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Aktien Frankfurt: Steigende Renditen in USA und Italien-Sorgen belasten Dax
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Steigende Renditen in USA und Italien-Sorgen belasten Dax

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
08.10.2018, 11:46  |  1018   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Steigende Zinsen am US-Anleihemarkt haben am Montag den deutschen Aktienmarkt schwer belastet. Der Dax fiel vorübergehend unter die runde Marke von 12 000 Zählern. Gegen Mittag notierte er mit einem Minus von 0,75 Prozent auf 12 021,20 Punkte wieder etwas über der runden Marke.

Am US-Anleiohenmart war die Rendite zehnjähriger Staatspapiere zuletzt auf den höchsten Stand seit sieben Jahren gestiegen. "Die Zinsangst hält die Märkte in Atem und Aktien bekommen jetzt echte Konkurrenz durch festverzinsliche Wertpapiere", sagte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Bei steigenden Renditen am Anleihemarkt können Aktien als risikoreicheres Investment an Attraktivität verlieren. Zudem können höhere Refinanzierungskosten auf Unternehmen zukommen.

Am Montag ist der Anleihehandel an der Wall Street wegen eines Feiertags geschlossen. Doch nicht nur in den USA steigen die Zinsen: Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatspapiere schnellte am Montag nach oben. Anleger verkaufen die Papiere angesichts der mit dem Staatshaushalt des Landes verbundenen Risiken. Die Renditen steigen im Gegenzug. "Investoren müssen sich mit einem Anstieg der Zinsen weltweit wohl oder übel anfreunden", sagte Stanzl.

Schlechte Nachrichten gab es zudem von der deutschen Konjunktur: Die Industrieproduktion sank im August den dritten Monat in Folge.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax gab am Montagmorgen um ein Prozent auf 25 021,41 Punkte nach auf den niedrigsten Stand seit Anfang April. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,71 Prozent auf 3321,78 Zähler nach unten.

Weit abgeschlagen am Ende des Dax fanden sich die Aktien von Wirecard wieder. Sie brachen um knapp 8 Prozent ein. Der Zahlungsdienstleister lädt am Dienstag zum Kapitalmarkttag. Ein Händler führte die Kursschwäche auf den Zinsanstieg an den Anleihemärkten zurück. Dieser belaste vor allem gie in den vergangenen Monaten stark gelaufenenen Technologiewerte. Anleger machten daher erst einmal Kasse.

Die vom italienischen Staatshaushalt ausgehenden Risiken lasteten auf dem Bankensektor. Deutsche Bank verloren 1,8 Prozent und Commerzbank 3,7 Prozent. Die EU-Kommission hatte sich am Freitagabend besorgt um die Finanzpläne der Regierung Italiens gezeigt. Diese aber will von ihren Vorhaben nicht abrücken.

Aktien von Airbus verteuerten sich um 0,2 Prozent. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern will laut Insidern den Chef seiner Verkehrsflugzeugsparte, Guillaume Faury, zum neuen Konzernchef machen. Die Entscheidung über die Nachfolge des scheidenden Airbus-Chefs Tom Enders solle an diesem Montag fallen.

Zu den wenigen stabilen Aktien im Dax zählten die Papiere von Henkel . Nach einer Hochstufung auf "Kaufen" durch Goldman Sachs gewannen sie 0,1 Prozent. Lufthansa gaben um 0,4 Prozent auf 19,58 Euro nach. Die Citigroup hat das Kursziel für die Papiere von 19,90 auf 18 Euro gesenkt und weiter zum Verkauf geraten.

Bei den kleineren Titeln im SDax büßten Compugroup 2,2 Prozent ein. Der Software-Entwickler für Arztpraxen und Apotheken lag mit Aussagen zum Jahresumsatz Händlern zufolge eher am unteren Rand der Schätzungen von Analysten./bek/mis

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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