blicken auf den zweiten Teil der Einschätzung von Südseiten der Börse München. Der Donner & Reuschel Analyst Carsten Mumm veröffentlichte dort seine Einschätzungen zur aktuellen Marktsituation mit der Frage “Droht nun der Abschwung?”:

Italiens Politik ist wenig realistisch

Börse_UniCredit_Banken_ItalienDie bisherigen Vorschläge der neuen italienischen Regierung sind wenig ermutigend, aber auch kaum realistisch. Die Unterstützung der chronisch schwach wachsenden Volkswirtschaft durch schuldenfinanzierte fiskalische Maßnahmen ist grundsätzlich sinnvoll – sofern sie Investitionen in die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit betreffen (also in Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur, usw.). Konsumtive Ausgaben wie ein Grundeinkommen, ein früherer Renteneintritt oder allgemeine Steuererleichterungen sind derzeit weniger hilfreich.

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Es ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass der Haushaltsentwurf an die gemäß Maastricht-Kriterien vorgesehene Grenze von einem Haushaltsdefizit in Höhe von 3 Prozent heranreicht. Sogar der italienische Finanzminister Tria möchte das Defizit bei 1,5 Prozent beschränken, um kein weiteres Vertrauen an den Finanzmärkten zu verlieren. Basisszenario ist daher, dass die italienische Regierung keinen kompletten Konfrontationskurs gegen die EU durchhält. Auch sie braucht schnell vorzeigbare Erfolge. Die Zustimmung Italiens zum EU-Haushaltsentwurf etwa könnte durch eine Entlastung des Landes bei der Aufnahme von Flüchtlingen erreicht werden. Sollte es doch zu kritischen Turbulenzen und der Gefahr der Destabilisierung weiterer Eurostaaten kommen, ist davon auszugehen, dass die EZB zumindest verbal und im Notfall auch mit Wertpapierkäufen erneut stabilisierend eingreifen würde.

Brexit steht vor der Tür

England_London_3Unter den gegebenen Voraussetzungen deutet vieles auf ein ungeordnetes Ausscheiden Großbritanniens aus der Eurozone (No-Deal-Szenario) hin. Die jüngsten Vorschläge der britischen Premierministerin May sind vonseiten der EU kaum akzeptabel, da diese auf den weitgehenden Erhalt der Handelsfreiheit bei gleichzeitiger Beschränkung bspw. des freien Personenverkehrs hinausliefen (Rosinenpicken).

Das Kernproblem ist derzeit aber die verrinnende Zeit. So müssen wesentliche Vereinbarungen schon im Herbst dieses Jahres stehen, um noch vom britischen Parlament sowie allen anderen Eurostaaten ratifiziert zu werden. In Anbetracht des bisher wenig erfolgreichen Verhandlungsverlaufes ist eine so schnelle Einigung kaum realistisch. In 40 Jahren entstandene rechtliche und ökonomische Verflechtungen können kaum innerhalb von Wochen sinnvoll anders geregelt werden. Wünschenswert wäre ein ungeordnetes Ausscheiden indes für keinen Beteiligten. Zu groß sind die Gefahren für die wirtschaftliche Dynamik – vor allem in Großbritannien selbst.

Es fehlt vor allem Zeit

Für ein neues Referendum mit einem ggf. anderen Ausgang (No-Brexit-Szenario) fehlt ebenfalls die Zeit. Zudem kann man Unternehmen, die bereits ihre Konsequenzen aus dem anstehenden Brexit gezogen – z.B. Unternehmensteile in andere europäische Staaten verlegt – haben, kaum erklären, dass man kurzerhand eine Kehrtwende gemacht hat. Politische Stabilität sähe anders aus. Somit wäre der sinnvollste Weg eine Verlängerung der Verhandlungsfrist, wenn nötig auch um einige Jahre. Nur so wäre es möglich, eine EU-Regelung nach der anderen zu verhandeln und für Großbritannien neu zu regeln ohne ein zwischenzeitliches Chaos zu provozieren.

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