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Edelmetalle mit starker Handelswoche

08.10.2018, 11:01  |  751   |   |   

Aktueller Marktkommentar von Markus Blaschzok für den GoldSilberShop.de

Die Edelmetalle Gold, Silber und Platin zogen in der ersten Wochenhälfte kräftig an. Der Goldpreis konnte in US-Dollar sowie in Euro wichtige Unterstützungsmarken zurückerobern, was ein bullisches Signal lieferte. Der Kurssprung in beiden Währungen wurde an dem letzten Widerstand bei 1.208$ bzw. 1.045€ ausgebremst. Fallen diese letzten beiden Hindernisse, so dürfte es zu weiteren Eindeckungen der Bären kommen, wobei der Goldpreis infolge dessen bis auf 1.280$ ansteigen könnte. Dann wird auch der Platinpreis, der aktuell am Widerstand bei 840$ notiert, ausbrechen und bis 900$ ansteigen. Silber konnte bis auf 14,90$ in der Spitze ansteigen, was fast einen US-Dollar höher ist als das Tief des Vormonats. Die zweite Wochenhälfte war hingegen ruhig bei den Edelmetallen, aufgrund guter US-Wirtschaftsdaten sowie hawkischen Äußerungen der US-Notenbank, die auf eine Fortsetzung der restriktiven Geldpolitik hindeuten.

Die Verkäufe von Gold- und Silbermünzen der australischen Perth Mint waren im September so hoch wie seit Januar 2017 nicht mehr. Die Verkäufe an Silbermünzen hatten sich aufgrund des aktuell extrem günstigen Preises im Vergleich zum August sogar verdoppelt. Die Verkäufe von Goldmünzen und -barren stiegen zum Vormonat um 61% auf 62.552 Unzen.

Anleihen brechen ein – Zinsen steigen

Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen in den letzten Tagen deutlich an und überwanden die für die Märkte wichtige Hürde von 3%, wobei auch der Abwärtstrend gebrochen wurde. Eine starke US-Wirtschaft, eine hohe Inflationsrate in den USA von 2,95%, acht Zinsanhebungen sowie Anleihenverkäufe seitens der US-Notenbank sind für den Anstieg der Marktzinsen verantwortlich. Jerome Paul, Chef der US-Notenbank, zeigte sich in dieser Woche optimistisch für die weitere Wirtschaftsentwicklung und signalisierte weitere Zinsschritte in den kommenden Jahren. Vom Markt wird ein weiterer Zinsschritt im Dezember erwartet und drei weitere in 2019.

Steigende Zinsen werden den US-Aktienmarkt mittelfristig unter Druck bringen, da einerseits höhere Refinanzierungskosten die Unternehmensgewinne schmälern werden und andererseits das wieder erhöhte Angebot am Anleihenmarkt bei höheren Renditen ein attraktives Konkurrenzinvestment zum Aktienmarkt darstellt. Die steigenden Zinsen bereiten mittlerweile einem guten Teil der Ökonomen Sorgen, denn 56% erwarten nach einer Umfrage bis spätestens Ende 2020 eine Rezession, wogegen nur 10% bereits im nächsten Jahr damit rechnen. Seit fast zehn Jahren befinden sich die westlichen Volkswirtschaften in einem von den Notenbanken durch das Ausweiten der Geldmenge künstlich erzeugten Konjunkturaufschwung, der jetzt mit der Verringerung der Geldmenge und steigenden Zinsen vor dem Zusammenbruch steht.

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Die steigenden Zinsen werden ein Problem für die Aktien- und Anleihemärkte.

IWF und Schiller warnen vor einer zweiten großen Depression

Der bekannte Wirtschaftsprofessor und Nobelpreisträger Robert Schiller fürchtet eine Wiederholung der großen Crashs am Aktienmarkt von 1929 und der darauf gefolgten Weltwirtschaftskrise. Seit dem Crash Tief von 2008 stieg der breite amerikanische S&P 500 Aktienindex ohne Pause um 334% an, was in etwa der Ausweitung der Geldbasis in den USA entspricht. Schiller sagte: „Die goldenen 20er Jahre endeten in einem Spekulationsgelage. (…) Damals erschien es jedem als eine Art Glückspiel. Heute haben wir nicht die gleichen Umstände, doch nach den starken Anstiegen seit 2009 ist etwas von dem damaligen Geist auch heute vorhanden.“ Schiller glaubt, dass nicht nur der Aktienmarkt, sondern die gesamte US-Wirtschaft von Spekulation getragen wird, doch kommt früher oder später das Ende dieser Aufregung und dann beginnen die Märkte zu fallen und die Wirtschaft einzubrechen.

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Der aktuelle Bullenmarkt im Vergleich zu den großen Crashs der letzten 100 Jahre. (Quelle: zerohedge)

Der Aktien- sowie der Anleihenmarkt wurden durch niedrige Zinsen und QE-Gelddruckprogramme der Notenbanken befeuert. Steigen die Zinsen weiter, werden beide Märkte gleichzeitig crashen und die Investoren könnten in den sicheren Hafen der Edelmetalle flüchten. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nun in seinem jährlichen Wirtschaftsausblick gewarnt, dass es viele Herausforderung für die Weltwirtschaft gibt, „um eine zweite große Depression zu verhindern.“ Die Chefin des IWF, Christine Lagarde, zeigte sich über die Ausweitung der globalen Verschuldung besorgt, die für den privaten und öffentlichen Sektor seit der Finanzkrise von vor 10 Jahren um 60% auf ein Allzeithoch von 182 Billionen Dollar angestiegen ist.

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