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Börsengänge Knorr-Bremse drängt, Exyte stoppt Börsengang

08.10.2018, 12:55  |  2735   |   |   

Knorr-Bremse schließt schon am 10. Oktober die Zeichnungsfrist. Dagegen will das Exyte-Management jetzt doch noch abwarten: "Die aktuellen Marktbedingungen seien nicht ideal für eine Emission".

Das Management von Knorr-Bremse sprüht vor Optimismus und meldet, dass die Zeichnungsfrist für die neuen Aktien schon einen Tag früher als geplant ende. Grund dafür sei die hohe Nachfrage nach Knorr-Bremse-Aktien. Erster Handelstag an der Börse Frankfurt bleibt aber der 12. Oktober 2018. Der Börsengang könnte der Familie des Eigentümers Heinz Hermann Thiele bis zu 4,2 Milliarden Euro einbringen. Mehrheitsaktionär Thiele will bis zu 30 Prozent der Papiere zum Stückpreis von 72 bis 87 Euro platzieren.

Knorr-Bremse produziert Bremssysteme für Züge und Lkw. Darüber hinaus ist das Unternehmen aber nicht nur im Automobilbereich aktiv, zu dem Angebot gehören auch Zugtüren, Heizungs- und Lüftungssysteme. Betrachtet man das Marktumfeld im Bereich Automobilzulieferer, ist der Zeitpunkt für einen Börsengang mutig gewählt. Im wallstreet:online-Forum "Knorr-Bremse neu an den Märkten" wird u. a. die Entwicklung der Aktienkurse der Zulieferer-Konkurrenten Progress-Werk Oberkirch, SAF Holland, SHW, WABCO, Federal-Mogul und Tenneco diskutiert. Die Kurse der Konkurrenz sind auf Jahresbasis zweistellig im Minus.

Der Börsengang von Knorr-Bremse wird zudem von einem Streit mit Bosch über "absprachewidrige" Konkurrenz im Lkw-Bremsen-Geschäft überschattet. So wirft der langjährige Partner Bosch dem Bremsenkonzern vor, ihm "absprachewidrig" bei Lenksystemen für Lkw Konkurrenz zu machen. Bosch wolle deshalb aus dem gemeinsamen Lkw-Bremsengeschäft in Europa aussteigen.

Unterdessen legt der Anlagenbauer Exyte aufgrund der "aktuellen Marktbedingungen" in einer ganz anderen Branche seinen Börsengang vorerst auf Eis. Exyte stellt in erster Linie staub- und partikelfreie Reinräume für die Chip-Produktion her. Das Management hatte beim Gang an die Börse ursprünglich einen Börsenwert von 2,5 bis drei Milliarden Euro angestrebt und wollte 25 bis 30 Prozent des Unternehmens an den Markt bringen, berichtet "Reuters".

Aber die Exyte-Manager konnten offenbar ihre Preisvorstellungen nicht durchsetzen. "Wir halten an unseren Plänen fest, aber wir haben keinen Zeitdruck und werden auf die richtigen Marktbedingungen warten", sagte Exyte-Chef Wolfgang Büchele. Das Unternehmen stehe 2018 vor einem Rekordjahr und auch für 2019 seien die Aussichten positiv. Geld für Zukäufe brauche Exyte nicht, so Büchele, der bis vor zwei Jahren Chef des Industriegase-Konzerns Linde war. Exyte-Alleinaktionär ist der österreichische Milliardär Georg Stumpf.

Reuters

wallstreet:online

 

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