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Österreich Novum: Ethereum-Blockchain zur Sicherung von 1,15 Milliarden Euro Staatsanleihen verwendet

Gastautor: Robby Schwertner
08.10.2018, 08:11  |  2024   |   |   

Die österreichische Regierung verwendet ab sofort die Blockchain von Ethereum (ETH), um in einer Auktion Staatsanleihen im Wert von 1,15 Mrd. Euro auszugeben. Die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) bestätigt in einer Presseaussendung, dass erstmals mit einem Blockchain-Echtbetrieb gestartet wurde.

Die neue Technologie wird ab der heutigen Auktion von Bundesanleihen für die Daten-Notarisierung eingesetzt. Mit Hilfe dieses Notarisierungs-Services wird die Unverfälschtheit der Daten protokolliert und somit höchste Datenabsicherung gewährleistet.  Die Notarisierung ist ein neuer, zusätzlicher Prozess im Rahmen des Auktionsverfahrens. Die Blockchain-Technologie wird im konkreten Anwendungsfall unterstützend als weitere Sicherheitsebene eingesetzt. Generell bietet die Blockchain-Technologie großes Potenzial zur Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung von Bank-Prozessen. 

Was sagt CryptoRobby:

Bemerkenswert ist, dass man sich für Ethereum, die Blockchain der zweiten Generation entschieden hat. Ethereum kam Anfang des Jahres ins Schussfeld der Kritik, weil Transaktionen sehr teuer wurden und es aufgrund von Überlastungen zu Staus bei der Datenverarbeitung kam. Für Ethereum spricht, dass tausende Anwendungen bereits auf dieser Blockchain laufen und es in den letzten Monaten zu keinen nennenswerten Schwierigkeiten kam.

Es ist der österreichischen Bundesregierung positiv anzurechnen, dass man sich für dieses Support-System für Staatsanleihen einsetzt. Damit nimmt Österreich in Europa eine Führungsrolle bei der Anwendung der Blockchain-Technologie ein. 

Besonders in Bereichen der digitalen Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung entstehen zahlreiche Einsatzgebiete.  "Die innovative Form der Daten-Notarisierung auf Blockchain-Basis sehen wir als eine logische technologische Weiterentwicklung in Zeiten der Digitalisierung. Wir freuen uns, unseren Kunden nun dieses neue Blockchain-Service zur Verfügung stellen zu können", so Angelika Sommer-Hemetsberger, im Vorstand der OeKB für IT- und Kapitalmarkt Services zuständig in der APA-Presseaussendung.

"Wir beschäftigen uns seit einiger Zeit intensiv mit der Blockchain-Thematik und haben bereits mehrere Prototypen evaluiert. Der Start des Blockchain-Echtbetriebs ist ein erfreulicher nächster Schritt. Unser Ziel ist es, die Blockchain-Technologie im Laufe des Jahres 2019 weiterhin zu testen und eine mögliche Ausrollung auf weitere Servicebereiche der OeKB zu prüfen", erläutert Sommer-Hemetsberger.

Garantiert unverfälschte Daten

Bei der Daten-Notarisierung auf Blockchain-Basis wird mittels eines Verschlüsselungsverfahrens aus Dokumenten ein unverwechselbarer elektronischer Fingerprint, der sogenannte Hash-Wert, ermittelt. Dieser Hash-Wert ist eindeutig dem Ausgangsdokument zuordenbar, lässt aber umgekehrt keine Rückschlüsse auf konkrete Dateninhalte zu. "Damit kann das Originaldokument in den Rechenzentren der OeKB sicher aufbewahrt und die Unverfälschtheit des Dokuments garantiert werden. Zusätzlich zu den bestehenden hohen Sicherheitsstandards gelingt es so, erstmals eine weitere Sicherheitsebene auf Blockchain-Basis zu integrieren", erklärt Sommer-Hemetsberger.

Start des Echtbetriebs war am 2. Oktober

Die neue Technologie wurde in der OeKB umfassend getestet und kam nun heute am 2. Oktober 2018 erstmals bei der Auktion für die Begebung von Bundesanleihen im Auftrag der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) im Echtbetrieb zum Einsatz. Die OeKB kann damit die Unversehrtheit der sensiblen Auktionsdaten, die nur lokal, von niemandem einsehbar und nicht manipulierbar gespeichert sind, zweifelsfrei nachweisen.  

Australien & Russland testen ebenfalls:

Zu Anfang des Sommers berichtete Cointelegraph über eine wichtige gemeinsame Initiative der Weltbank und der Commonwealth Bank von Australien (CBA), bei der es darum ging, eine öffentliche Anleihe ausschließlich über Blockchain auszugeben. Der Deal über umgerechnet rund 63 Mio. Euro umfasste Zweijahresanleihen, die eine Rendite von 2,251 Prozent bieten sollen. Im Frühjahr führte die Sberbank CIB - die Kommerz- und Investmentbanksparte von Russlands größter Bank Sberbank - die wohl erste Blockchain-basierte kommerzielle Transaktion von Anleihen in Russland durch.

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